Pharma-Aktien: 2 Top-Werte mit Wachstum und Dividende
AbbVie-Aktie
AbbVie
Besonders deutlich wurde dies beim Humira-Patent. Das einst umsatzstärkste Medikament des Konzerns verlor seine Exklusivität, doch AbbVie konnte diesen Rückschlag erfolgreich abfedern. Heute ruhen die Wachstumshoffnungen vor allem auf den beiden Immunologiepräparaten Skyrizi und Rinvoq. Beide Medikamente entwickeln sich besser als erwartet und dürften auf absehbare Zeit zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Konzerns gehören.
Gleichzeitig bereitet sich AbbVie bereits auf den langfristig anstehenden Patentschutzverlust dieser Medikamente vor. Die Pipeline des Unternehmens umfasst zahlreiche neue Wirkstoffe und Forschungsprogramme. Zu den interessanteren Projekten gehört ABBV-295, ein experimentelles Mittel zur Gewichtsreduktion, das unter anderem durch eine mögliche monatliche Dosierung attraktiv werden könnte. Bis zu einer möglichen Zulassung ist es zwar noch ein weiter Weg, doch die breite Pipeline erhöht die Chancen, dass AbbVie künftige Umsatzlücken rechtzeitig schließen kann.
Auch die aktuellen Geschäftszahlen unterstreichen die operative Stärke des Konzerns. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf rund 17 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte sogar um knapp 23 Prozent auf 3,65 US-Dollar zu.
Für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen suchen, ist zudem die Dividendenhistorie von Bedeutung. AbbVie gehört zu den sogenannten Dividend Kings – Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 50 Jahre in Folge erhöht haben. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei knapp 2,8%. Zusammen mit dem robusten operativen Geschäft und der gut gefüllten Produktpipeline macht diese Kombination die Aktie insbesondere für langfristig orientierte Einkommensinvestoren interessant.
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Merck & Co.-Aktie
Auch Merck & Co.
Positiv entwickelte sich unterdessen das Impfstoffgeschäft. Die Umsätze mit Gardasil und Gardasil 9, den wichtigen HPV-Impfstoffen des Konzerns, stiegen im zweiten Quartal um 4 Prozent auf insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar.
Noch entscheidender ist jedoch die Entwicklung von Keytruda. Das Krebsmedikament gehört zu den wichtigsten Produkten von Merck und konnte gemeinsam mit der neuen subkutanen Variante Keytruda Qlex erneut wachsen. Die kombinierten Umsätze der beiden Formulierungen stiegen im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 8,4 Milliarden US-Dollar.
Keytruda Qlex könnte dabei für die langfristige Entwicklung des Konzerns eine besonders wichtige Rolle spielen. Der Patentschutz der ursprünglichen intravenösen Version von Keytruda läuft 2028 aus. Eine neue Darreichungsform kann deshalb helfen, die Bedeutung des Wirkstoffs über den Patentablauf hinaus zu verlängern und einen Teil des drohenden Umsatzverlusts aufzufangen.
Darüber hinaus hat Merck sein Produktportfolio in den vergangenen Jahren erweitert. Zu den neueren Wachstumsträgern gehören Winrevair zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie sowie der Pneumokokken-Impfstoff Capvaxive. Auch die Pipeline bietet weitere potenzielle Wachstumstreiber, darunter CD388, ein Wirkstoffkandidat zur langfristigen Prävention von Grippeinfektionen.
Auch bei der Dividende kann Merck punkten. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei rund 2,5 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt des S&P 500 von etwa 1 Prozent. Über die vergangenen zehn Jahre hat das Unternehmen seine Ausschüttung zudem um knapp 94 Prozent erhöht. Damit bietet Merck eine Kombination aus laufenden Erträgen, etablierten Medikamenten und einer Pipeline, die langfristig neue Wachstumsimpulse liefern könnte.
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Fazit
AbbVie und Merck verfügen über Geschäftsmodelle, die auch in einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld vergleichsweise widerstandsfähig sein können. Beide Unternehmen stehen zwar vor erheblichen Herausforderungen durch auslaufende Patente, investieren jedoch bereits in neue Medikamente, Indikationen und Produktgenerationen, um mögliche Umsatzlücken abzufedern.
Für langfristig orientierte Anleger sind die beiden Pharmakonzerne deshalb vor allem wegen der Kombination aus etablierten Geschäftsmodellen, Wachstumspotenzial und attraktiven Dividenden interessant. Dennoch bleiben Pharmaaktien mit Risiken verbunden – insbesondere durch Patentabläufe, regulatorische Entscheidungen und den Erfolg neuer Medikamente. Wer diese Faktoren berücksichtigt und sein Depot ausreichend diversifiziert, findet in AbbVie und Merck zwei potenziell interessante Kandidaten für einen langfristigen Dividendenbestand.
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