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BASF-Aktie: Der Milliarden-Spagat beginnt

Zwischen Investitionen und Rückführungen
Vincent Uhr
Die BASF-Aktie beendete die vergangene Handelswoche bei 51,15 €. Während am Stammsitz Ludwigshafen der Ausbau des Güterterminals beginnt, kauft der Chemiekonzern zugleich eigene Aktien für bis zu 1 Milliarde € zurück. Beide Maßnahmen verfolgen letztlich dasselbe Ziel: BASF will das vorhandene Kapital effizienter einsetzen und die Ertragskraft je Aktie steigern.

Rückkauf zieht jetzt an

Das im August gestartete Programm läuft bis Ende April 2027. BASF will eigene Aktien für bis zu 1 Milliarde € erwerben, anschließend einziehen und damit das Grundkapital reduzieren. Beim aktuellen Börsenwert von rund 44 Milliarden € entspricht die neue Tranche mehr als 2% des gesamten Unternehmenswertes.

Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte BASF bereits 31,6 Millionen Aktien für rund 1,5 Milliarden € zurückgekauft. Das entsprach etwa 3,5% des damaligen Grundkapitals. Insgesamt plant der Konzern bis Ende 2028 Rückkäufe über 4 Milliarden €. Von einem Rückkaufvolumen von 10 Milliarden € kann dagegen keine Rede sein.

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Der Effekt für Aktionäre ist dennoch erheblich. Nach Abschluss aller geplanten Programme verteilt sich der zukünftige Gewinn auf deutlich weniger Aktien. Hinzu kommt die Mindestdividende von 2,25 € je Aktie, die beim aktuellen Kurs einer Rendite von rund 4,4% entspricht.

Ludwigshafen bleibt ein Kernstandort

Parallel beginnt BASF mit der Modernisierung des Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen. Der Bund unterstützt das Projekt mit knapp 51 Millionen €. Das gesamte Investitionsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.

Ersetzt werden die beiden ältesten Umschlagmodule. Täglich werden an dem Terminal mehr als 1.000 Ladeeinheiten zwischen Straße und Schiene bewegt. Ein erheblicher Teil entfällt auf externe Kunden. Das Terminal ist damit nicht nur für BASF, sondern auch für das europäische Güterverkehrsnetz von Bedeutung.

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Für die BASF-Aktie ist das Projekt allein kein Kurstreiber. Es zeigt jedoch, dass der Konzern Ludwigshafen trotz hoher Energie- und Standortkosten nicht aufgibt. Eine leistungsfähigere Logistik kann Transportkosten senken, die Versorgungssicherheit erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Verbundstandorts verbessern.

Operativ läuft es wieder besser

Die finanzielle Grundlage hat sich zuletzt aufgehellt. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um +16% auf 17,2 Milliarden €. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich von 1,6 auf 2,4 Milliarden €. Für das Gesamtjahr erwartet BASF nun 6,9 bis 7,7 Milliarden € nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden €.

Der Schwachpunkt bleibt der Mittelzufluss. Im zweiten Quartal lag der freie Cashflow bei −189 Millionen €, im gesamten ersten Halbjahr sogar bei −1,56 Milliarden €. Finanziert werden die Rückkäufe daher auch aus den Erlösen der Coatings-Veräußerung. Gleichzeitig will BASF die Nettoverschuldung von zuletzt 17,1 Milliarden € deutlich reduzieren.

ℹ️ BASF in Kürze

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit rund 45 Milliarden € bewertet.

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Vincent Uhr

Fazit

Rückkauf, Dividende und bessere operative Zahlen stützen die BASF-Aktie. Der Terminalausbau stärkt zudem den wichtigsten deutschen Standort. Solange der freie Cashflow jedoch ein wenig schwächelt, sind Kapitalrückführungen wie die nun angegangenen Aktienrückkäufe leider kein Selbstläufer. Bei 51,15 € erscheint die Aktie solide. Ich würde aber derzeit eher nicht investieren, weil gerade die Cashflows eine größere Sorge sind.