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Indus Holding-Aktie: Die kleinere Almonty?

Neue Geschäftszahlen
Die Indus-Holding-Aktie bewegte sich seit Jahresanfang sehr volatil. Am Donnerstag gewinnt sie aktuell etwa +7 % und notiert bei rund 33 €. Auslöser für den Kurssprung sind die starken Quartalszahlen, die insbesondere vom hohen Wolframpreis profitieren. Damit stellt sich die Frage: Besitzt Indus ein ähnliches Potenzial wie Almonty?

Wolframpreise treiben das Geschäft

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist derzeit die Beteiligung Betek.

Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Hartmetalllösungen auf Basis von Wolframcarbid spezialisiert. Genau dieser Rohstoff ist zuletzt massiv teurer geworden.

Hintergrund sind insbesondere die Exportbeschränkungen Chinas. Das Land ist ein dominanter Anbieter von Wolfram und begrenzt zunehmend die Ausfuhr des strategisch wichtigen Rohstoffs.

Für Unternehmen, die auf Wolfram angewiesen sind, führt dies zu steigenden Beschaffungskosten und einer angespannten Versorgungslage.

Betek konnte sich frühzeitig ausreichende Mengen sichern und profitiert deshalb momentan von den außergewöhnlichen Marktbedingungen.

Damit besitzt Indus über Betek eine Art indirekten Hebel auf den Wolframpreis.

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Zweistelliges Wachstum erzielt

Besonders im zweiten Quartal nahm die Wachstumsdynamik bei Umsatz und Ertrag deutlich zu.

In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4% auf 965,2 Millionen €. Davon entfielen 523,6 Millionen € auf das zweite Quartal.

Noch beeindruckender entwickelte sich die Profitabilität.

Das operative EBITA stieg von 56 auf 123,5 Millionen €. Damit hat sich das EBITA mehr als verdoppelt. Die EBITA-Marge erhöhte sich auf 12,8%. Im zweiten Quartal lag sie sogar bei 15,5%.

Auch das Periodenergebnis entwickelte sich sehr dynamisch. Mit 62,2 Millionen € hat es sich mehr als verdoppelt.

Insgesamt sind die Halbjahreszahlen daher sehr gut ausgefallen.

Allerdings muss berücksichtigt werden, dass ein erheblicher Teil dieser außergewöhnlichen Entwicklung auf die derzeitigen Marktbedingungen bei Wolfram zurückzuführen ist.

Vorstandsvorsitzender Johannes Schmidt erklärte:

Besonders dynamisch entwickelte sich unser Segment Materials Solutions. Hier spiegeln sich die weiterhin außergewöhnlichen Marktbedingungen rund um Wolframcarbid wider.

Angehobene Prognose bestätigt

Die bereits im Juni angehobene Jahresprognose wurde bestätigt.

Beim Konzernumsatz wird nun mit 1,9 bis 2,1 Milliarden € gerechnet. Zuvor lag die Prognose bei 1,85 bis 2,05 Milliarden €.

Beim EBITA werden 220 bis 260 Millionen € erwartet. Zuvor hatte Indus lediglich 160 bis 190 Millionen € in Aussicht gestellt.

Die EBITA-Marge soll zwischen 11 und 13% liegen. Allerdings dürfte sich die Profitabilität im zweiten Halbjahr etwas abschwächen.

Der Grund hierfür sind die inzwischen deutlich höheren Beschaffungskosten für Wolfram. Damit wird ein Teil des positiven Effekts der gestiegenen Verkaufspreise wieder aufgezehrt.

Unterschiedliche Geschäftsmodelle

Die Verbindung zu Almonty Industries liegt auf der Hand.

Beide Unternehmen profitieren derzeit von der angespannten Situation am Wolframmarkt und den chinesischen Exportbeschränkungen.

Allerdings ist der direkte Vergleich nur eingeschränkt sinnvoll. Almonty ist ein Wolframproduzent und damit unmittelbar vom Wolframpreis und der Entwicklung seiner Minen abhängig.

Indus dagegen ist eine Beteiligungsgesellschaft. Betek verarbeitet Wolfram beziehungsweise Wolframcarbid und ist damit Teil der nachgelagerten Wertschöpfungskette.

Hinzu kommt, dass Indus zahlreiche weitere Beteiligungen besitzt. Das macht das Geschäftsmodell diversifizierter und reduziert gleichzeitig den direkten Hebel auf den Wolframpreis.

Almonty ist somit der stärkere direkte Wolfram-Player, während Indus die breitere und damit etwas defensivere Variante darstellt.

Bewertung

Die operative Entwicklung spricht momentan eindeutig für Indus.

Das starke Umsatzwachstum, die mehr als verdoppelte EBITA sowie die deutlich verbesserte Marge zeigen, wie stark Betek von den aktuellen Marktbedingungen profitiert.

Die entscheidende Frage ist allerdings, wie nachhaltig diese Entwicklung ist. Sollten die Wolframpreise weiter steigen oder zumindest auf hohem Niveau bleiben, könnte Indus auch in den kommenden Quartalen von hohen Margen profitieren.

Sollten sich die Preise dagegen deutlich normalisieren, dürfte auch die Profitabilität von Betek zurückgehen.

Genau deshalb dürfte der Aktienkurs weiterhin stark auf Nachrichten vom Wolframmarkt reagieren.

ℹ️ Indus Holding in Kürze

  • Die Indus Holding AG (WKN: 620010) ist eine deutsche Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach bei Köln. Indus investiert langfristig in mittelständische Unternehmen mit einer starken Stellung in Nischenmärkten („Hidden Champions“).
  • Während die Holding bislang einen sehr breiten Beteiligungsansatz verfolgte, will sie sich in Zukunft auf die drei Kernbereiche Engineering, Infrastructure und Materials konzentrieren.
  • Die im SDAX notierte Aktie wird aktuell mit 820 Millionen € bewertet.

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Fazit

Indus ist nicht die kleinere Almonty – aber die Aktie besitzt einen vergleichbaren Kurstreiber.

Aufgrund schwankender Wolframpreise, erwarte ich kurzfristig auch volatile Kurse bei der Indus-Aktie. Eine gute Anlagestrategie ist daher das aktive Traden.

Mittelfristiges sieht es anders aus, dann dürften Kurse von 40 € und mehr möglich sein. Die Dividendenrendite von aktuell rund 3,8% spricht für die Aktie. Aufgrund der deutlichen Ergebnisverbesserung erscheint auch eine Anhebung der zuletzt gezahlten Dividende von 1,30 € möglich.

Apropos: Einige Dividenden-Titel bieten aktuell ein besonders attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Diese zehn Aktien kombinieren regelmäßige Ausschüttungen mit möglichen Kurssteigerungen – eine Kombination, die Beachtung verdient.