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KI-Comeback voraus? Diese 2 Aktien könnten zu Überfliegern werden

Tech-Titel mit Rückenwind
Redaktion
Die Angst vor einer durch künstliche Intelligenz ausgelösten „Software-Apokalypse“ belastet derzeit zahlreiche Technologiewerte. Doch Microsoft und Shopify zeigen mit ihren jüngsten Geschäftszahlen, dass KI für gut positionierte Unternehmen nicht nur eine Bedrohung, sondern vor allem eine Wachstumschance sein kann. Beide Konzerne haben ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, die Technologie in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren und daraus neue Impulse zu gewinnen.

Microsoft-Aktie

Microsoft blickt auf eine lange Geschichte technologischer Umbrüche zurück und musste sich bereits mehrfach an Veränderungen anpassen, die das bestehende Geschäftsmodell infrage stellten. Auch die aktuelle KI-Revolution könnte das Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Die jüngsten Quartalszahlen deuten jedoch darauf hin, dass Microsoft nicht zu den Verlierern dieser Entwicklung gehört, sondern vielmehr zu den Unternehmen, die von ihr profitieren können.

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Starkes Wachstum im Cloud-Geschäft

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, steigerte Microsoft seinen Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 90 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte sogar um 32 Prozent auf 4,81 US-Dollar zu. Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud-Geschäft: Der Umsatz von Microsoft Cloud wuchs um 27 Prozent, während die Azure-Sparte mit einem Plus von 43 Prozent noch deutlich stärker zulegte.

KI als Wachstumstreiber

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist dabei die steigende Nachfrage nach KI-Anwendungen. Microsoft profitiert sowohl von seinen Cloud-Infrastrukturen als auch von seinen Investitionen in künstliche Intelligenz. Besonders aussagekräftig ist der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft: Zum Ende des Geschäftsjahres belief er sich auf rund 678 Milliarden US-Dollar und lag damit 84 Prozent über dem Vorjahreswert. Dies signalisiert eine anhaltend hohe Nachfrage nach den Cloud-Diensten des Konzerns.

Eigene Chips sollen Margen verbessern

Gleichzeitig versucht Microsoft, die Wirtschaftlichkeit seines KI- und Cloud-Geschäfts weiter zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie sind selbst entwickelte KI-Chips, mit denen das Unternehmen seine Abhängigkeit von externen Zulieferern reduzieren und langfristig Kosten senken könnte. Sollten diese Maßnahmen erfolgreich sein, könnten sich daraus zusätzliche Verbesserungen bei Margen und Gewinnen ergeben.

Hohe Bewertung als Risiko

Die Bewertung der Aktie ist allerdings nicht mehr günstig. Microsoft wird derzeit mit dem 25,7-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und liegt damit über dem durchschnittlichen Bewertungsniveau von 21,4 für den Informationstechnologiesektor. Angesichts des starken Azure-Wachstums, des umfangreichen Cloud-Auftragsbestands und der zusätzlichen KI-Potenziale erscheint die höhere Bewertung jedoch zumindest teilweise gerechtfertigt. Gelingt es Microsoft, das hohe Gewinnwachstum in den kommenden Jahren fortzusetzen, könnte die Aktie trotz ihrer bereits ambitionierten Bewertung weiteres Aufwärtspotenzial besitzen.

Shopify-Aktie

Auch Shopify demonstriert, wie ein Technologieunternehmen künstliche Intelligenz in sein Geschäftsmodell integrieren kann, ohne von ihr verdrängt zu werden. Der E-Commerce-Spezialist überzeugte im zweiten Quartal mit einem kräftigen Wachstum und zeigte zugleich, dass seine KI-Initiativen zunehmend konkrete wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Umsatz wächst weiterhin mit hohem Tempo

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn, ohne die Auswirkungen von Beteiligungsinvestitionen, erhöhte sich um 30 Prozent auf 439 Millionen US-Dollar. Auch der Ausblick fiel positiv aus: Für das dritte Quartal rechnet Shopify erneut mit einem Umsatzwachstum im niedrigen 30-Prozent-Bereich. Damit könnte das Unternehmen sein hohes Wachstumstempo zunächst beibehalten.

KI bringt zusätzliche Kunden auf die Plattform

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Shopify zufolge sorgen KI-gestützte Funktionen unter anderem dafür, dass mehr Besucher zu den Online-Shops der Händler gelangen. Dazu gehören auch neue Zugriffsquellen über KI-basierte Suchdienste. Der zusätzliche Traffic kann wiederum das Handelsvolumen auf der Plattform und damit die Umsätze von Shopify steigern.

KI-Assistent unterstützt Händler

Darüber hinaus stellt das Unternehmen seinen Händlern eigene KI-Werkzeuge zur Verfügung. Ein KI-Assistent kann beispielsweise Daten analysieren, Fragen beantworten und verschiedene Aufgaben übernehmen, sodass Händler ihre Online-Shops effizienter betreiben können. Shopify versucht damit, KI nicht lediglich als externe Bedrohung zu betrachten, sondern sie zu einem integralen Bestandteil seiner Plattform zu machen.

Hohe Bewertung erfordert weiteres Wachstum

Auch bei Shopify ist die Bewertung der Aktie ein wichtiger Faktor. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne von rund 80,7 ist der Titel ausgesprochen hoch bewertet. Für Anleger stellt sich daher die Frage, ob das Unternehmen auch von diesem Niveau aus noch überdurchschnittliche Renditen erzielen kann.

E-Commerce bietet langfristige Chancen

Dafür spricht insbesondere der weiterhin riesige adressierbare Markt im globalen E-Commerce. Selbst in den USA entfielen im ersten Quartal lediglich 16,9 Prozent der Einzelhandelsumsätze auf den Onlinehandel. Sollte dieser Anteil langfristig weiter steigen, könnte Shopify als etablierter Anbieter erheblich davon profitieren. Die starke Marktposition und die hohen Wechselkosten für Händler schaffen zudem einen Wettbewerbsvorteil, der das Geschäftsmodell widerstandsfähiger macht.

Die hohe Bewertung birgt zwar Risiken, doch Shopify verfügt weiterhin über erhebliches langfristiges Wachstumspotenzial. Sollte das Unternehmen seine Position im E-Commerce ausbauen und gleichzeitig KI erfolgreich in seine Plattform integrieren, könnte die Aktie trotz des hohen Bewertungsniveaus für geduldige Anleger interessant bleiben.

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Redaktion

Fazit

Microsoft und Shopify zeigen beispielhaft, dass künstliche Intelligenz nicht zwangsläufig das Ende klassischer Softwareunternehmen bedeuten muss. Im Gegenteil: Unternehmen mit starken Plattformen, großen Kundenbasen und der Fähigkeit, KI sinnvoll in ihre Produkte zu integrieren, können aus dem technologischen Wandel neue Wachstumschancen entwickeln. Beide Aktien sind zwar anspruchsvoll bewertet, doch das starke operative Wachstum und die langfristigen Marktchancen sprechen dafür, dass für langfristig orientierte Anleger noch weiteres Potenzial vorhanden sein könnte.

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