stock.adobe.com/scaliger

Wacker-Aktie: US-Polysilizium-Pläne sorgen jetzt für Kurssprung

Strategische Expansion geplant
Redaktion | Börse

Wacker Chemie hat am Mittwoch einen Kurssprung von mehr als 6 Prozent hingelegt und notierte bei 96,05 €. Auslöser war ein Reuters-Bericht, wonach die US-Regierung eine Preisuntergrenze sowie Zölle für Polysilizium und verwandte Produkte vorbereitet. Die Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen.

Was hinter dem Kurssprung steckt

Polysilizium ist der Grundstoff für Solarmodule und Halbleiter. Genau dieses Material rückt nun ins Zentrum der US-Anstrengungen, in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Energie mit China zu konkurrieren. Das Ziel der geplanten Maßnahmen ist klar: US-Fabriken wie die von Hemlock Semiconductor und Wacker Chemie sollen vor den wachsenden Ambitionen Chinas in der Chip-Lieferkette geschützt werden. Wacker betreibt neben seinen deutschen Werken eine Polysiliziumanlage in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Wacker-Aktien nach den Quartalszahlen zur Erholung angesetzt. Seither haben sie gut 12 Prozent zugelegt. Mit dem Sprung vom Mittwoch versucht das Papier nun, den Abwärtstrend zu verlassen, in den es Anfang Juni auf dem höchsten Stand seit knapp zwei Jahren eingeschwenkt war.

Analyst sah es kommen

Berenberg-Analyst Sebastian Bray hatte schon zu Wochenbeginn darauf hingewiesen, dass eine Entscheidung der US-Regierung zu Polysilizium-Zöllen zum Kurstreiber werden könnte. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung im Rahmen der nationalen Sicherheit zu Polysilizium-Importen eingeleitet. Das war der erste Hinweis, dass hier Bewegung kommt.

Selbst wenn eine Preisuntergrenze für Wacker zu niedrig angesetzt werden sollte oder ein hoher Zoll die US-Solarwaferproduktion ernsthaft belasten würde, brächte eine Entscheidung endlich Klarheit, so Bray. Das würde es Wacker zumindest ermöglichen, eine der drei Polysilizium-Produktionsanlagen zu schließen und das Geschäft stärker auf profitablere Halbleitermärkte auszurichten. Wacker baut diesen Anteil ohnehin schon aus, weil das Solargeschäft durch Billigkonkurrenz aus Asien massiv unter Druck steht.

Unsicherheit war das eigentliche Problem

Im Geschäftsbericht für 2025 hatte Wacker die Unsicherheiten rund um das US-Verfahren selbst betont. Die zukünftige Preisentwicklung für Solarpolysilizium könne maßgeblich vom Ausgang dieses Verfahrens abhängen, hieß es dort. Je nach Ergebnis könnte es zu einem Preisverfall kommen.

Fazit zur Wacker-Aktie

Sollte die US-Regierung tatsächlich noch im Juli eine Entscheidung treffen, würde das die größte Hängepartie für Wacker Chemie beenden. Das allein könnte weiteren Rückenwind für die Aktie bedeuten, auch wenn die konkreten Konditionen einer Preisuntergrenze oder eines Zolls das Bild dann erst wirklich einordnen ließen. Charttechnisch wäre ein nachhaltiger Ausbruch aus dem seit Juni laufenden Abwärtstrend das nächste Signal, das Bullen bräuchten. Bis dahin bleibt die Wacker-Aktie für mich ein Papier mit Potenzial, aber auch mit offenem Ausgang.

Quelle: dpa-AFX

Wacker Chemie kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Wacker Chemie und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Wacker Chemie weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »