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Volatus-Aktie vor dem großen Durchbruch im Drohnengeschäft?

Der Umbau nimmt Fahrt auf
Bei Volatus hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Neue Produktionskapazitäten, eigene KI-Technologie und immer mehr Geschäft mit Regierungen und dem Verteidigungssektor sollen aus dem Unternehmen deutlich mehr machen als einen klassischen Drohnenanbieter. Die jüngsten Zahlen zeigen erste Fortschritte, allerdings gibt es auch noch eine Seite, die Anleger nicht ausblenden sollten.

Die Umsätze ziehen wieder deutlich an

Im zweiten Quartal erzielte Volatus einen Umsatz von rund 8,4 Millionen CA$. Gegenüber dem ersten Quartal entspricht das einem Anstieg von knapp 50%. Bei den Dienstleistungen ging es innerhalb eines Quartals sogar um 59% nach oben, während das Geschäft mit Equipment um 38% zulegte.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal sieht die Sache allerdings erstmal weniger schön aus. Damals kamen noch knapp 10,6 Millionen CA$ zusammen. Hinter dem Rückgang steckt unter anderem ein Defence-Auftrag mit erwarteten Umsätzen von rund 2,6 Millionen CA$, dessen Auslieferung sich aufgrund von Problemen in der Lieferkette verschoben hat. Volatus rechnet weiterhin damit, den Auftrag im Laufe des Jahres vollständig abzuwickeln.

Das macht die Zahlen ein Stück weit schwerer zu lesen. Auf Jahressicht steht zwar ein Rückgang, schaut man aber auf die Entwicklung innerhalb des laufenden Jahres, kommt wieder deutlich mehr Bewegung ins Geschäft.

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Volatus baut sich gerade ein neues Geschäft auf

Noch spannender als der reine Umsatz ist momentan fast die Frage, was Volatus aus dem Unternehmen machen möchte. Im Juni wurde am Flughafen Montreal-Mirabel eine neue 53.000 Quadratfuß große Produktions- und Integrationsanlage eröffnet.

Dort sollen künftig autonome Systeme für den kanadischen und verbündeten Verteidigungsmarkt entwickelt und produziert werden. Volatus möchte damit immer weniger nur Betreiber und Dienstleister sein, sondern einen größeren Teil der Wertschöpfung selbst abdecken.

Dazu passt auch V-Cortex, ein eigener KI-basierter Flight Controller samt Autonomie-Betriebssystem, den Volatus im Mai vorgestellt hat. Mit SKYDRA gibt es außerdem eine eigene Softwareplattform zur Drohnenabwehr. Hardware, Software, Produktion und Dienstleistungen sollen also immer stärker aus einer Hand kommen. Und aus Anlegersicht liegt darin wahrscheinlich die spannendste Wette. Gelingt dieser Umbau, wäre Volatus irgendwann deutlich weniger von einzelnen Drohnenverkäufen abhängig und könnte stärker über wiederkehrende Software- und Serviceumsätze verdienen.

Das Defence-Geschäft wird immer wichtiger

Auch bei den Partnerschaften merkt man ziemlich schnell, wohin die Reise gehen soll. Erst Anfang August schloss Volatus eine Kooperation mit Kraus Hamdani Aerospace. Gemeinsam sollen autonome Systeme für dauerhafte Aufklärung und Kommunikation in Kanada aufgebaut werden. Das Ganze beginnt beim Einsatz gegen Waldbrände, soll später aber auch für Katastrophenschutz, Einsätze in der Arktis und Verteidigung genutzt werden.

Nur einen Tag zuvor wurde bereits eine Partnerschaft mit Singular Aircraft angekündigt. Hier geht es um autonome Heavy-Lift-Flugzeuge, die unter anderem große Mengen Wasser bei Waldbränden transportieren können.

Dazu kommen bereits Aufträge aus dem NATO-Umfeld. Volatus erhielt 2026 unter anderem einen Vertrag für die Ausbildung von Drohnenpiloten und einen mehrjährigen Trainingsauftrag eines Ministeriums eines NATO-verbündeten Staates mit einem möglichen Gesamtvolumen von rund 2,1 Millionen CA$.

Damit wird langsam klar, warum das Management gerade so viel Geld in diesen Bereich steckt. Drohnen und autonome Systeme werden für westliche Verteidigungsbudgets immer wichtiger und Volatus versucht sich frühzeitig als kanadischer Anbieter zu positionieren.

Einen Haken haben die Zahlen trotzdem

Bei all den neuen Projekten verdient Volatus momentan noch kein Geld. Im zweiten Quartal stand beim bereinigten EBITDA ein Verlust von rund 4,35 Millionen CA$. Im gesamten ersten Halbjahr belief sich der Nettoverlust sogar auf rund 14,1 Millionen CA$.

Die Betriebskosten sind gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um fast 50% gestiegen. Ein großer Teil davon hängt mit dem Aufbau des Defence-Geschäfts, der neuen Mirabel-Anlage und der Entwicklung eigener Technologie zusammen. Das kann sich später auszahlen, muss es aber eben auch erstmal.

Zumindest finanziell hat Volatus dafür momentan ordentlich Luft. Ende Juni lagen 59,2 Millionen CA$ Cash in der Bilanz und das Working Capital erreichte mit 63,8 Millionen CA$ den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Damit muss das Unternehmen nicht sofort profitabel werden, um seine Strategie weiterzuverfolgen. Für Aktionäre bleibt aber wichtig, dass aus den ganzen Investitionen irgendwann auch größere Aufträge und steigende Margen entstehen.

ℹ️ Volatus Aerospace in Kürze

  • Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU) ist ein kanadischer Hersteller von Drohnen für den zivilen und militärischen Bereich.
  • Der Hauptsitz befindet sich im kanadischen Vaughan.
  • Die Hauptbörse ist an der kanadischen TSX Venture Exchange, die Aktie ist auch über Tradegate in Deutschland handelbar. Hier wird sie aktuell mit knapp 370 Millionen CA$ bewertet.

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Fazit

Bei Volatus passiert gerade ziemlich viel auf einmal. Der Umsatz zieht gegenüber dem ersten Quartal wieder kräftig an, die neue Fabrik steht und mit eigenen KI- und Defence-Produkten versucht das Unternehmen, deutlich weiter nach oben in der Wertschöpfungskette zu kommen. Jetzt müssen aus den vielen Partnerschaften und Projekten aber auch größere Umsätze werden. Finanziell hat Volatus dafür erstmal genügend Luft, profitabel ist das Unternehmen allerdings noch lange nicht.