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Mercedes Benz-Aktie: Källenius setzt auf neue Modelle

Sparen, Sparen, Sparen
13 Quartale in Folge mit sinkendem Umsatz sind kein Ausrutscher bei Mercedes-Benz. Die frischen Zahlen von heute ändern daran wenig, und trotzdem sagen sie etwas Wichtiges: Das Management bekommt die Kosten in den Griff, selbst wenn China weiter blutet. Die Reaktion der Börse ist Plus von +2,2% vorbörslich. Jetzt heißt es Sparprogramm und neue Modelle vs. Chinaschwäche. Wer da wohl gewinnt?

Überraschung!

Ein RSI von 29 vor den Zahlen, ein Kurs hauchdünn über dem Jahrestief, -27% seit Januar – so sah die Ausgangslage aus, mit der Mercedes-Benz heute in seine Quartalszahlen ging. Auf die jüngsten Ergebnisse reagiert die Börse aber euphorisch, obwohl der Autokonzern im zweiten Quartal 2026 einen rückläufigen Konzernumsatz von 32 Milliarden € erwirtschaftete, ein Minus von 3,3% und damit das 13. Quartal in Folge mit rückläufigem Umsatz.

Und doch stieg der Konzerngewinn von 957 Millionen € auf rund 1,09 Milliarden € (+13,5%), das operative Ergebnis (EBIT) legte um gut 21% auf 1,5 Milliarden € zu. Das war den Anlegern wichtiger, als der Umsatz.

Und der Gewinntreiber war nicht wie erwartet das Cars-Segment, also das eigentliche Kerngeschäft. Dieses brach beim EBIT sogar um 94% ein. Stattdessen wurde der Konzerngewinn von der Vans-Sparte (Transporter- und Nutzfahrzeugsparte) und der Finanzdienstleistungen getragen. Ein weiterer Lichtblick: Vollelektrische Modelle wuchsen um 51%. Alles in allem eine interessante Lage.

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Sparprogramm wirkt, China bleibt die offene Wunde

CEO Ola Källenius bestätigte trotz der schwachen Cars-Marge die Jahresprognose für Konzern-EBIT und Automarge und setzt für die zweite Jahreshälfte auf frische Modelle – das Facelift der S-Klasse, den neuen Luxus-Van VLE auf 800-Volt-Basis und den verlängerten GLC L.

Dass die Kostensenkungen aus dem laufenden Sparprogramm bereits greifen, zeigt sich daran, dass der Konzerngewinn trotz sinkendem Umsatz wächst. Doch die Diskrepanz der Analysten wächst, fairerweise. Die einen sehen die operative Disziplin, die anderen die strukturelle China-Schwäche, die sich nicht wegsparen lässt, solange heimische Marken wie BYD und Nio das Premiumsegment weiter erobern.

Stellt sich die Frage: Kann Mercedes ähnlich wie Porsche, seinen Status als Premium-Autobauer made in Germany beibehalten bei der Konkurrenz?

Chart-technisch: Der Trend ist noch nicht gebrochen!

Charttechnisch kommt die Aktie aus einer extrem angeschlagenen Verfassung: Vor den Zahlen notierte sie mit einem RSI von 29,2 tief im überverkauften Bereich, nur wenige Cent über dem Jahrestief von rund 43 €. Der Sprung um 2,2% auf 46,33 € nach den Zahlen ist erst einmal eine technische Erleichterungsrally aus überverkaufter Lage heraus, kein Trendbruch. Wann eine Trendwende eintreten könnte, erfährst Du in der Chartanalyse zu Mercedes von meinem Kollegen Christian Kämmerer.

ℹ️ Mercedes-Benz in Kürze

  • Mercedes-Benz (WKN: 710000) ist einer der traditionsreichsten Autohersteller der Welt. Mit einem Absatz von rund 2 Millionen Fahrzeugen (Pkw und Vans) gehört der Konzern mit Sitz in Stuttgart zu den drei wichtigsten Autobauern Deutschlands.
  • Gemessen am Umsatz zählt die Mercedes-Benz-Gruppe sogar zu den größten Autoherstellern der Welt.
  • An der Börse wird das im DAX gelistete Unternehmen mit ca. 43,6 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Für mich ist die Mercedes-Benz-Aktie aktuell ein Fall für geduldige Value- und Dividendenanleger, aber kein Kauf mit der Erwartung einer schnellen Trendwende. Die Dividendenrendite von 7 bis 8% und die stabilisierten Kosten sprechen für eine Halte-Position bei bestehenden Investments, doch solange China ungebremst einbricht und die Cars-Marge am unteren Rand der Zielspanne kratzt, würde ich frisches Kapital nicht auf einen Trendbruch wetten, sondern abwarten, ob sich die Erholung über mehrere Wochen bestätigt.

Lass uns Dich ein wenig mehr inspirieren mit unserem frischen Report Jahresendspurt: 3 Trend-Aktien fürs Schlussquartal 2026!