+++ So investierst Du richtig in Tech & Krypto! +++ Masterclass mit Tech- und Krypto-Analysten Sascha Huber und Eric Lindig-Villain +++ 29.07.2026 um 19 Uhr +++ Hier anmelden! +++
stock.adobe.com/chayantorn

SMI-Rekord: Ölpreisrückgang treibt Europas Börsen hoch

Märkte im Aufwind
Redaktion | Wirtschaft

Europas Börsen legen zu Wochenbeginn weiter zu. Schon am Freitag hatte die Erholung eingesetzt, und heute setzt sie sich fort. Besonders auffällig: Der Schweizer SMI kletterte auf ein neues Allzeithoch. Der Grund für die gute Stimmung liegt auf der Hand. Die USA haben ihre Angriffe gegen den Iran vorerst eingestellt, der Iran signalisierte seinerseits eine Pause. Das drückt die Ölpreise spürbar nach unten, und genau das gibt den Märkten Rückenwind.

Indizes im Aufwind

Der EuroStoxx 50 gewann zur Mittagszeit 1,2 Prozent auf 6.357 Punkte. Damit knüpft er nahtlos an das Plus vom Freitag an, das in ähnlicher Größenordnung lag. Außerhalb des Euroraums stieg der Schweizer SMI um 0,6 Prozent auf 14.413 Punkte, nachdem er am Morgen bei knapp unter 14.470 Punkten ein Rekordhoch markiert hatte. Der britische FTSE 100 legte zuletzt 0,5 Prozent auf 10.785 Punkte zu. Marktanalyst Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets kommentierte die Lage treffend: "Die internationale Entspannung sorgt für Rückenwind." Anleger schalteten angesichts sinkender Ölpreise wieder in den Risk-on-Modus.

Inditex und Vodafone stechen heraus

Während Öl- und Gaswerte zu den schwächsten Branchen in Europa zählten, waren Autohersteller, Reiseanbieter und Technologiewerte wieder gefragt. Ganz vorne lag aber der Einzelhandelssektor. Inditex, der Mutterkonzern von Zara, profitierte von einer Hochstufung durch die Barclays-Bank. Analyst Matthew Clements hob sein Kursziel auf 62,50 € an und stufte die Aktie auf "Overweight" hoch, mit dem Argument, die Bewertung sei auf ein angemessenes Niveau zurückgekehrt. Dazu lobte er die Preisgestaltungsmacht und die Lagerbestandssteuerung des spanischen Konzerns im inflationsgeprägten Umfeld. Die Inditex-Aktie legte 3,3 Prozent zu und gehörte damit zu den Favoriten im EuroStoxx.

Vodafone stach in London mit einem Plus von 4,7 Prozent hervor. Der britische Telekomkonzern veröffentlichte Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2026/27 und erhöhte gleichzeitig die Prognose für das operative Jahresergebnis nach Leasingverträgen. Besonders erfreulich: Das Wachstum im Deutschland-Geschäft half dabei, die Erwartungen bei den Service-Umsätzen zu übertreffen. Analyst Robert Grindle von der Deutschen Bank bekräftigte nach dem Zwischenbericht seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 150 Pence.

Astrazeneca meldete ebenfalls Quartalszahlen. Der Pharmakonzern profitierte von steigenden Verkäufen bei Krebsmedikamenten und Mitteln für seltene Krankheiten, was den Gegenwind durch den Patentverlust für Farxiga in den USA mehr als ausglich. JPMorgan-Analyst Richard Vosser bezeichnete die Zahlen als "solide". Umsatz und operatives Ergebnis im Kerngeschäft hätten den Markterwartungen entsprochen, und ein niedrigerer Steuersatz habe beim Kerngewinn je Aktie positiv überrascht.

Was bedeutet das für Aktionäre

Die Entspannung im Nahen Osten dürfte die wichtigste Triebfeder dieser Erholung sein. Sollte der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran Bestand haben, könnten die Ölpreise weiter sinken, was Konsumwerte und zyklische Branchen weiter beflügeln würde. Einzelwerte wie Inditex und Vodafone zeigen, dass sich selektive Kaufchancen gerade jetzt auftun könnten. Meiner Meinung nach bleiben diese Erholungsrallyes aber fragil, solange keine dauerhafte politische Lösung in Sicht ist. Ein erneutes Aufflammen der Spannungen könnte die Gewinne schnell wieder zunichte machen.

Quelle: dpa-AFX

Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.

Sichere Dir hier Deinen Informationsvorsprung »