Europäischer Gaspreis: Jetzt auf dem höchsten Stand seit März
Der europäische Erdgaspreis ist heute auf den höchsten Stand seit vier Monaten geklettert. Der richtungweisende TTF-Terminkontrakt zur Lieferung in einem Monat erreichte an der Börse Amsterdam zeitweise 60,66 € je Megawattstunde. Zuletzt war der Gaspreis am 23. März so hoch, in der Anfangsphase des Kriegs zwischen den USA und dem Iran.
Straße von Hormus im Fadenkreuz
Der Preisanstieg hat einen klaren Auslöser. Die eskalierenden Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus treiben die Märkte um, denn über diese Meerenge läuft ein erheblicher Teil des globalen Flüssigerdgas-Transports. Aus frei zugänglichen Transitdaten geht hervor, dass der sichtbare Schiffsverkehr dort heute früh nahezu zum Erliegen gekommen ist. Gleichzeitig gibt es Berichte über Tankschiffe, die ohne Transponder und mit Unterstützung des US-Militärs die Passage durchqueren. Das zeigt, wie fragil die Lage inzwischen ist.
Im weiteren Handelsverlauf ist der Preis auf 59,44 € je MWh zurückgefallen. Das sind aber immer noch 3,6 Prozent mehr als am Freitag. Seit Monatsbeginn hat sich Erdgas um rund 35 Prozent verteuert.
Was das für die Börse bedeutet
Meiner Meinung nach sollte man diesen Preisanstieg nicht unterschätzen. Gasversorger und Flüssigerdgas-Produzenten könnten kurzfristig profitieren, während energieintensive Industrien unter steigenden Kosten leiden dürften. Europäische Versorger mit eigenem LNG-Geschäft, wie etwa Shell oder TotalEnergies, könnten von höheren Spotpreisen begünstigt werden. Sollte die Lage in der Straße von Hormus weiter eskalieren, wären weitere Preisspitzen bei Gas- und Energieaktien gut möglich.
Quelle: dpa-AFX
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