+++ Sommer-Angebot zum Start des Tech Crypto Club: Jetzt 9 Wochen unverbindlich testen! +++
stock.adobe.com/radub85

IBM-Aktie: Quartalszahlen enttäuschen – jetzt verkaufen oder halten?

Analyse & Bewertung
Redaktion | Börse

IBM hat im zweiten Quartal mit seinem Umsatz die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. Laut vorläufigen Berechnungen wuchsen die Erlöse um gerade einmal ein Prozent auf 17,2 Mrd. US$. Analysten hatten deutlich mehr erwartet. Das Wachstum kommt dabei fast ausschließlich aus dem Softwarebereich, der um fünf Prozent zulegte. Das Infrastrukturgeschäft gab hingegen um sieben Prozent nach. Beim bereinigten Gewinn je Aktie sieht es etwas besser aus: Plus fünf Prozent auf 2,93 US$ je Aktie.

Kunden kauften lieber Server statt Software

IBM-Chef Arvind Krishna erklärte in einem Brief an die Aktionäre, was hinter dem schwachen Quartal steckt. In den letzten Juniwochen hätten viele Kunden ihre Budgets umgeschichtet und verstärkt in Hardware investiert, konkret in Server, Speicher und Arbeitsspeicher. Der Grund: Angst vor Lieferengpässen und möglichen Preiserhöhungen. Wer heute kauft, zahlt womöglich weniger als morgen. Für IBM ist das allerdings ein Problem, weil genau dieses Geld dann beim margenstarken Softwaregeschäft fehlt. Das Unternehmen habe zwar gewisse Lieferketteneffekte einkalkuliert, das tatsächliche Ausmaß dieser Verschiebung bei den Investitionsausgaben sei aber an IBM vorbeigegangen.

IBM-Aktie bricht vorbörslich ein

Der Markt hat auf die Zahlen direkt reagiert. Die IBM-Aktie brach im vorbörslichen US-Handel um mehr als ein Fünftel ein. Das ist ein harter Schlag. Und es bleibt nicht bei IBM: Auch Softwaretitel wie Microsoft und SAP gerieten unter Druck. Meiner Meinung nach zeigt das, wie empfindlich der gesamte Sektor auf eine solche Verschiebung reagiert. Wenn Unternehmenskunden ihr Geld in Hardware stecken, leidet die gesamte Software-Branche.

Fazit

Das Zahlenwerk von IBM sei auf den ersten Blick nicht katastrophal, das Ergebnis je Aktie habe sogar leicht zugelegt. Doch das Umsatzwachstum von einem Prozent dürfte für ein Technologieunternehmen wie IBM auf Dauer zu wenig sein, zumal das Softwaregeschäft trotz ordentlichem Wachstum durch das schwächelnde Infrastrukturgeschäft ausgebremst werde. Solange die Ursache, nämlich die Neuausrichtung der Investitionsausgaben bei den Kunden, nicht als einmaliger Effekt eingestuft werden könne, dürfte die IBM-Aktie charttechnisch unter Druck bleiben. Wir raten derzeit von einem Einstieg ab.

Quelle: dpa-AFX

IBM kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über IBM und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

IBM weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »