US-Inflation fällt überraschend stark: Was das jetzt für die Börse bedeutet
Die US-Inflation ist im Juni deutlicher zurückgegangen als von Ökonomen erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium heute in Washington mitteilte. Im Mai hatte die Rate noch bei 4,2 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 3,8 Prozent gerechnet. Der tatsächliche Rückgang fiel damit erheblich stärker aus.
Energiepreise bremsen die Inflation
Haupttreiber des Rückgangs war die gedämpfte Entwicklung der Energiepreise. In den Vormonaten hatten die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiekosten die Inflationsrate noch kräftig nach oben gedrückt. Dieser Effekt schwächte sich nun spürbar ab. Das ist ein wichtiges Signal. Die Frage ist, ob der Rückgang nachhaltig ist oder ob neue geopolitische Eskalationen die Energiepreise erneut anheizen.
Fed-Ziel noch nicht erreicht
Die US-Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Mit aktuell 3,5 Prozent liegt die Inflation also noch deutlich über diesem Ziel. Meiner Meinung nach wird die Fed deshalb keine übereilten Zinssenkungen vornehmen.
Was bedeutet das für die Börse
Für den Aktienmarkt dürften die Daten kurzfristig als positives Signal wirken. Ein stärker als erwarteter Inflationsrückgang erhöht die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen, was Wachstumsaktien und zinssensitive Sektoren wie Immobilien oder Technologie beflügeln könnte. Meiner Überzeugung nach bleibt die Lage aber fragil. Solange die Inflation nicht nachhaltig in Richtung zwei Prozent sinkt, dürften Zinsfantasien schnell wieder verpuffen, und der Markt könnte die Euphorie rasch wieder einpreisen.
Quelle: dpa-AFX
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