Vonovia-Aktie: Neues Jahrestief bestätigt den Abwärtstrend
96% der Schulden sind abgesichert
Während der Kurs weiter fällt, präsentiert sich die Finanzierungsstruktur deutlich weniger dramatisch. S&P bestätigt für Vonovia weiterhin ein BBB+-Rating mit stabilem Ausblick. Besonders wichtig: 96% der Verbindlichkeiten sind festverzinst oder abgesichert, die durchschnittlichen Finanzierungskosten lagen Ende Juni bei lediglich 2,1%. Höhere Marktzinsen treffen den Konzern damit erst schrittweise bei anstehenden Refinanzierungen und nicht unmittelbar mit voller Wucht.
Mein Kollege Vincent Uhr hat diesen Gegensatz gestern in seiner Einordnung zur 96%-Absicherung und der tatsächlichen Zinsgefahr bei Vonovia näher beleuchtet. Risiken bleiben insbesondere beim geplanten Schuldenabbau, denn bis 2028 sollen Immobilien und Beteiligungen im Umfang von rund 4,8 Milliarden € verkauft werden. Gleichzeitig wächst das Vermietungsgeschäft weiter und die Belegungsquote liegt bei rund 98%. Fundamental steht dem schwachen Aktienkurs damit weiterhin ein vergleichsweise robustes Kerngeschäft gegenüber.
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Die Signallage

Quelle Chart: stock3
Das neue Jahrestief bestätigt die Dominanz der Verkäufer. Solange Vonovia unter 19,61 beziehungsweise 20,02 € bleibt, favorisiere ich eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Eine kurze Gegenreaktion ändert daran zunächst wenig. Das blaue Szenario führt den Kurs weiter in Richtung 16,90 €, womit vom aktuellen Niveau nochmals rund -8% Abwärtspotenzial bestehen. Genau dort wartet die nächste markante horizontale Unterstützung.
Für eine nachhaltige Entspannung müsste die Aktie zunächst 19,61 und anschließend 20,02 € zurückerobern. Darüber wartet zusätzlich die seit Monaten fallende Abwärtstrendlinie, sodass erst deren Überwindung einen belastbaren Trendwechsel einleiten würde. In diesem Fall wäre zunächst 21,65 € erreichbar. Solange dieser Befreiungsschlag ausbleibt, bleibt jeder Erholungsversuch aus meiner Sicht zunächst nur eine Gegenbewegung im intakten Abwärtstrend.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert, mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 15,7 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Vonovia-Aktie bestätigt mit dem neuen Jahrestief den bereits zuvor eingeschlagenen Abwärtskurs. Unterhalb von 19,61 und 20,02 € bleibt 16,90 € mein bevorzugtes Ziel. Die fundamental robuste Schuldenstruktur spricht zwar gegen eine akute Krise, liefert bislang aber keinen charttechnischen Wendepunkt. Erst ein Ausbruch über die fallende Abwärtstrendlinie würde das negative Bild ernsthaft verändern.
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