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Villeroy & Boch-Aktie: Eine Dividendenperle mit Kurspotenzial?

Neue Quartalszahlen
Die Villeroy & Boch-Vorzugsaktie befindet sich seit dem Hoch im Februar bei rund 20 € in einem langfristigen Abwärtstrend, der sich seit August nochmals verstärkt hat. Am Mittwoch notiert sie aktuell bei rund 11 €. Damit hat sich der Kurs innerhalb weniger Monate nahezu halbiert. Hier stellt sich die Frage: Bietet das aktuelle Niveau günstige Einstiegskurse und ist die Aktie trotz der schwachen Geschäftsentwicklung eine interessante Dividendenanlage?

Schwache Baukonjunktur und geopolitische Spannungen belasten

Der negative Trend aus dem ersten Halbjahr setzte sich auch im dritten Quartal fort. Die am 27. Oktober veröffentlichten Neunmonatszahlen zeigen deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis.

Der Konzernumsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,1% auf 956,2 Millionen €. Bereinigt um Währungseffekte und den Verkauf der nordeuropäischen Marken Gustavsberg und Vatette betrug der Rückgang allerdings nur 5,2%.

In den einzelnen Geschäftsbereichen entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich. Im Segment Bad & Wellness sank der Umsatz um 14,2% auf 742,4 Millionen €. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Desinvestitionen betrug der Rückgang 7,2%.

Deutlich besser entwickelte sich dagegen das Segment Dining & Lifestyle. Hier stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9% auf 211,5 Millionen €. Insbesondere das E-Commerce-Geschäft entwickelte sich mit einem Plus von 13,3% dynamisch. Aber auch im stationären Handel legte der Umsatz zu.

Die Ertragslage blieb insgesamt unter Druck. Das operative EBIT reduzierte sich auf 40,9 Millionen €, nach 65,1 Millionen € im Vorjahr. Bereinigt um die damaligen Desinvestitionen hatte der Vorjahreswert bei 55,5 Millionen € gelegen.

Unter dem Strich entstand ein Konzernverlust von 12,4 Millionen €, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 8,4 Millionen € erzielt worden war. Belastend wirkten sich dabei auch steuerliche Sondereffekte aus.

Insgesamt sind die Zahlen nicht zufriedenstellend ausgefallen. Allerdings ist das wirtschaftliche Umfeld sowie die geopolitischen Spannungen zu berücksichtigen.

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Angepasste Prognose bestätigt

Bereits im September hatte Villeroy & Boch seine Jahresprognose nach unten angepasst. Mit der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen wurde diese bestätigt.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatzrückgang im höheren einstelligen Prozentbereich. Das operative EBIT soll zwischen 50 und 56 Millionen € liegen. Für operative Investitionen sind rund 40 Millionen € vorgesehen.

Eine wichtige Grundlage für das Schlussquartal ist der Auftragsbestand, der zum 30. September auf 167,4 Millionen € gestiegen ist. Ende 2025 hatte er noch bei 150,4 Millionen € gelegen.

Finanzvorstand Dr. Markus Warncke erklärte:

Angesichts des wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds planen wir weiterhin mit Augenmaß. Mit der zum Quartalsabschluss bestätigten Prognose, einem gestiegenen Auftragsbestand und der soliden Entwicklung in Dining & Lifestyle haben wir jedoch eine gute Grundlage für das Schlussquartal.

Bewertung

Der bisherige Kursrückgang ist angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung nachvollziehbar. Vor allem das Segment Bad & Wellness leidet unter der schwachen Baukonjunktur und den geopolitischen Spannungen. Eine schnelle Erholung ist derzeit nicht abzusehen.

Positiv ist dagegen die Entwicklung bei Dining & Lifestyle. Hier wachsen sowohl der Umsatz als auch der Auftragsbestand. Der Bereich könnte sich damit zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor für den Konzern entwickeln.

Entscheidend wird nun das Schlussquartal. Villeroy & Boch muss zeigen, dass der gestiegene Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz und Ertrag umgesetzt werden kann.  Wichtig wird auch die Prognose für 2027.

Ein wesentlicher Pluspunkt für die Aktie ist die Dividende. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden im Mai 2026 insgesamt 0,85 € je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Bezogen auf den aktuellen Kurs entspricht das einer Rendite von rund 7,7%. Ob die Dividende beibehalten wird, bleibt abzuwarten.

ℹ️ Villeroy & Boch in Kürze

  • Das Keramikunternehmen Villeroy & Boch AG, kurz V & B, (WKN:765723) gehört weltweit zu den Premiummarken. Die Schwerpunkte liegen in den Segmenten Bad & Wellness sowie Dining & Lifestyle.
  • Neben dem Hauptsitz unterhält das Unternehmen weitere Produktionsstätten in Europa. Die Hauptmärkte sind Europa, Asien und der Nahe Osten.
  • Die Übernahme des Konkurrenten Ideal Standard ist abgeschlossen. Mit dieser Übernahme wird das Unternehmen ein führender europäischer Marktführer bei der Badausstattung.
  • An der Börse werden nur Vorzugsaktien gehandelt. Deren Marktbewertung liegt bei etwa 140 Millionen €.

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Fazit

Aus meiner Sicht ist auf dem aktuellen Kursniveau bereits ein erheblicher Teil der negativen Erwartungen eingepreist. Eine Bodenbildung und spätere Kurserholung sind deshalb grundsätzlich möglich. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die operative Entwicklung stabilisiert und die Jahresprognose erreicht wird.

Der größte Pluspunkt der Aktie bleibt die hohe Dividendenrendite. Selbst bei einer angemessenen Kürzung der Dividende könnte sie attraktiv ausfallen. Kurserholung verbunden mit einer attraktiven Dividendenrenditen könnten für einen Einstieg sprechen. Wegen der Unsicherheit sollten vorerst jedoch nur risikobewusste Anleger einsteigen.

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