Die Ära stetig sinkender Zinsen könnte vorerst vorbei sein. Die US-Notenbank hat im September ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben. Es war die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren. Gleichzeitig signalisierte die Fed, dass die Bekämpfung der Inflation wieder stärker in den Mittelpunkt rückt.
An den Anleihemärkten fällt die Reaktion noch deutlicher aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf über 5,10 % und damit auf den höchsten Stand seit rund 19 Jahren. Bei 30-jährigen Treasuries wurden sogar mehr als 5,40 % erreicht.
Für Aktienanleger ist das eine entscheidende Veränderung. Denn während hohe Renditen viele Wachstumsunternehmen belasten, gibt es Geschäftsmodelle, die ausgerechnet mit länger hohen Zinsen deutlich besser zurechtkommen – oder sogar davon profitieren können.
Warum die Anleiherenditen so stark steigen
Hinter der Entwicklung steckt mehr als die Zinspolitik der Fed. Staaten benötigen enorme Summen für Verteidigung, Infrastruktur und Energie. Gleichzeitig verschlingt der Ausbau von KI-Rechenzentren Milliarden. Um diesen Kapitalbedarf zu finanzieren, werden immer mehr Staats- und Unternehmensanleihen ausgegeben.
Das steigende Angebot trifft auf Investoren, die für langfristige Finanzierungen höhere Renditen verlangen. Dadurch könnte es für die Fed schwieriger werden, das langfristige Zinsniveau allein über ihre Geldpolitik zu beeinflussen.
Wenn sichere Staatsanleihen mehr als 5 % Rendite bieten, entsteht zudem starke Konkurrenz für Aktien. Unternehmen mit hohen Schulden müssen gleichzeitig immer teurer refinanzieren.
Diese Aktien könnten zu den Gewinnern gehören
Doch genau diese Entwicklung verschiebt die Kräfteverhältnisse an der Börse. Während hoch verschuldete Unternehmen und teuer bewertete Wachstumsaktien unter Druck geraten können, eröffnen höhere Zinsen anderen Branchen neue Chancen.
Besonders interessant werden in diesem Umfeld Versicherungen. Sie können ihre hohen Kapitalbestände zu attraktiveren Renditen anlegen und dadurch ihre Kapitalerträge steigern. Auch Cash-reiche Industrie- und Infrastrukturkonzerne sind im Vorteil: Sie benötigen weniger teures Fremdkapital und können ihre Liquidität höher verzinst anlegen.
Gleichzeitig rücken substanzstarke Basiskonsumgüterkonzerne in den Fokus. Stabile Nachfrage, verlässliche Cashflows und solide Bilanzen können gerade dann zum Vorteil werden, wenn hohe Zinsen und steigende Finanzierungskosten schwächere Unternehmen zunehmend belasten.
Damit könnte die Zinswende eine neue Gruppe von Börsengewinnern hervorbringen. Entscheidend ist nicht mehr nur, wann die Fed wieder die Zinsen senkt. Viel wichtiger wird die Frage, welche Unternehmen bei dauerhaft hohen Renditen sogar mehr Geld verdienen können.
Und genau hier wird es für Anleger spannend: Einige Unternehmen besitzen Geschäftsmodelle, bei denen das aktuelle Zinsumfeld nicht nur verkraftbar ist, sondern zum echten Ergebnistreiber werden könnte.
Welche drei Aktien besonders stark von der neuen Zinsrealität profitieren könnten, zeigen wir Dir nach der Freischaltung.