Bayer-Aktie: Kann das neuen Schwung bringen?
Frisches Geld
Bayer hat sich neuen finanziellen Spielraum verschafft. Die Leverkusener haben sich zur Wochenmitte frisches Kapital über die Ausgabe von Hybridanleihen im Gesamtwert von 2 Milliarden € beschafft. Laut Unternehmensangaben waren die Tranchen mehrfach überzeichnet — ein gutes Signal des Kapitalmarktes.
Die beiden Tranchen über jeweils 1 Milliarde € haben Kupons von 5,75 bzw. 6,25% und eine Laufzeit von 30 Jahren. Durch die Ausgabe dieser Papiere steigt das Gesamtvolumen an Hybridanleihen bei Bayer auf 6,55 Milliarden €. Bonitätsprüfer erkennen sie zur Hälfte als Eigenkapital an.
Die sehr lange Laufzeit der Anleihen verschafft Bayer eine sehr starke Planbarkeit seiner zukünftigen Zins- und Tilgungsleistungen. Das ist trotz des recht hohen Kupons positiv zu werten.
Und gute Nachrichten aus der Pharmasparte
Zuletzt gab es auch zwei positive Neuigkeiten aus der Pharmasparte. Finerenon bekommt eine neue US-Zulassung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Kerendia (Finerenon) für Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung im Zusammenhang mit Typ-1-Diabetes zugelassen. Bayer bezeichnete dies als erste neue FDA-zugelassene Behandlungsoption für diese Patientengruppe seit mehr als 30 Jahren.
Und auch beim Krebsmedikament Sevabertinib gab es good news aus den USA. Die FDA hat vor wenigen Tagen eine beschleunigte Zulassung als Erstlinienoption bei HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs erteilt.
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Ein Langweilerchart
Das Chartbild der Bayer-Aktie gehört zu den langweiligsten aller DAX-Werte. Seit zwei Monaten klebt der Aktienkurse des Pharma- und Chemiekonzerns an der Marke von 50 €. Ein Überspringen ist in den letzten Wochen nicht gelungen. Die Börse verharrt weiterhin in Lauerstellung und wartet auf entscheidende Nachrichten aus den USA in Sachen Rechtsstreitigkeiten.
Woher den Optimismus nehmen?
Die Kursziele der Bayer-Aktie sind derzeit sehr breit gestreut. Sie reichen von 46 € (Jefferies) bis zu 70 € (Barclays). Während die Bären demnach ein leichtes Downside sehen, glauben die Bullen an ein Upside von über +40%.
Ich kann den Optimismus der Bullen nicht nachvollziehen. Mit einem Forward-KGV von knapp 11 ist in den Kurs der Bayer-Aktie bereits sehr viel Optimismus eingepreist.
Dieser Optimismus ist meiner Ansicht nach aber nicht gerechtfertigt. Bayer ist ein extrem wachstumsschwacher Konzern, der trotz der guten Nachrichten aus dem Pharmabereich nicht wirklich vom Fleck kommt.
Hinzu kommt die immer noch ausstehende Unsicherheit rund um das Thema Glyphosat. Bayer versucht weiterhin, über einen vorgeschlagenen 7,25 Milliarden US$ schweren Vergleich zehntausende Klagen in den USA beizulegen. Ein wichtiger Gerichtstermin in Missouri steht kurz bevor.
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ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 58,50 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Ich sehe aktuell kein weiteres Upside für die Bayer-Aktie. Meiner Einschätzung nach hat die Börse bereits alle positiven Nachrichten aus der Pharmasparte und der Causa Glyphosat in den Kurs eingepreist. Anders lässt sich die hohe Bewertung des DAX-Wertes auch gar nicht erklären. Anleger können hier meiner Meinung nach nicht mehr mit stärkeren Kurssteigerungen rechnen.