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Strategy-Aktie: Die Bitcoin-Wette wird immer teurer!

Werte vs. steigende Preise
Vincent Uhr
Die Strategy-Aktie legte am Donnerstag zeitweise +15% zu und reagierte damit erneut deutlich stärker als der Bitcoin. Doch der vermeintlich attraktive Hebel besitzt eine zunehmend problematische Kehrseite: Strategy kauft die Kryptowährung nicht aus selbst erwirtschafteten Überschüssen, sondern finanziert sich über neue Stammaktien, hoch verzinste Vorzugsaktien und Wandelanleihen. Damit wächst neben dem Bitcoin-Bestand auch der Anspruch anderer Kapitalgeber – zulasten der Stammaktionäre.

Der jüngste Kauf zeigt das Problem

Strategy erwarb zuletzt 4.603 Bitcoin für rund 370 Millionen US$ zu einem Durchschnittspreis von 80.318 US$. Finanziert wurde der Kauf allerdings durch den Verkauf neuer Stammaktien im Wert von etwa 603 Millionen US$.

Das Unternehmen besitzt damit 845.050 Bitcoin, für die insgesamt 63,73 Milliarden US$ beziehungsweise durchschnittlich 75.412 US$ je Coin gezahlt wurden. Der Bestand ist beeindruckend, doch die Zahl allein sagt immer weniger darüber aus, was davon wirtschaftlich auf eine einzelne Strategy-Aktie entfällt.

Allein bis Ende Juli hatte der Konzern im laufenden Jahr 17,06 Milliarden US$ über seine verschiedenen Kapitalmarktprogramme aufgenommen. Neue Stammaktien erhöhen die Anzahl der Anteilsscheine. Gleichzeitig stehen Wandelanleihen und Vorzugsaktien in der Kapitalstruktur vor den Stammaktionären.

Strategy selbst weist darauf hin, dass die viel beachtete Kennzahl „Bitcoin je Aktie“ weder Schulden noch die vorrangigen Ansprüche der Vorzugsaktionäre vollständig berücksichtigt. Eine steigende Bitcoin-Menge je verwässerter Aktie bedeutet deshalb nicht automatisch, dass auch der wirtschaftliche Wert der Stammaktie wächst.

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Aus billigem Hebel werden teure Verpflichtungen

Strategy hat seine Wandelanleihen zwar zuletzt von 8,21 auf 6,71 Milliarden US$ reduziert. Gleichzeitig belief sich das ausstehende Vorzugskapital bereits Ende Mai auf 15,5 Milliarden US$. Besonders kostspielig ist die variable Vorzugsaktie STRC, deren jährlicher Dividendensatz inzwischen bei 12% liegt.

Im zweiten Quartal musste Strategy 400,7 Millionen US$ an Dividenden für seine Vorzugsaktien berücksichtigen. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 49,1 Millionen US$. Insgesamt wurden bis Ende Juli bereits 1,06 Milliarden US$ ausgeschüttet.

Das eigentliche Softwaregeschäft kann diese Beträge nicht annähernd finanzieren. Im zweiten Quartal erzielte der gesamte Konzern lediglich 122,4 Millionen US$ Umsatz außerhalb der Wertveränderungen des Bitcoin-Bestands. Strategy ist daher darauf angewiesen, fortlaufend Aktien auszugeben, neues Vorzugskapital einzuwerben oder Bitcoin zu verkaufen.

Genau das geschah bereits: Im laufenden Jahr veräußerte der Konzern Bitcoin im Wert von rund 218 Millionen US$, um einen Teil der Vorzugsdividenden zu finanzieren.

Die Sicherheitsreserve löst das Grundproblem nicht

Strategy hat mittlerweile 5,1 Milliarden US$ als Reserve für Dividenden und Zinszahlungen zurückgelegt. Das reduziert das kurzfristige Liquiditätsrisiko erheblich. Trotzdem stammt auch dieses Geld nicht aus einem hochprofitablen operativen Geschäft, sondern letztlich aus Kapitalaufnahmen und Bitcoin-Verkäufen.

Solange Bitcoin steigt und Investoren bereitwillig neue Strategy-Papiere kaufen, kann die Konstruktion funktionieren. Dann lässt sich frisches Kapital beschaffen, der Bitcoin-Bestand wächst und die Stammaktie reagiert häufig überproportional.

Bei einem längeren Kursrückgang könnte sich der Mechanismus jedoch umkehren. Der Wert der wichtigsten Vermögensposition sinkt, während Dividenden und Zinsen weitergezahlt werden müssen. Gleichzeitig würde die Ausgabe neuer Aktien zu niedrigen Kursen die bestehenden Aktionäre stärker verwässern. Versiegt der Zugang zum Kapitalmarkt, müssten möglicherweise weitere Bitcoin verkauft werden.

ℹ️ Strategy in Kürze

  • Strategy (WKN: 722713) ist ein US-Unternehmen mit operativem Fokus auf den Vertrieb von KI-getriebener Analysesoftware.
  • Bekannt ist das Unternehmen aber vor allem als Bitcoin-Holding. Laut aktuellen Daten hält das Unternehmen etwa 717.000 BTC und damit rund 3,4% aller erzeugten Bitcoins.
  • Neben der Hauptbörse Nasdaq kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 32,7 Milliarden US$.

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Vincent Uhr

Fazit

Bitcoin ist meiner Meinung nach bereits eine sehr spekulative Anlage. Die Strategy-Aktie ergänzt dieses Risiko um Verschuldung, teures Vorzugskapital, Verwässerung und die Entscheidungen des Managements. Dadurch kann sie bei steigenden Bitcoin-Kursen erheblich stärker zulegen – in der Gegenrichtung funktioniert der Hebel aber genauso. Angesichts der wachsenden laufenden Verpflichtungen ist mir dieses Risiko zu groß. Trotz der jüngsten Erholung ist die Strategy-Aktie für mich kein Kauf.