Siemens-Aktie: Sind Kurse über 300 € realistisch?
Erneuter Konzernumbau beginnt
Bei Siemens gehört ein konsequenter Konzernumbau seit Jahren zum Erfolgsmodell.
Das Unternehmen hat sich in der Vergangenheit immer wieder von Geschäftsbereichen getrennt, die nicht mehr zum strategischen Kern passten, und gleichzeitig neue Wachstumsfelder erschlossen. Beispiele hierfür sind Infineon, Siemens Energy und Siemens Healthineers.
Ab dem 1. Oktober soll nun die nächste Phase beginnen. Die neue Strategie trägt den Namen „One Tech Company“.
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Ziele der „One Tech Company“-Strategie
Mit der neuen Strategie will Siemens den Konzern technologisch und organisatorisch neu ausrichten.
Im Mittelpunkt steht der Wandel vom klassischen Industriekonzern hin zu einem integrierten Software- und Technologieanbieter für die Fabrik der Zukunft. Eine zentrale Rolle spielt dabei das industrielle Metaverse.
Besonders dynamisch soll sich das margenstarke Digitalgeschäft entwickeln. Der Umsatz in diesem Bereich soll sich bis 2030 verdoppeln. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 15%.
Auf Konzernebene soll sich gleichzeitig die Profitabilität weiter verbessern. Der Gewinn je Aktie soll langfristig im hohen einstelligen Prozentbereich pro Jahr wachsen.
Organisatorischer Umbau
Der Wandel betrifft nicht nur die Geschäftsfelder, sondern auch die interne Organisation.
Vor allem die Managementstrukturen sollen deutlich schlanker und flexibler werden. Zahlreiche Führungsebenen könnten wegfallen beziehungsweise neu geordnet werden. Ein umfassender Personalabbau ist dagegen nicht vorgesehen.
Damit will Siemens schneller auf technologische Veränderungen reagieren und Entscheidungswege verkürzen.
Gewinnprognose angehoben
Für zusätzlichen Rückenwind sorgt die operative Entwicklung.
Das dritte Quartal fiel besonders stark aus. Der Gewinn nach Steuern stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16% auf 2,58 Milliarden €. Auch das vierte Quartal dürfte von der positiven Entwicklung profitieren.
Entsprechend wurde die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Gewinn je Aktie soll nun bei 11,20 bis 11,50 € liegen. Zuvor hatte Siemens lediglich 10,70 bis 11,10 € erwartet.
Bewertung
Siemens hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass ein strategischer Wandel nicht nur zu einem neuen Geschäftsmodell, sondern auch zu einer höheren Rentabilität führen kann.
Genau daran knüpft die neue „One Tech Company“-Strategie an. Das margenstarke Software- und Digitalgeschäft soll deutlich schneller wachsen als der Konzern insgesamt. Gleichzeitig soll die operative Profitabilität weiter steigen.
Sollten diese Ziele erreicht werden, dürfte sich dies auch positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken. Eine steigende Ertragskraft schafft wiederum Spielraum für höhere Dividenden.
Zusätzliche Liquidität könnte durch den weiteren Abbau der Beteiligung an Siemens Healthineers entstehen. Auch ein weiterer Rückzug aus der Beteiligung an Siemens Energy ist langfristig nicht auszuschließen. Damit verfügt Siemens neben dem operativen Wachstum auch über strategische Optionen auf der Kapitalseite.
ℹ️ Siemens SE in Kürze
- Die Siemens AG (WKN: 723610) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist weltweit schwerpunktmäßig in den Bereichen Mobilität, Industrie und Digitalisierung tätig.
- Neben dem Hauptsitz in München unterhält der Konzern Niederlassungen weltweit.
- Siemens ist der größte Anteilseigner bei den ausgelagerten Töchtern Siemens Energy und Siemens Healthineers. Siemens Energy dient nur noch als Finanzanlage.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, die Marktkapitalisierung liegt bei 211,5 Milliarden €.
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Fazit
Kursschwankungen wie zuletzt sind auf dem aktuellen Kursniveau nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist die mittelfristige Kursperspektive.
Hier bin ich weiterhin zuversichtlich. Aus meiner Sicht sind neue Höchstkurse und auch ein Anstieg über die Marke von 300 € realistisch.
Siemens gehört im industriellen Technologiebereich zu den führenden Unternehmen weltweit. Gelingt es dem Konzern, das Digitalgeschäft wie geplant auszubauen und gleichzeitig die Profitabilität weiter zu steigern, ist das die Bais für steigende Kurse.
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