Schaeffler-Aktie: Ist Robotik die große Chance?
Profitabilität verbessert sich
Schaeffler erzielte im zweiten Quartal ein bereinigtes EBIT von 264 Millionen € und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 4,5 % und blieb trotz des schwierigen Marktumfelds stabil. Das zeigt, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen sowie die breitere Aufstellung des Konzerns zunehmend Wirkung zeigen.
Der Umsatz entwickelte sich dagegen nur verhalten. Vor allem die schwache Nachfrage in Europa sowie der anhaltende Preisdruck in China belasten weiterhin das klassische Automobilgeschäft. Positiv entwickelte sich dagegen das Industriegeschäft, das einen Teil dieser Belastungen ausgleichen konnte.
Sparprogramm wird ausgeweitet
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie bleibt die Senkung der Kosten. Schaeffler erweitert deshalb das Altersteilzeitprogramm in Deutschland. Rund 1.300 Mitarbeiter sollen das Angebot nutzen. Dafür fällt 2026 zwar eine einmalige Belastung von rund 51 Millionen € an, ab 2027 erwartet das Unternehmen jedoch spürbare Einsparungen.
Das Management betont, dass diese Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte langfristig stärken sollen. Gleichzeitig soll die Integration von Vitesco weitere Synergien und Kostenvorteile bringen.
Robotik bleibt eines der spannendsten Themen
Große Hoffnungen setzt Schaeffler weiterhin auf neue Wachstumsfelder. Besonders im Bereich humanoide Robotik sieht das Unternehmen erhebliches Potenzial. Schaeffler entwickelt dafür unter anderem Präzisionslager, Getriebe, Sensoren und weitere Schlüsselkomponenten, die künftig in humanoiden Robotern eingesetzt werden sollen. Nach Angaben des Unternehmens bestehen bereits Kooperationen mit mehreren großen Herstellern, außerdem wächst der Auftragsbestand kontinuierlich.
Auch der Verteidigungsbereich gewinnt an Bedeutung. Das Unternehmen sieht hier zusätzliche Wachstumschancen, da viele der bestehenden Technologien ebenfalls in militärischen Anwendungen eingesetzt werden können. Beide Bereiche sollen mittelfristig einen immer größeren Beitrag zum Umsatz leisten und die Abhängigkeit vom klassischen Automobilgeschäft verringern.
Ausblick bestätigt
An der Prognose für das Gesamtjahr hält Schaeffler fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 22,5 und 24,5 Milliarden €, eine bereinigte EBIT-Marge von 3,5 bis 5,5 % sowie einen Free Cashflow vor M&A-Aktivitäten von 100 bis 300 Millionen €. Das Management sieht sich trotz der schwierigen Automobilkonjunktur auf Kurs und verweist auf die breitere Aufstellung des Konzerns.
Schaeffler-Aktie reagiert positiv
Die Schaeffler-Aktie reagiert positiv auf die Zahlen und legt zeitweise rund +3% zu. Mit einem Kurs von etwa 7,74 € nähert sie sich wieder dem Widerstandsbereich um 8,50 €. Dort liegt zugleich der Point of Control aus dem Volume Profile, also die Preiszone mit dem höchsten Handelsvolumen im betrachteten Zeitraum.
Ein Sprung über 8,50 € wäre deshalb ein wichtiger Schritt. Gelingt der Ausbruch, könnte die Aktie anschließend den Bereich um 9,10 € anlaufen. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 7,00 € die wichtigste Unterstützung. Solange sie hält, bleibt die Erholung vom jüngsten Rücksetzer bestehen.

Schaeffler-Aktie
ℹ️ Schaeffler in Kürze
- Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobil- und Industriebranche. Der Schwerpunkt dabei liegt bei Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen. Der Konzern befindet sich in einer Umbauphase hin zur Elektromobilität.
- Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenaurach, daneben ist der Konzern weltweit aufgestellt.
- Die Übernahme und Verschmelzung der Vitesco AG wurde Ende September abgeschlossen.
- Das Unternehmen ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit etwa 7,13 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die Quartalszahlen liefern keine große Überraschung, zeigen aber eine stabile Entwicklung in einem schwierigen Marktumfeld. Vor allem die bestätigte Jahresprognose dürfte Anlegern Sicherheit geben. Zudem richtet sich der Blick immer stärker auf Robotik, Verteidigung und weitere Zukunftsmärkte. Gelingt es Schaeffler, diese Bereiche in den kommenden Jahren erfolgreich auszubauen, könnte das Unternehmen unabhängiger vom schwächelnden Automobilgeschäft werden.