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Quelle: ChatGPT

SAP-Aktie: Sorgt die KI-Strategie für weiter steigende Kurse?

Neues Geschäftsfeld
Die SAP-Aktie konnte das Tief im Juli bei etwa 128 € nachhaltig verlassen und notiert am Donnerstag aktuell bei 183,80 €. Damit summiert sich der Anstieg auf rund +43%. Dennoch liegt die Aktie weiterhin unter dem Kurs zum Jahresanfang. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Kann sich die Erholung weiter fortsetzen?

KI-Strategie nimmt Fahrt auf

Nachdem SAP in den vergangenen Jahren die Transformation vom klassischen Softwareanbieter zum Cloud-Konzern vorangetrieben hat, rückt nun zunehmend Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt der Strategie.

KI dürfte die Unternehmenswelt in den kommenden Jahren erheblich verändern. SAP will dabei eine zentrale Rolle spielen, verfolgt jedoch einen eigenen Ansatz.

Der Konzern konzentriert sich nicht primär darauf, ein weiteres allgemeines KI-Modell zu entwickeln. Stattdessen sollen KI-Funktionen und spezialisierte KI-Agenten direkt in die Geschäftsprozesse der Kunden integriert werden.

Hierzu wurde unter anderem der KI-Assistent Joule entwickelt. Er soll sich von einem klassischen Chatbot zu einer Art digitalem Mitarbeiter entwickeln. Joule kann Informationen bereitstellen und zunehmend auch Aufgaben und Geschäftsprozesse innerhalb der SAP-Systeme unterstützen.

SAP hat inzwischen mehr als 50 domänenspezifische Joule-Assistenten und mehr als 200 spezialisierte KI-Agenten angekündigt. Diese sollen unter anderem in den Bereichen Finanzen, Beschaffung, Personal, Lieferketten und Customer Experience eingesetzt werden.

Im Zentrum steht dabei die Vision des „Autonomous Enterprise“. Geschäftsprozesse sollen künftig zunehmend automatisiert und durch miteinander interagierende KI-Agenten unterstützt werden.

SAP-Chef Christian Klein sieht darin eine besonders große Wachstumschance für den Konzern.

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Wettbewerbsvorteil durch Unternehmensdaten

Daten sind eine entscheidende Voraussetzung für leistungsfähige KI-Anwendungen. SAP verfügt hier über einen strukturellen Vorteil: Die Software des Konzerns bildet bei zahlreichen Unternehmen zentrale Geschäftsprozesse ab.

Dazu gehören beispielsweise Finanzwesen, Einkauf, Personal, Produktion und Lieferketten. Die dabei entstehenden Daten können künftig stärker für KI-Anwendungen genutzt werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die SAP Business Data Cloud. Sie soll Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und für Analysen und KI-Anwendungen nutzbar machen. Dabei können auch Daten aus Nicht-SAP-Systemen eingebunden werden.

Genau diese Verbindung aus Unternehmenssoftware, Daten und KI könnte für SAP langfristig interessant werden.

Allgemeine KI-Modell können zwar Texte erstellen oder Fragen beantworten. Für einen Konzern ist es jedoch wesentlich wertvoller, wenn eine KI beispielsweise auf aktuelle Finanzdaten zugreifen, eine Lieferkette analysieren oder einen Geschäftsprozess innerhalb der Unternehmenssoftware anstoßen kann.

Milliardeninvestitionen in die KI-Infrastruktur

SAP beschränkt sich bei seiner KI-Strategie nicht auf die Weiterentwicklung der bestehenden Software.

Auch Übernahmen spielen eine wichtige Rolle. Die Übernahme von Dremio stärkt die Dateninfrastruktur des Konzerns. Mit der geplanten Übernahme von Prior Labs soll zudem die Kompetenz im Bereich KI für strukturierte Daten ausgebaut werden.

Damit versucht SAP, ein möglichst umfassendes Ökosystem aus Unternehmenssoftware, Datenplattform und KI aufzubauen.

Für den Konzern bedeutet das zunächst allerdings auch höhere Investitionen. Die Integration neuer Technologien und Unternehmen kostet Geld und kann kurzfristig auf die Margen drücken.

Langfristig besteht dagegen die Chance, dass KI zusätzliche Umsätze generiert und gleichzeitig die Kundenbindung innerhalb des SAP-Ökosystems weiter erhöht.

Bewertung

Die KI-Strategie könnte für SAP zu einem wichtigen Wachstumstreiber der kommenden Jahre werden. Entscheidend ist allerdings nicht die Anzahl der angekündigten KI-Agenten, sondern deren wirtschaftlicher Nutzen.

Wenn Kunden durch SAP-KI tatsächlich Kosten sparen, Prozesse automatisieren und schneller Entscheidungen treffen können, dürfte die Bereitschaft steigen, zusätzliche KI- und Cloud-Funktionen zu buchen.

Gleichzeitig könnte die KI den Wechsel bestehender Kunden auf moderne Cloud-Systeme beschleunigen. Damit würde SAP gleich mehrfach profitieren: durch die Cloud-Migration, zusätzliche KI-Umsätze und eine stärkere Bindung der Kunden an das eigene Ökosystem.

Auch der starke Kursanstieg seit dem Juli-Tief sollte nicht ausschließlich auf die KI-Strategie zurückgeführt werden. Für die weitere Kursentwicklung werden insbesondere Umsatz- und Gewinnwachstum, der Cloud-Auftragsbestand, die Margenentwicklung und die tatsächliche Monetarisierung der KI-Angebote entscheidend sein.

ℹ️ SAP in Kürze

  • Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
  • Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
  • Die Aktie des Unternehmens ist im DAX gelistet und wird an der Börse aktuell mit rund 212 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die SAP-Aktie hat sich seit dem Juli-Tief bereits deutlich erholt. Die langfristige KI-Strategie bietet dem Konzern gleichzeitig eine weitere Wachstumsperspektive. Besonders interessant ist die Kombination aus Unternehmenssoftware, eigenen Geschäftsdaten, Cloud-Infrastruktur und KI-Agenten.

Kurzfristig bleiben die kommenden Quartalszahlen für den Aktienkurs entscheidend. Zeigt sich dort weiterhin ein starkes Cloud-Wachstum bei gleichzeitig stabiler Profitabilität, könnte dies die Erholung der Aktie weiter unterstützen.

Aus meiner Sicht besitzt SAP deshalb trotz des bisherigen Kursanstiegs mittelfristig weiteres Potenzial. Ein erstes Kursziel sehe ich bei 200 €.

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