Sandisk-Aktie zieht an – heute kommen gleich zwei Treiber zusammen
Sandisk-Aktie profitiert von den Nvidia-Zahlen
Nach den Nvidia-Zahlen gestern Abend waren Speicher-Aktien direkt mit gefragt. Sandisk legte bereits nachbörslich rund +3,7% zu, Micron kam auf ein ähnliches Plus. Heute setzt sich die starke Bewegung bei Sandisk fort.
Der Zusammenhang ist relativ einfach. Nvidia verkauft zwar GPUs und keine NAND-Speicher, mit immer größeren KI-Rechenzentren steigt aber auch der Bedarf an Speicher. Modelle werden größer, immer mehr Daten müssen schnell verfügbar sein und vor allem beim sogenannten AI Inference wird Flash-Speicher zunehmend wichtiger.
Nvidia machte gestern deutlich, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur noch lange nicht vorbei sein dürften. Für Sandisk sind solche Aussagen natürlich interessant, denn auf diese Entwicklung richtet das Unternehmen mittlerweile einen immer größeren Teil seines Geschäfts aus.
Wie schnell das schon geht, haben die letzten Sandisk-Zahlen gezeigt. Der Umsatz im Datacenter-Geschäft hat sich innerhalb nur eines Quartals mehr als verdoppelt und lag zuletzt bei knapp 3 Milliarden US$. Im gesamten Geschäftsjahr ist der Datacenter-Umsatz sogar um mehr als 400% gestiegen.
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Sandisk und Kioxia investieren mehr als 30 Milliarden US$
Heute kam dann direkt die nächste Meldung dazu. Sandisk und Kioxia wollen gemeinsam mehr als 5 Billionen Yen beziehungsweise rund 31 Milliarden US$ in Japan investieren. Das Geld soll bis 2032 in neue Technologien und zusätzliche Produktionskapazitäten fließen.
Und auch hier spielt KI eine ziemlich große Rolle. Die beiden Unternehmen rechnen damit, dass der weltweite Bedarf an Speicherchips weiter kräftig wächst und wollen entsprechend früh genügend Kapazitäten aufbauen.
Sandisk und Kioxia arbeiten ohnehin schon seit vielen Jahren bei der NAND-Produktion zusammen. Mit der neuen Investition wird diese Zusammenarbeit nun nochmal in einer ganz anderen Größenordnung fortgesetzt. Voraussetzung für Teile des Plans ist allerdings auch Unterstützung durch die japanische Regierung. Erst vor zwei Wochen hat das Unternehmen auf seinem Investor Day erklärt, wie groß man den Markt rund um KI-Speicher mittlerweile einschätzt.
Fast 94 Milliarden US$ sind bereits vertraglich abgesichert
Sandisk setzt immer stärker auf langfristige Verträge mit großen Kunden. Statt Speicher hauptsächlich über kurzfristige Vereinbarungen zu verkaufen und damit stark von den aktuellen NAND-Preisen abhängig zu sein, werden Volumen und Preise über mehrere Jahre abgesichert.
Mittlerweile hat Sandisk solche Vereinbarungen im Gesamtwert von 93,9 Milliarden US$ abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2027 soll bereits rund die Hälfte der produzierten Bits über diese Verträge verkauft werden, ein Jahr später sollen es ungefähr zwei Drittel sein. Das ist für Sandisk ziemlich wichtig. Der NAND-Markt war in der Vergangenheit extrem zyklisch. Steigt das Angebot zu stark, können die Preise schnell einbrechen und damit auch die Margen der Hersteller.
Langfristige Verträge nehmen einen Teil dieses Risikos raus und machen gleichzeitig besser planbar, wie viel Kapazität überhaupt benötigt wird. Deshalb ist auch das riesige Investitionsprogramm mit Kioxia nicht einfach nur eine Wette darauf, dass irgendwie mehr Speicher gebraucht wird.
Sandisk hat für die nächsten Jahre ziemlich hohe Ziele
Auf dem Investor Day Mitte August hat Sandisk auch gezeigt, wo das Unternehmen langfristig hinmöchte. Zwischen den Geschäftsjahren 2028 und 2030 soll der Umsatz jährlich im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich wachsen.
Sandisk peilt langfristig eine bereinigte Bruttomarge von rund 80% und eine operative Marge von ungefähr 75% an. Überschüssiges Kapital, das nach den notwendigen Investitionen übrig bleibt, möchte das Unternehmen vollständig an die Aktionäre zurückgeben.
ℹ️ Sandisk Corporation in Kürze
- SanDisk (WKN: A411ZM) mit Sitz in Milpitas im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit führender Hersteller von Speichermedien, die auf der NAND-Flash-Technologie basieren.
- Das 1988 gegründete Unternehmen wurde 2016 von Western Digital übernommen und 2025 erneut als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abgespalten.
- Bekannt ist SanDisk vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs).
- Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf spezialisierte Hochleistungs-SSDs, die für das Training von KI-Modellen in Rechenzentren benötigt werden.
- SanDisk ist seit November 2025 Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 219,5 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Nvidia zeigt, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur weiter hoch bleiben, das Datacenter-Geschäft von Sandisk wächst kräftig und gemeinsam mit Kioxia sollen nun mehr als 30 Milliarden US$ in zusätzliche Kapazitäten und neue Technologien fließen. Mit fast 94 Milliarden US$ an langfristigen Kundenverträgen hat Sandisk gleichzeitig schon einen großen Teil der zukünftigen Nachfrage abgesichert. Nach dem enormen Kursanstieg ist in der Aktie natürlich auch einiges an Erwartungen drin. Operativ liefert das Unternehmen momentan aber durchaus Argumente dafür, warum Anleger bei Sandisk weiterhin auf den KI- und Speicherboom setzen.