Rheinmetall-Aktie: Ist die große Korrektur jetzt vorbei?
Geschäft läuft – aber ein Rückschlag belastet
Fundamental bleibt die große Geschichte hinter Rheinmetall intakt. Europas Verteidigungsausgaben steigen weiter und der Konzern sitzt auf einem hohen Auftragsbestand. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um fast 70% zu. Zuletzt gab es allerdings einen Dämpfer. Nach dem Aus des deutschen F126-Fregattenprogramms hat Rheinmetall seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Statt 14,0 bis 14,5 Milliarden € rechnet der Konzern jetzt mit 13,7 bis 14,2 Milliarden €. Allein im Marinegeschäft fehlen dadurch rund 300 Millionen € Umsatz.
An der grundsätzlichen Strategie ändert das erstmal wenig. Rheinmetall hält am Ziel fest, den Umsatz im Marinegeschäft bis 2030 auf 5 Milliarden € pro Jahr auszubauen. Gleichzeitig sieht das Unternehmen beispielsweise beim Boxer-Radpanzer mögliche Aufträge von insgesamt mehr als 14 Milliarden €.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Analysten sehen weiterhin deutlich höhere Kurse
Auch bei den Analysten ist die Stimmung trotz des Rücksetzers überwiegend positiv. Die Kursziele gehen zwar inzwischen deutlich auseinander, liegen teilweise aber weit über dem aktuellen Kurs. Goldman Sachs sieht Rheinmetall beispielsweise weiterhin bei 2.300 €. Deutsche Bank liegt bei 1.800 €, während JPMorgan nach einer deutlichen Senkung nur noch 1.350 € erwartet.
Der Analystenkonsens liegt je nach Datensatz aktuell bei rund 1.700 €. Vom derzeitigen Kurs wäre damit noch deutlich Luft nach oben. Das zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Lage gerade bewertet wird. Während einige Häuser weiter voll auf den europäischen Rüstungsboom setzen, sind andere nach der starken Rally der vergangenen Jahre vorsichtiger geworden.
Rheinmetall stabilisiert sich
Im Chart sieht es zumindest wieder etwas besser aus. Nach dem Absturz bis in den Bereich um 940 € konnte sich die Rheinmetall-Aktie deutlich erholen und notiert inzwischen wieder bei rund 1.175 €. Hier wird es jetzt aber schwieriger. Rund um 1.175 bis 1.200 € liegt ein größerer Widerstandsbereich. Gleichzeitig wurde in diesem Bereich zuletzt viel gehandelt. Ein schneller Durchmarsch dürfte deshalb nicht ganz einfach werden.
Schafft Rheinmetall den Sprung darüber, wäre als Nächstes der Bereich um 1.240 € dran. Kommen dort weiter Käufer rein, könnte sich die Erholung noch ein gutes Stück fortsetzen. Wird die Aktie dagegen wieder nach unten gedrückt, bleibt die Zone um 940 bis 950 € die wichtige Absicherung. Dort hatte Rheinmetall zuletzt klar Halt gefunden und von dort aus wieder nach oben gedreht.

Rheinmetall-Aktie
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 53,3 Milliarden €.
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Fazit
Rheinmetall hat sich nach dem starken Rücksetzer erstmal gefangen. Fundamental bleibt der Rüstungsboom ein starker Treiber und auch viele Analysten sehen deutlich höhere Kurse. Im Chart muss die Aktie jetzt aber zeigen, ob sie endlich über den hartnäckigen Widerstand um 1.200 € kommt.