Quelle: ChatGPT

Nvidia-Aktie: Bekommt der KI-Boom jetzt erste Risse?

KI-Euphorie wird gebremst
Bei Nvidia trifft die neue KI-Debatte natürlich mitten ins Herz der bisherigen Story. Mehrere führende Köpfe der Branche fordern plötzlich mehr Vorsicht beim Tempo der Entwicklung und davon lebt Nvidias Geschäft seit Jahren. Die Aktie kommt vorbörslich bereits unter Druck. Ganz so einfach ist die Sache aber trotzdem nicht.

Die KI-Angst trifft Nvidia an einer empfindlichen Stelle

Der Auslöser kommt diesmal direkt aus der Branche selbst. Anthropic-Chef Dario Amodei fordert mehr Sicherheitsregeln und ein langsameres Tempo bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer KI-Modelle. Auch Sam Altman und Elon Musk haben sich zuletzt deutlich vorsichtiger geäußert. Am Montagmorgen reicht das schon aus, um den gesamten KI-Komplex unter Druck zu setzen. Nvidia verliert vorbörslich mehr als -2%, während auch andere Chipwerte deutlich schwächer starten.

Für Nvidia ist diese Diskussion natürlich unangenehmer als für viele Software-Unternehmen. Wenn KI-Labore beim Training neuer Frontier-Modelle wirklich etwas vom Gas gehen, könnte ein Teil der extremen Nachfrage nach immer mehr Rechenleistung kurzfristig schwächer ausfallen. Diese gigantischen Trainingscluster haben in den vergangenen Jahren einen großen Teil des Booms bei Nvidia ausgelöst.

Man sollte daraus aber auch nicht direkt ableiten, dass die Nachfrage nach GPUs plötzlich einbricht. Selbst wenn beim Training neuer Modelle etwas weniger Tempo drin wäre, müsste die bereits vorhandene KI viel breiter ausgerollt werden. Reuters Breakingviews sieht darin sogar einen möglichen Wechsel von Entwicklung hin zu mehr Nutzung und Deployment. Rechenzentren werden dafür trotzdem gebraucht.

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Jensen Huang sieht das Ganze ziemlich anders

Nvidia-Chef Jensen Huang hält von der aktuellen Angst offensichtlich nicht allzu viel. Bei einer Goldman-Sachs-Konferenz spielte er die Warnungen zuletzt deutlich herunter und verwies darauf, dass Cybersecurity gerade durch immer stärkere KI selbst zum nächsten riesigen Anwendungsfeld werden könnte. Nvidia arbeitet dort bereits mit Unternehmen wie CrowdStrike, Cisco und Palantir zusammen.

Das passt auch gut zur langfristigen Nvidia-Story. Der Konzern verdient inzwischen längst nicht mehr nur daran, dass ein paar große KI-Labore neue Modelle trainieren. Hyperscaler, Unternehmen, Staaten und sogenannte Neocloud-Anbieter bauen ihre Infrastruktur ebenfalls weiter aus.

Die letzten Zahlen zeigen ziemlich deutlich, wie groß diese Nachfrage noch ist. Im zweiten Geschäftsquartal setzte Nvidia 96,2 Milliarden US$ um, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Allein das Rechenzentrumsgeschäft kam auf 89 Milliarden US$ und wuchs um 117%. Für das laufende Quartal peilt Nvidia bereits rund 108 Milliarden US$ Umsatz an. Der Konzern rechnet sogar damit, dass das Angebot bis mindestens Ende des Geschäftsjahres 2028 knapp bleibt.

ℹ️ Nvidia Corporation in Kürze

  • Die Nvidia Corporation (WKN: A1K023) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
  • Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
  • Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und ist aktuell mit rund 5,26 Billionen US$ das wertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Die neue KI-Debatte ist für Nvidia erstmal unangenehm, weil der Konzern stark davon lebt, dass weiter massiv in Rechenleistung investiert wird. Bisher gibt es aber noch keine Anzeichen dafür, dass dieser Ausbau wirklich abreißt. Und selbst wenn bei den ganz großen Modellen irgendwann etwas weniger Tempo drin ist, bleibt KI in immer mehr Anwendungen, Unternehmen und Rechenzentren ein großes Thema.