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McDonald’s-Aktie +6,5%: 10,4 Milliarden US$ Miete – jetzt kaufen?

Geschäftsmodell im Blick
Vincent Uhr
Die McDonald’s-Aktie hat am Mittwoch einen beeindruckenden Kurssprung hingelegt. Um +6,5% ging es auf 280,22 US$ nach oben. Der Fast-Food-Konzern überraschte mit einem Gewinnwachstum von +10%, obwohl die Umsätze in den amerikanischen Restaurants weiterhin unter Druck stehen. Dabei wird häufig unterschätzt, wie McDonald’s tatsächlich Geld verdient. Allein 2025 kassierte der Konzern rund 10,4 Milliarden US$ an Mieteinnahmen von seinen Franchisenehmern. Ist dieses Geschäftsmodell bei einem erwarteten KGV von rund 20 für 2027 attraktiv bewertet?

10% mehr Gewinn trotz schwacher US-Nachfrage

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild. McDonald’s steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal lediglich um +1% auf 7,16 Milliarden US$. Die weltweiten vergleichbaren Restaurantumsätze wuchsen um +1,5%.

In den USA gingen sie dagegen um -0,2% zurück. Zwar stiegen die durchschnittlichen Ausgaben je Bestellung, allerdings besuchten weniger Gäste die Restaurants.

Trotzdem legte der operative Gewinn um +7% auf 3,6 Milliarden US$ zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar um +11% auf 3,57 US$ und übertraf damit die Analystenerwartungen.

Wie schafft McDonald’s das bei einer derart verhaltenen Umsatzentwicklung? Ein wesentlicher Teil der Antwort steckt im Geschäftsmodell.

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McDonald’s ist eigentlich ein Immobilienkonzern

Rund 95% der weltweit mehr als 45.000 McDonald’s-Restaurants werden von Franchisenehmern betrieben. Die eigentliche wirtschaftliche Besonderheit liegt allerdings darin, dass der Konzern bei klassischen Franchiseverträgen häufig auch Eigentümer oder Hauptmieter der Immobilien ist.

Die Franchisenehmer betreiben die Restaurants auf eigenes wirtschaftliches Risiko. McDonald’s erhält dafür Franchisegebühren und Mieten. Diese sind teilweise an die Umsätze der einzelnen Restaurants gekoppelt, wobei vertraglich vereinbarte Mindestmieten zusätzliche Sicherheit schaffen.

2025 erzielte der Konzern auf diese Weise rund 10,4 Milliarden US$ Mieteinnahmen und weitere 6 Milliarden US$ aus Lizenzgebühren. Die Mieten machten damit rund 63% der gesamten Franchiseeinnahmen aus.

Das erscheint mir ausgesprochen attraktiv. McDonald’s muss nicht selbst jeden Burger verkaufen, um am Erfolg seiner Restaurants zu verdienen. Gleichzeitig trägt der Franchisenehmer einen erheblichen Teil der laufenden Betriebskosten.

Warum die Mieten langfristig steigen können

Hier zeigt sich für mich ein enormer Wettbewerbsvorteil. Wer ein erfolgreiches McDonald’s-Restaurant betreibt, profitiert von einer weltweit bekannten Marke, eingespielten Lieferketten und einer etablierten Kundenbasis. Ein Wechsel zu einer anderen Restaurantkette ist nicht ohne Weiteres möglich.

Diese Abhängigkeit verschafft McDonald’s eine starke Verhandlungsposition. Bei Vertragsverlängerungen kann der Konzern grundsätzlich bessere Konditionen anstreben. Bei umsatzabhängigen Mieten profitiert er außerdem automatisch, wenn die Restaurantumsätze steigen. Dafür sind nicht einmal außergewöhnliche Wachstumsraten notwendig.

Schon moderate Preiserhöhungen, zusätzliche Restaurants und steigende Umsätze bestehender Standorte können langfristig höhere Miet- und Lizenzeinnahmen ermöglichen. Gleichzeitig benötigt der Konzern für das Wachstum seiner Franchisebetriebe vergleichsweise wenig eigenes operatives Kapital.

Allerdings darf McDonald’s seine Franchisenehmer nicht überfordern. Sinkende Restaurantgewinne könnten Neueröffnungen bremsen und langfristig die bestehenden Einnahmequellen gefährden.

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Bewertung und Kursziele: Noch günstig?

Bei einem Aktienkurs von rund 280 US$ erwarten Analysten für 2026 einen Gewinn von etwa 12,90 US$ je Aktie. Daraus ergibt sich ein KGV von 21,7. Für 2027 liegen die Schätzungen bei 13,73 US$, wodurch die Bewertung auf rund 20,4 sinkt.

Das erscheint mir angesichts der hohen Profitabilität und der starken Marktstellung durchaus vertretbar. Ein echtes Schnäppchen ist McDonald’s allerdings nicht.

Auch die Analysten bleiben zurückhaltend. TD Cowen erhöhte sein Kursziel nach den Zahlen auf 285 US$, Oppenheimer auf 310 US$.  Die UBS sieht 320 US$ und damit rund +14% Kurspotenzial.

Der Konsens liegt mit 291,75 US$ lediglich gut +4% über dem aktuellen Kurs.Hinzu kommt eine annualisierte Dividende von 7,72 US$ je Aktie. Das entspricht einer Rendite von ungefähr 2,8%.

ℹ️ McDonald's in Kürze

  • Die McDonald's Corporation (WKN: 856958) betreibt und lizenziert international McDonald's-Restaurants. Das Unternehmen wurde 1940 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Chicago, Illinois.
  • Mit über 42.000 Filialen ist McDonald's eine der weltweit größten Fast-Food-Ketten und Immobilienunternehmen.
  • McDonald's ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500 und an der Börse ca. 198 Milliarden US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Für mich bleibt McDonald’s ein ausgesprochen attraktives Qualitätsunternehmen. Das Immobilien- und Franchisemodell schafft einen langfristigen Wettbewerbsvorteil, der selbst bei moderatem Restaurantwachstum steigende Gewinne ermöglichen kann. Besonders die starke Verhandlungsposition gegenüber den eigenen Franchisenehmern gefällt mir. Allerdings ist die Aktie bei einem KGV von rund 20 für 2027 nicht mehr außergewöhnlich günstig. Ich halte McDonald’s deshalb weiterhin für einen langfristigen Kauf, würde nach dem jüngsten Kurssprung aber eher gestaffelt investieren.