Der US-Einzelhandel hat im August deutlich mehr Fahrt aufgenommen als gedacht. Das US-Handelsministerium meldete ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte im Schnitt nur 0,8 Prozent auf dem Zettel hatten. Zum Vergleich: Im Juli waren die Erlöse noch um 0,5 Prozent abgerutscht.
Benzinpreise treiben das Ergebnis
Klammert man die schwankungsanfälligen Fahrzeugverkäufe heraus, fällt das Bild sogar noch stärker aus. Ein Anstieg von 1,4 Prozent, erwartet wurden lediglich 0,6 Prozent. Gut, aber mit einem Haken. Helaba-Analyst Ralf Umlauf wies darauf hin, dass gestiegene Benzin- und Dieselpreise einen erheblichen Anteil am nominalen Plus haben, was er ausdrücklich kritisch bewertet. Die Konsensschätzungen wurden zwar klar übertroffen, doch ein Teil dieses Ergebnisses ist eben kein echtes Wachstum, sondern schlicht teureres Tanken.
Fed-Entscheidung rückt in den Fokus
Die Zahlen dürften die Erwartungshaltung an die US-Notenbank Fed weiter festigen. An den Finanzmärkten wird ganz überwiegend eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte erwartet, die Fed veröffentlicht ihre Zinsentscheidung noch am heutigen Abend. Zweifel an dieser Erhöhung sollten durch die Einzelhandelsdaten kaum mehr aufkommen.
Für Aktienanleger bedeutet das: Ein weiterer Zinsschritt nach oben ist so gut wie eingepreist. Wer auf zinssensitive Werte setzt, also Technologie- oder Wachstumsaktien, sollte das Risiko im Blick behalten. Steigende Zinsen drücken die Bewertungen, und die heutigen Daten liefern der Fed keine Ausrede, von ihrem Kurs abzurücken. Der Markt dürfte das gelassen aufnehmen, solange keine Überraschung aus Washington kommt.
Quelle: dpa-AFX
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