Die Commerzbank-Aktie knüpfte heute zunächst an ihre jüngste Aufwärtsbewegung an und kletterte um bis zu 2,1 Prozent auf 43,37 €. Damit rückte der Kurs dem Augusthoch aus dem Jahr 2010 bedrohlich nah. Kurz davor hätte ein neues Hoch seit 2009 gelockt. Dazu kam es nicht.
Gewinnmitnahmen stoppen den Lauf
Anleger nutzten das früh erhöhte Niveau konsequent für Gewinnmitnahmen, und die Euphorie wich schnell der Ernüchterung. Am Ende stand ein Minus von über einem Prozent. Ausgerechnet kurz vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Dass sich da die Nerven regen, ist verständlich. Die Aktie der Deutschen Bank, die zuletzt leicht von ihrem Hoch seit 2011 zurückgefallen war, gewann immerhin 0,7 Prozent und zeigte sich dabei robuster.
Bessere Töne von JPMorgan stützen Bankenbranche
Europaweit legte der Stoxx Europe 600 Banks um 0,8 Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Sektoren des Tages. Nachdem die Aussagen der Bank of America zur Entwicklung im dritten Quartal zuvor noch gedrückt hatten, kamen aus dem Rahmen einer Fachkonferenz von JPMorgan positivere Signale, die die Stimmung im Sektor aufhellten.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte auf einer Branchenkonferenz am Vortag für das dritte Quartal einen höheren Zinsüberschuss, Gebührenwachstum und stabile Kosten in Aussicht gestellt. Auch die Ausschüttungspläne wurden positiv aufgenommen, wobei die nach wie vor ungeklärte Situation rund um die Beteiligung der Unicredit als Unsicherheitsfaktor bleibt.
Fed-Entscheid als entscheidender Kurstreiber
Am Abend gehen Marktteilnehmer mit einer am Markt implizierten Wahrscheinlichkeit von über 94 Prozent von einer Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte aus, wie die NordLB errechnet hat. Das läuft den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen direkt entgegen. Für Bankaktien gilt grundsätzlich, dass steigende Zinsen das Kreditgeschäft attraktiver machen könnten und die Margen stützen würden.
Sollte die Fed tatsächlich erhöhen, dürfte das der Commerzbank-Aktie weiteren Rückenwind geben. Die Unicredit-Übernahme bleibt aber der eigentliche Joker im Spiel, denn solange hier keine Klarheit herrscht, könnte die Aktie trotz guter Fundamentaldaten nicht richtig durchstarten.
Quelle: dpa-AFX
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