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IREN-Aktie: Kann man mit ihr sein Geld verdreifachen?

Megabullische Kursziele
Die IREN-Aktie crashte am Freitag um fast -13% und rückte damit wieder in die Nähe ihres Jahrestiefs bei 26 US$. Fielen die Quartalszahlen des Rechenzentrenbetreibers so ernüchternd aus und wie viel Potenzial hat der Tech-Titel jetzt noch?

Schwache Zahlen

Der Neocloud-Provider legte Ende vergangener Woche seine Zahlen für das Schlussquartal und das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 vor, das am 30. Juni zu Ende ging. Die Zahlen spiegeln den massiven strategischen Wandel des Tech-Unternehmens wider: IREN zieht sich weitgehend aus dem klassischen Bitcoin-Mining zurück und baut seine Kapazitäten als KI-Cloud-Rechenzentrumsbetreiber aus.

Der Umsatz lag im vierten Quartal bei 137,2 Millionen US$ und verfehlte damit deutlich die Umsatzerwartung der Analysten in Höhe von 157 Millionen US$. IREN erklärte den Rückgang vor allem durch die gezielte Abschaltung alter Mining-Hardware vor der Neuinstallation von GPU-Servern. Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens stellte der Bereich AI Cloud Services mit 70,5 Millionen US$ Umsatz mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes dar.

Auch beim Ergebnis konnte IREN die Börse nicht überzeugen. Das bereinigte EBITDA sank auf Jahressicht von 59,5 auf nur noch 19,2 Millionen US$.

Der Nettoverlust lag bei horrenden 684,0 Millionen US$. Dieser gewaltige Bilanzverlust kann aber durch Abschreibungen in Höhe von ca. 450 Millionen US$ auf ausgemusterte Bitcoin-Mining-Hardware sowie rund 102 Millionen US$ auf sonstige Sonderabschreibungen erklärt werden.

Die Zahlen für das gesamte GJ 2025/26 lesen sich ebenfalls nicht überzeugend. Der Umsatz stieg nur um 41,1% auf 707,0 Millionen US$ und das bereinigte EBITDA ging sogar um 8,9% auf 245,7 Millionen US$ zurück.

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Umsatz und Schulden steigen rasant

Trotz des kurzfristigen Verfehlung der Umsatzerwartung und der hohen bilanziellen Verluste schaut der Markt vor allem auf die Auftragslage im KI-Bereich. Der erste 50-MW-Block aus dem Multi-Milliarden-Vertrag mit Microsoft wurde im August 2026 erfolgreich übergeben.

Bei den wiederkehrenden Umsätzen (ARR) gab es einen großen Sprung. Zum Stichtag 26. August 2026 belief sich der operativ aktive ARR auf 1,0 Milliarden US$. Bis Ende 2026 hat IREN bereits 4,0 Milliarden US$ an vertraglich gesichertem ARR verplant.

Der Kapitalbedarf von IREN für den Ausbau seiner Rechenzentren ist nach wie gewaltig. Erst vor wenigen Tagen sicherte sich der Neocloud-Provider einen Kredit in Höhe von 2,4 Milliarden US$. Der Zinssatz liegt bei satten 9%. Ein weiterer Kredit in Höhe von 3,6 Milliarden US$ für das Rechenzentrum, dessen Kapazitäten an Microsoft vermietet sind, wird mit 6% verzinst.

Fällt das Jahrestief?

Das Chartbild der IREN-Aktie hat sich zuletzt wieder deutlich eingetrübt. Den Widerstand bei 45 US$ konnte der Tech-Titel nicht überwinden. Seitdem befindet sich der Kurs wieder in einer steilen Abwärtsbewegung. Ich gehe davon aus, dass die IREN-Aktie das Jahrestief bei 29 US$ in den kommenden Wochen zumindest testen wird.

Superbullische Banken

Trotz der enttäuschenden Kursreaktion der IREN-Aktie auf die jüngsten Zahlen ist die Analysten-Community nach vor wie durch die Bank extrem bullisch eingestellt. Die meisten Kursziele liegen zwischen 80 und 100 US$.

Die Investmentbank Cantor Fitzgerald bestätigte ihre Kaufempfehlung für die IREN-Aktie mit einem Kursziel von 99 US$. Die Experten von H.C. Wainwright und Macquarie sehen das Kursziel bei 90 US$. Und BTIG, Canaccord Genuity, Citizens und Compass Point sind mit Kurszielen zwischen 80 und 85 US$ kaum weniger optimistisch.

Die Bullen sehen damit ein gewaltiges Upside von rund +280$ für die IREN-Aktie. Sie verweisen auf die starke Monetarisierung der neuen KI-Rechenzentren und den Multi-Milliarden-Vertrag mit Microsoft.

Die Börse sieht es anders

Die Börse scheint diesen Optimismus der Banken ganz und gar nicht zu teilen — und ich übrigens auch nicht. Das Risiko eines Investments in die IREN-Aktie ist enorm hoch.

Die hohen Zinsen für den Ausbau der Rechenzentren zeigen, dass selbst die kreditgebenden Banken das so sehen. Ihre Kredite sind zwar weitgehend durch die Hardware der Rechenzentren besichert, aber diese Hardware veraltet innerhalb kürzester Zeit. GPUs, die heute noch aktuell sind, gehören in spätestens zwei Jahren zum alten Eisen.

Das bedeutet, dass IREN eine sehr hohe Auslastung seiner Rechenzentren benötigt, um zum einen den Wertverlust der Hardware zu kompensieren und zum anderen seine Finanzierungskosten einzuspielen. Ein riskantes Spiel.

Noch ist die Nachfrage nach KI-Rechenzentren gewaltig und das ARR-Wachstum sehr hoch. Doch der Bauboom kann meiner Meinung nach schnell Überkapazitäten zur Folge haben. Diese werden die Preise der Neocloud-Provider unter Druck setzen und diesen Druck werden viele von ihnen nicht aushalten.

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ℹ️ IREN in Kürze

  • IREN (ehemals Iris Energy) (WKN: 591767) ist ein australisches Technologieunternehmen mit Sitz in Sydney.
  • Das Unternehmen betreibt KI-Rechenzentren mit erneuerbarer Energie und ist zudem im Bereich des Bitcoin-Minings aktiv.
  • Die Rechenzentren von IREN befinden sich in Kanada und den USA.
  • IREN notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell ca. 13,1 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund, die Finger von der IREN-Aktie zu lassen. Da mögen die Analysten noch so bullisch sein. Ich glaube, dass sie mit ihrem überschwänglichen Optimismus einen fundamentalen Fehler begehen.