Infineon-Aktie nach -40% Korrektur – hält jetzt die Wendezone?
KI sorgt bei Infineon weiter für Wachstum
Bei den letzten Quartalszahlen Anfang August konnte Infineon erstmal ordentlich liefern. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um 9% auf 4,17 Milliarden € und erreichte damit einen neuen Rekord. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten kletterte von 301 auf 423 Millionen €.
Ein großer Teil der Wachstumsstory kommt mittlerweile aus dem KI-Bereich. Infineon verkauft Leistungshalbleiter, die unter anderem für die Stromversorgung großer KI-Rechenzentren benötigt werden. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen damit inzwischen mehr als 1,6 Milliarden € Umsatz. Zuvor waren rund 1,5 Milliarden € angepeilt worden.
Auch der Blick auf das laufende vierte Quartal fällt ziemlich ordentlich aus. Infineon erwartet rund 4,7 Milliarden € Umsatz und eine Segmentergebnis-Marge von etwa 23%. Beim Jahresumsatz sollen ungefähr 16,3 Milliarden € herauskommen.
Neben KI gibt es auch im wichtigen Autogeschäft erste bessere Signale. Infineon hatte bereits im Frühjahr von einem anziehenden Auftragseingang gesprochen. Vor allem bei softwaredefinierten Fahrzeugen läuft es besser, während das Hochvoltgeschäft für Elektroautos weiterhin etwas bremst.
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Nach fast -40% Korrektur wird es jetzt wichtig
An der Börse ist von den operativen Fortschritten zuletzt allerdings wenig angekommen. Nach dem Anstieg auf 88,83 € hat die Infineon-Aktie kräftig korrigiert. Bei aktuell rund 55 € liegt der Kurs fast -40% unter diesem Hoch.
Damit steht die Aktie jetzt allerdings direkt an einer wichtigen Zone. Im gezeigten Volumenprofil liegt der Point of Control bei rund 55 €. Dort versucht sich der Kurs momentan zu stabilisieren. Hält der Bereich, könnte von hier aus ein neuer Erholungsversuch starten. Dafür müsste Infineon zunächst wieder über 60 € kommen. Darüber würde sich im Chart wieder etwas mehr Platz öffnen.
Gibt Infineon den Bereich um 55 € dagegen klar ab, liegt die nächste größere Unterstützung erst bei ungefähr 48 €. Vom aktuellen Kurs wären das nochmal rund -13% nach unten. Spätestens dort dürfte sich zeigen, wie viel Kaufinteresse nach der starken Korrektur noch vorhanden ist.

Infineon-Aktie
Analysten trauen der Aktie deutlich mehr zu
Während der Kurs zuletzt kräftig zurückgekommen ist, bleiben die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung hoch. Das liegt vor allem am KI-Geschäft. Infineon investiert kräftig in zusätzliche Produktionskapazitäten für Leistungshalbleiter und will damit einen immer größeren Teil des steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren abdecken. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Konzern seine Investitionen deshalb von 2,2 auf rund 2,7 Milliarden € erhöht.
Auch Gartner sieht Infineon in diesem Bereich ziemlich weit vorne und bezeichnete das Unternehmen im Mai als den Anbieter, den es bei Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren zu schlagen gelte. Damit setzen die Analysten vor allem darauf, dass der KI-Boom nicht nur kurzfristig für höhere Umsätze sorgt.
Nach der starken Korrektur liegt die Messlatte an der Börse zumindest wieder niedriger. Vom Hoch bei knapp 89 € ist die Aktie inzwischen weit entfernt, während Infineon operativ gerade Rekordumsätze meldet und für das vierte Quartal nochmal mehr Umsatz und eine höhere Marge erwartet.
ℹ️ Infineon Technologies AG in Kürze
- Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegen bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
- Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Infineon notiert in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 und ist aktuell ca. 80 Milliarden € wert.
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Fazit
Fundamental liefert Infineon momentan deutlich bessere Nachrichten als der Aktienkurs vermuten lässt. Das KI-Geschäft wächst kräftig, der Umsatz steht auf Rekordniveau und auch für das laufende Quartal erwartet der Konzern nochmal eine Steigerung. Im Chart wird es dafür jetzt umso wichtiger. Der Kurs sitzt direkt am Point of Control bei rund 55 €. Hält die Zone, wäre eine Erholung in Richtung 60 € drin. Fällt sie, rücken dagegen die 48 € als nächste größere Unterstützung näher.