DroneShield-Aktie am Tief: Sind 251 Millionen AU$ die Wende?
Das Umsatzziel ist praktisch erreicht
DroneShield hat die für 2026 vertraglich gesicherten Erlöse innerhalb weniger Wochen von 240 auf 251 Millionen AU$ erhöht. Damit ist bereits die Untergrenze der Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen AU$ überschritten. Selbst das obere Ende ist zu rund 93% abgedeckt.
Ein wesentlicher Umsatzrückgang in der zweiten Jahreshälfte wird dadurch zunehmend unwahrscheinlich. Für 2027 und spätere Jahre stehen bislang allerdings erst 46 Millionen AU$ in den Büchern. Das zeigt die weiterhin geringe Planbarkeit des Geschäfts: Militärische Beschaffungen können sehr groß ausfallen, erfolgen aber häufig unregelmäßig und mit kurzen Lieferfristen.
Ebenfalls positiv ist der erste Auftrag für RfRecon. Das erst im August vorgestellte Gerät soll Funkaktivitäten erkennen, analysieren und mithilfe künstlicher Intelligenz ein Bild der elektromagnetischen Umgebung erstellen. Der Auftrag eines bestehenden westeuropäischen Militärkunden ist finanziell noch nicht wesentlich, bestätigt aber das Interesse an dem neuen Produkt.
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Die USA liefern eine wichtige Referenz
Unter dem Programm JIATF-401 hat DroneShield seine DroneSentry-X-Mk2-Systeme erfolgreich auf Fahrzeugen des US-Militärs installiert. Zwischen Vertragsvergabe, Auslieferung, Einbau, Tests mit echten Drohnen und der Schulung der Soldaten lagen lediglich rund 80 Tage. Drei weitere Einheiten sollen im Rahmen einer Vertragserweiterung folgen.
Finanziell ist dieser Meilenstein noch kein neuer Großauftrag. Strategisch besitzt er dennoch Gewicht: Ein System, das vom US-Militär getestet und in Betrieb genommen wurde, lässt sich gegenüber anderen Streitkräften wesentlich leichter vermarkten. Zudem kann die Technik über den JIATF-401-Marktplatz von weiteren berechtigten US-Behörden beschafft werden.
Parallel erweitert DroneShield sein Angebot durch eine Zusammenarbeit mit AIM Defence. Dessen Hochenergielaser Fractl soll in die offene DroneSentry-Architektur integriert werden. DroneShield könnte damit künftig nicht nur Drohnen erkennen und elektronisch stören, sondern innerhalb derselben Plattform auch die physische Bekämpfung steuern. Noch handelt es sich allerdings um eine Kooperation mit geplanten Kundenvorführungen – nicht um einen umsatzwirksamen Auftrag.
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Die Bewertung bleibt anspruchsvoll
Der Börsenwert liegt trotz des massiven Kurssturzes noch bei rund 1,58 Milliarden AU$. Damit wird DroneShield mit fast dem Sechsfachen des zuletzt erzielten Jahresumsatzes bewertet. Ein klassisches KGV existiert nicht, denn das Unternehmen schreibt weiterhin Verluste. Immerhin stehen rund 178 Millionen AU$ an liquiden Mitteln nur 17 Millionen AU$ Schulden gegenüber.
Die Analysten sind entsprechend gespalten. Aus vier aktuellen Einschätzungen ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 1,99 AU$ und damit rund 16% Potenzial. Bell Potter sieht 2,40 AU$ und Canaccord Genuity sogar 2,60 AU$, während Jefferies mit 1,45 AU$ und Ord Minnett mit 1,50 AU$ weitere Kursverluste erwartet. Der Konsens lautet lediglich „Halten“.
Die unterschiedlichen Ziele hängen vor allem an der Frage, wann das schnelle Umsatzwachstum in Gewinne umschlägt. Im ersten Halbjahr entstand noch ein bereinigter EBITDA-Verlust von 12,4 Millionen AU$. Hinzu kommt die bislang nicht abschließend geklärte ASIC-Untersuchung zu früheren Unternehmensmeldungen und Aktienverkäufen.
ℹ️ DroneShield in Kürze
- DroneShield (WKN: A2DMAA) ist ein Rüstungsunternehmen, das sich auf RF-Sensorik, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Sensorfusion, elektronische Kriegsführung, Rapid Prototyping und MIL-SPEC-Herstellung konzentriert. Die Systeme DroneShield werden vor allem zum Schutz vor feindlichen Drohnen eingesetzt.
- Das Unternehmen hat seinen Sitz in Sydney in Australien und in Warrenton im US-Bundesstaat Virginia.
- Die Hauptbörse ist die australische ASX-Börse, in Deutschland ist sie über TRADEGATE handelbar. Der Unternehmenswert beträgt rund 1,54 Milliarden AU$.
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Fazit
Der jüngste Newsflow verbessert die operative Investmentthese: Das Umsatzziel für 2026 ist nahezu vollständig abgesichert, RfRecon findet seinen ersten Kunden und das US-Militär liefert eine wertvolle Referenz. Nach dem Absturz besitzt die Aktie daher durchaus Erholungspotenzial. Für einen klaren Kauf reicht mir das noch nicht. DroneShield muss nun beweisen, dass aus Aufträgen steigende Margen und positiver Cashflow entstehen. Solange die ASIC-Prüfung läuft und die Profitabilität fehlt, bleibt die Aktie für mich eine hochspekulative Halteposition – trotz der teilweise deutlich höheren Kursziele.