Rheinmetall-Aktie: Kann sie diesen Kampf gewinnen?

An der 1.000 €-Marke
Seit Tagen hält sich die Rheinmetall-Aktie hauchdünn, aber standhaft über der magischen Marke von 1.000 €. Wird der deutsche Rüstungskonzern den Kampf um vierstellige Kurse gewinnen oder letztlich doch verlieren?

Neue Aufträge

Bevor ich eine Antwort auf diese Frage geben will, möchte ich noch kurz auf die jüngsten Entwicklungen bei Rheinmetall eingehen. Es vergeht fast kein Tag, an dem der deutsche Rüstungsriese den Markt nicht mit (positiven) Neuigkeiten versorgt.

Zudem gab Rheinmetall einen weiteren Auftrag eines internationalen Kunden bekannt. Bestellt wurde eine niedrige fünfstellige Zahl von 155-mm-Artilleriegeschossen. Der Auftragswert liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Produktion ist bereits angelaufen, die Auslieferung soll 2027 erfolgen.

Zuletzt (Ende Juni) lag der Auftragsbestand des DAX-Konzerns bei rund 80 Milliarden €. Im zweiten Quartal kletterte die Book-to-Bill-Ratio auf über 3 – es kamen also deutlich mehr Aufträge herein als Umsatz abgearbeitet wurde. Rund 70% des Backlogs waren bereits durch feste Aufträge abgesichert.

Einer der größten Aufträge für Rheinmetall ist das Arminius-Programm der deutschen Bundeswehr für den Radpanzer Boxer. Rheinmetall rechnet damit, bis Ende 2026 Aufträge im Wert von 12,4 Milliarden € zu erhalten. Mit sämtlichen möglichen Optionen könnte das Programm langfristig ein Volumen von bis zu 77 Milliarden € erreichen. Allerdings sind diese Optionen noch nicht beschlossen bzw. finanziert.

Wir halten Dich mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter auf dem Laufenden - nicht nur bei Rheinmetall, sondern über alle spannenden Entwicklungen in der Rüstungsbranche.

Und neue Waffensysteme

Gleichzeitig gibt Rheinmetall mächtig Gas beim Ausbau seiner Fähigkeiten und Kapazitäten in den Bereichen Drohnen, maritime Systeme und autonome Waffen. Diese drei Segmente werden für den Rüstungskonzern immer wichtig.

Im Rahmen der NATO-Großübung REPMUS in Portugal demonstriert Rheinmetall den Einsatz vernetzter unbemannter Unterwasser- und Überwasser-Systeme. Mithilfe einer containerisierten mobilen Leitstelle (Mobile Mission Control) und der Rheinmetall Battlesuite wird hierbei die Integration verschiedener Sensoren für den maritimen Hafenschutz erprobt.

Das Flugabwehrsystem Skyranger soll im kommenden Jahr in den Serienstart gehen. Bis Ende 2027 plant Rheinmetall, die Produktionsrate auf 400 Systeme p.a. zu steigern. Und die Kooperationen mit dem US-Rüstungsgiganten Lockheed Martin bei Artillerieraketen und Destinus bei Marschflugkörpern befinden sich aktuell auf der Zielgeraden.

Und nicht zuletzt ist Rheinmetall dabei, sich weiter zu internationalisieren. Der Konzern investiert Milliardenbeträge in Großbritannien und Kanada, um mit lokalen Produktionsstätten eine größere Präsenz auf diesen beiden wichtigen Auslandsmärkten zu bekommen.

Was passiert nun bei 1.000 €?

Die Rheinmetall-Aktie kämpft heute ein weiteres Mal mit der 1.000 €-Marke. Sollte sie dieses Kursniveau nachhaltig nach unten durchbrechen, dürften viele Anleger die Reißleine ziehen und sich von ihren Aktien trennen. Sofern sich der Kurs jedoch im vierstelligen Bereich hält, rechne ich mit einer baldigen Trendwende nach oben.

Bei dieser Aktie stimmt eigentlich alles

Ich kann die seit Jahresbeginn anhaltende Kursschwäche der Rheinmetall-Aktie beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen. Meiner Meinung nach sitzt die Börse hier einem gewaltigen Bewertungsirrtum auf.

Das Forward-KGV des Rüstungskonzerns ist inzwischen unter 20 gefallen. Wir sprechen hier aber über ein Unternehmen, das im laufenden Jahr mit ca. 40% und im kommenden Jahr voraussichtlich mit rund 30% wachsen wird. Gleichzeitig dürfte Rheinmetall meiner Einschätzung nach in der Lage sein, durch die weitere Skalierung seiner Produktion, insbesondere bei Großprojekten wie Radpanzern und Munition, seine Gewinnmarge nachhaltig zu steigern.

Und auch der politische Rückenwind ist nach wie vor da. Die Spannungen zwischen Europa und Russland haben ein noch nie dagewesenes Level erreicht. Ich gehe fest davon aus, dass Wladimir Putin in den kommenden Monaten das Maß an Provikationen der NATO weiter erhöht, um zu sehen, wie weit er mit seiner aggressiven Politik kommen kann. Eine Senkung der Rüstungsausgaben der europäischen NATO-Staaten erwarte ich vor diesem Hintergrund nicht.

Abschließend: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und Euro Stoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 47 Milliarden €.

Rheinmetall kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Rheinmetall und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Rheinmetall weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Fazit

Selbst wenn die Rheinmetall-Aktie kurzzeitig die 1.000 €-Marke nach unten durchbricht, sehe ich kein größeres Downside mehr. Zu günstig ist inzwischen die Bewertung des DAX-Titels geworden.

Anleger, die vorhaben, sich die Rheinmetall-Aktie langfristig ins Portfolio zu legen, können hier ein echtes Schnäppchen machen. Ob die Aktie den Kampf mit den 1.000 € letztlich gewinnt oder nicht, ist für mich nebensächlich.