Deutsche-Bank-Aktie: 103 Milliarden € – sind jetzt 41 € drin?
103 Milliarden € fließen zur Deutschen Bank
Die am 28. Oktober veröffentlichten Quartalszahlen enthalten eine bemerkenswerte Entwicklung. In den ersten neun Monaten stiegen die Nettomittelzuflüsse in der Vermögensverwaltung und im Privatkundengeschäft auf insgesamt 103 Milliarden €. Allein im dritten Quartal kamen rund 47 Milliarden € hinzu.
Damit verwaltet die Deutsche Bank inzwischen knapp 2 Billionen € Kundenvermögen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von +14,1%, wobei neben den Zuflüssen auch die Kapitalmarktentwicklung eine Rolle spielte.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Vermögensverwaltung. Hier flossen im dritten Quartal 31 Milliarden € netto zu. Das Privatkundengeschäft steuerte weitere 17 Milliarden € bei. Für Anleger könnte diese Entwicklung langfristig bedeutsamer werden als einzelne besonders profitable Handelsquartale.
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Warum daraus höhere Gewinne entstehen können
Die wirtschaftliche Bedeutung liegt in den wiederkehrenden Gebühren. Je mehr Vermögen die Deutsche Bank verwaltet, desto größer wird die Grundlage für laufende Provisionserträge. Dabei muss der Konzern seine Kosten nicht zwangsläufig im gleichen Verhältnis erhöhen. Das Geschäft besitzt somit Skaleneffekte.
Im dritten Quartal stiegen die Erträge der Vermögensverwaltung um rund +14%. Auch das Wealth Management wuchs zweistellig. Damit zeigen sich bereits positive Auswirkungen der höheren verwalteten Vermögen.
Allerdings werden die zusätzlichen Kundengelder nicht unmittelbar zu Gewinnen. Gerade passive Anlageprodukte bringen häufig geringere Gebühren ein. Zudem könnten fallende Kapitalmärkte den Wert der verwalteten Vermögen reduzieren.
Trotzdem gefällt mir die Entwicklung. Die Deutsche Bank könnte dadurch ihre Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking schrittweise verringern.
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Bewertung: KGV von unter 8 für 2027!
Fundamental erscheint die Aktie weiterhin günstig. Für 2026 erwarten Analysten einen Gewinn von rund 3,32 € je Aktie. Daraus ergibt sich beim aktuellen Kurs ein KGV von lediglich 9,1.
Im kommenden Jahr könnte der Gewinn bereits auf 3,90 € steigen. Damit würde die Bewertung auf etwa das 7,7-Fache des erwarteten Ergebnisses sinken.
Auch beim materiellen Buchwert besteht ein Abschlag. Ende September lag dieser bei 31,87 € je Aktie. Anleger zahlen derzeit knapp -6% weniger.
Hinzu kommen die Ausschüttungen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten rund 1,16 € Dividende je Aktie, was einer zukünftigen Rendite von 3,9% entspricht. Zusätzlich hat die Deutsche Bank in diesem Jahr bereits Aktien für 1,5 Milliarden € zurückgekauft.
Allerdings bleibt die Profitabilität entscheidend. Bis 2028 will das Management die Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital auf mehr als 13% steigern. Im dritten Quartal lag sie bei 10,6%. Die Risikovorsorge erhöhte sich zudem auf 501 Millionen €.
Analysten sehen bis zu 41,50 €
Die jüngsten Analystenkommentare fallen überwiegend positiv aus. RBC erhöhte sein Kursziel nach den Quartalszahlen von 36 auf 40 €. Die UBS zog am Freitag nach und hob ihre Prognose von 37 auf 38 € an.
JPMorgan erwartet weiterhin 41 €, Warburg Research sogar 41,50 €. Das entspräche gegenüber dem letzten Schlusskurs einem Kurspotenzial von knapp +38%.
Vorsichtiger bleibt Jefferies mit 33 €. Der Durchschnitt der im Oktober veröffentlichten Analystenziele liegt bei rund 37,59 € und damit etwa +25% über dem aktuellen Kursniveau.
ℹ️ Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell knapp 58,4 Milliarden €.
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Fazit
Die Deutsche Bank ist für mich weiterhin eine attraktive Kaufchance. Besonders die hohen Mittelzuflüsse zeigen, dass sich neben dem klassischen Kredit- und Investmentbanking ein zusätzlicher Wachstumsmotor entwickelt. Bei einem KGV von unter 8 für 2027 und einem leichten Abschlag auf den materiellen Buchwert erscheint mir die Bewertung günstig. Entscheidend bleibt, dass die Bank ihre Profitabilität weiter verbessert. Sollte das gelingen, halte ich Kurse von 40 € und mehr langfristig für durchaus realistisch.