CSG-Aktie: Die bessere Rheinmetall?
Rüstungswerte derzeit nicht im Fokus
Seit dem Börsengang hat sich die Stimmung gegenüber Rüstungsaktien deutlich eingetrübt. Während derzeit vor allem KI- und Technologiewerte das Interesse der Anleger auf sich ziehen, stehen Verteidigungsunternehmen stärker unter Druck.
Der Börsengang der CSG Group fiel zudem in eine Phase, in der viele Rüstungsaktien bereits sehr hoch bewertet waren. Nach dem Börsendebüt legte die Aktie zunächst kräftig zu und stieg in der Spitze auf rund 33 €.
Mit der anschließenden Korrektur des gesamten Rüstungssektors geriet jedoch auch CSG deutlich unter Druck. Auch Rheinmetall musste seine zwischenzeitlich hohen Kursgewinne wieder abgeben.
Dass Rüstungswerte kurzfristig wieder in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses rücken, ist derzeit nicht erkennbar. Die Kapitalmärkte konzentrieren sich weiterhin stark auf Künstliche Intelligenz und Technologiewerte.
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Einschätzung der Bank of America belastet
Zusätzlichen Druck brachte eine aktuelle Einschätzung der Bank of America.
Analyst David Holmes bevorzugt insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Luftverteidigung, Aufklärung, Überwachung und Ortung, Gefechtsnetzwerke sowie elektronische Kriegsführung.
Bei klassischen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall oder CSG ist er dagegen vorsichtiger. Deren Produkte dienen seiner Einschätzung nach insbesondere der Modernisierung bestehender Systeme und der Wiederauffüllung von Beständen.
Die CSG-Aktie wurde entsprechend auf „Underperform“ abgestuft.
Zweistelliges Wachstum erwartet
Fundamental zeigt sich CSG weiterhin zuversichtlich. Für das Gesamtjahr wird ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und EBIT erwartet.
Der Umsatz soll von 6,74 Milliarden € im Vorjahr auf 7,4 bis 7,6 Milliarden € steigen. Im ersten Halbjahr wurden bereits 3,25 Milliarden € erreicht.
Bei der EBIT-Marge wird ein Wert von 24 bis 25% angestrebt. Damit liegt die erwartete Marge zwar leicht unter dem Vorjahreswert von 26%, allerdings war das vergangene Geschäftsjahr außergewöhnlich stark.
Gleichzeitig investiert CSG weiter in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Das belastet kurzfristig die Kosten, schafft aber die Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Positiv ist zudem die Entwicklung der Verschuldung. Der Verschuldungsgrad soll von 1,7x EBITDA im Vorjahr auf 1,3x sinken.
Damit kombiniert CSG mehrere für Anleger interessante Faktoren.
Bewertung
Trotz der guten fundamentalen Entwicklung leidet die Aktie derzeit vor allem unter dem fehlenden Anlegerinteresse. Kurzfristig dürfte sich daran wenig ändern.
Ähnlich wie Rheinmetall konnte auch CSG zwischen Juni und August deutlich zulegen. Der Anstieg bei CSG fiel prozentual allerdings wesentlich stärker aus.
Ein direkter Vergleich ist dennoch nur eingeschränkt möglich. Rheinmetall ist deutlich größer und breiter aufgestellt und verfügt über eine andere Unternehmensstruktur.
CSG ist aus meiner Sicht jedoch der dynamischere Wert. Das Unternehmen wächst schneller und bietet aufgrund seiner geringeren Größe entsprechend mehr Potenzial – allerdings auch höhere Risiken.
Bei Rheinmetall wäre aus meiner Sicht zudem ein Aktiensplit vorteilhafter. Ein Aktienkurs von rund 1.000 € kann insbesondere für kleinere Anleger psychologisch abschreckend wirken. Ein Split im Verhältnis 10:1 würde den Kurs optisch auf rund 100 € reduzieren, ohne den Unternehmenswert zu verändern.
ℹ️ CSG Group in Kürze
- Die CSG Group (WKN: A420X0) ist ein global agierender tschechischer Industrie- und Rüstungskonzern. mit Hauptsitz in den Niederlanden. Neben Rüstungsgütern werden auch Produkte für zivile Zugmaschinen und Schienenfahrzeuge hergestellt.
- Neben dem Hauptsitz in Prag unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge sowie Munition.
- Die Aktie ist seit Januar 2026 an der Euronext in Amsterdam gelistet und wird aktuell mit 14,3 Milliarden € bewertet. In Deutschland ist sie über Tradegate handelbar.
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Fazit
Einen direkten Vergleich zwischen CSG und Rheinmetall ist nur eingeschränkt sinnvoll. Beide Unternehmen profitieren langfristig vom weltweiten Anstieg der Verteidigungsausgaben.
Für mich ist CSG auf dem aktuellen Kursniveau der dynamischere Wert. Sollte die Nachfrage nach Rüstungsaktien wieder zunehmen, könnte die Aktie überproportional profitieren.
Mein erstes Kursziel liegt deshalb bei 20 €. Das entspricht aktuell einem Kurspotenzial von rund +40%. Für langfristig orientierte Anleger bietet die CSG-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau aus meiner Sicht gute Kurschancen.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens CSG. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.