Tim Cook - CEO von Apple

Apple-Aktie vor großer Wende – was bringt die Zeit nach Tim Cook?

Vor einer wichtigen Woche
Bei Apple steht eine ziemlich wichtige Woche an. Die Aktie hat sich nach dem Rücksetzer im August wieder bis auf knapp 320 US$ hochgearbeitet und am 9. September folgt bereits das nächste große Produkt-Event. Neben der neuen iPhone-Generation könnte vor allem das erste faltbare iPhone für Aufmerksamkeit sorgen. Gleichzeitig beginnt bei Apple eine neue Ära an der Konzernspitze.

Tim Cook übergibt – John Ternus übernimmt

Eine der größten Apple-Meldungen der vergangenen Tage hat erstmal gar nichts mit einem neuen Produkt zu tun. Nach 15 Jahren an der Spitze gibt Tim Cook den CEO-Posten ab. Zum 1. September übernimmt der bisherige Hardware-Chef John Ternus, während Cook dem Unternehmen als Executive Chairman erhalten bleibt.

Für Apple ist das schon ein ziemlich großer Einschnitt. Unter Cook wurde aus dem Unternehmen nicht nur der iPhone-Konzern, sondern ein riesiges Ökosystem aus Hardware, Services und eigenen Chips. Gleichzeitig fällt sein Abgang in eine Phase, in der Apple bei einem Thema zuletzt immer wieder Kritik abbekommen hat: KI.

Hier wird Ternus relativ schnell liefern müssen. Apple hat mit der neuen Siri zwar inzwischen nachgelegt, trotzdem sitzt die Konkurrenz bei KI nicht still. Dass ausgerechnet ein langjähriger Hardware-Manager übernimmt, passt aber auch zu dem, was in den kommenden Jahren ansteht. Denn bei der iPhone-Familie könnte Apple vor einem größeren Umbau stehen.

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Am 9. September kommt die nächste iPhone-Generation

Viel Zeit zum Eingewöhnen bekommt Ternus nicht. Bereits am 9. September findet Apples nächstes großes Produkt-Event statt und dort wird die neue iPhone-Generation erwartet. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt dabei ein mögliches faltbares iPhone, mit dem Apple erstmals direkt in den Foldable-Markt einsteigen würde.

Für die Aktie geht es dabei um mehr als nur ein neues Gerät. Ein teureres Foldable könnte Apple helfen, den durchschnittlichen Verkaufspreis beim iPhone weiter nach oben zu bringen und damit auch die Margen zu stützen. Laut Reuters gehen Analysten davon aus, dass Apple 2027 bereits mehr als 17 Millionen faltbare Geräte ausliefern könnte.

Gleichzeitig gibt es aber ein Problem, das man beim Produkt-Event nicht ausblenden sollte. Apple kämpft weiterhin mit Engpässen bei Chips und anderen Komponenten. Genau diese Lieferprobleme waren nach den letzten Quartalszahlen einer der Gründe, warum die Aktie trotz eigentlich ziemlich starker Zahlen deutlich unter Druck geraten war.

Die letzten Zahlen waren stärker als der Kurs vermuten ließ

Operativ lief es zuletzt nämlich ziemlich ordentlich. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz um 16% auf 109,4 Milliarden US$ und der Gewinn je Aktie legte sogar um 29% auf 2,02 US$ zu. Sowohl beim Gesamtumsatz als auch bei iPhone, Mac und Services stellte Apple neue Rekorde für ein Juni-Quartal auf.

Ein kleiner Haken steckt allerdings in der Marge. Die Bruttomarge von 50,1% wurde durch Rückerstattungen bei Zöllen um ungefähr 2 Prozentpunkte nach oben gezogen. Auch beim Gewinn je Aktie kamen rund 0,11 US$ aus diesem Effekt. Die Zahlen waren also stark, ein Teil davon war aber nicht operativ entstanden.

Dazu kam nach den Zahlen ein vorsichtigerer Ausblick. Vor allem die Frage, ob Apple genügend Komponenten bekommt, um die Nachfrage nach dem iPhone überhaupt vollständig bedienen zu können, hat Anleger gestört. Genau deshalb verlor die Aktie nach den Zahlen zeitweise fast zehn Prozent.

KI bleibt die große offene Frage

Und dann wäre da weiterhin KI. Apple hat zwar mit der neuen Siri nachgelegt, trotzdem muss das Unternehmen erst noch zeigen, dass daraus auch ein ähnlich großer Wachstumstreiber werden kann wie bei anderen Tech-Konzernen. Nach dem starken Lauf der Aktie ist das nicht ganz unwichtig.

Auf der anderen Seite hat Apple einen Vorteil, den nur wenige Unternehmen in dieser Größenordnung mitbringen. Die installierte Basis aktiver Geräte erreichte zuletzt erneut ein Rekordhoch und damit kann Apple neue KI-Funktionen direkt auf eine riesige Zahl bestehender Nutzer bringen.

Deshalb würde ich das KI-Thema bei Apple momentan auch nicht nur darauf reduzieren, wer das beste Modell baut. Für die Aktie wird mindestens genauso wichtig, ob Apple KI so tief ins eigene Ökosystem bekommt, dass daraus neue Geräteverkäufe, Upgrades und zusätzliche Services-Umsätze entstehen.

ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,67 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Die Ausgangslage bei Apple ist gerade ziemlich ungewöhnlich. Die letzten Zahlen waren operativ stark, die Aktie steht wieder nahe ihrer Hochs und gleichzeitig übernimmt mit John Ternus ein neuer CEO. Nur wenige Tage später folgt bereits das nächste iPhone-Event. Der 9. September könnte deshalb deutlich wichtiger werden als ein gewöhnlicher iPhone-Launch. Ein überzeugendes Foldable, Fortschritte bei KI und eine weiterhin starke iPhone-Nachfrage würden der aktuellen Bewertung neue Argumente liefern. Bleiben dagegen vor allem Lieferprobleme und die Frage hängen, ob Apple bei KI wirklich schnell genug vorankommt, dürfte die Diskussion um die hohe Bewertung ziemlich schnell wieder zurückkommen.