Allianz-Aktie: Kursziel 465 € – ist das noch günstig?
Rekordgewinn als fundamentaler Treiber der Allianz-Aktie
Im ersten Halbjahr steigerte die Allianz das operative Ergebnis um +8,6% auf den Rekordwert von 9,4 Milliarden €. Das entsprach bereits 54% des Mittelpunktes der Jahresprognose. Für das Gesamtjahr erwartet das Management weiterhin ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden €, wobei Abweichungen von jeweils 1 Milliarde € nach oben oder unten möglich sind.
Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte im ersten Halbjahr um +17,5% auf 16,44 €. Ohne Veräußerungs- und Sondereffekte lag das Wachstum bei rund +10%. Damit entwickelt sich die Allianz sogar etwas besser als ihr mittelfristiges Ziel, das bis 2027 ein durchschnittliches Gewinnwachstum je Aktie von +7 bis +9% vorsieht.
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Auch die Kapitalausstattung lässt weitere Ausschüttungen zu. Die Solvency-II-Quote verbesserte sich von 218 auf 225%. Das liegt deutlich über der internen Mindestmarke von 150%.
Bei 465 €: Dieses KGV wäre möglich
Goldman Sachs rechnete zuletzt mit einem Gewinn je Aktie von 29,97 € für 2026. Bei einem Aktienkurs von 465 € ergäbe sich daraus ein KGV von rund 15,5. Auf Basis des aktuellen Kurses liegt die Kennzahl bei etwa 14,6.
Für einen Versicherer ist das keine besonders niedrige Bewertung. Die Allianz wird inzwischen deutlich höher bewertet als im eigenen langjährigen Durchschnitt. Allerdings erwartet Goldman einen Anstieg des Gewinns je Aktie auf 33,50 € im Jahr 2027 und 37,21 € im Jahr 2028. Wird das Kursziel von 465 € erreicht und bleibt der Aktienkurs anschließend unverändert, würde das KGV dadurch auf 13,9 beziehungsweise 12,5 sinken.
Das Kursziel setzt somit voraus, dass die Allianz ihr Gewinnwachstum über mehrere Jahre fortsetzt. Ein bloß stabiles Ergebnis würde die Bewertung dagegen kaum rechtfertigen.
Dividendenrendite fällt unter 4%
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte die Allianz 17,10 € je Aktie aus. Bezogen auf 465 € entspräche das nur noch einer Dividendenrendite von 3,68%.
Maßgeblich für die kommende Ausschüttung ist jedoch die Dividendenpolitik. Die Allianz will 60% des um Sonder- und Bewertungseffekte bereinigten Konzerngewinns ausschütten. Auf Basis der Goldman-Prognose wären für 2026 rechnerisch rund 18 € je Aktie möglich. Am aktuellen Kurs läge die erwartete Dividendenrendite damit bei rund 4,1%, am Kursziel von 465 € dagegen nur noch bei 3,9%.
Steigt der Gewinn wie prognostiziert, könnten für 2027 etwa 20,10 € und für 2028 rund 22,30 € ausgeschüttet werden. Am Kursziel würde die Rendite dadurch mittelfristig wieder auf +4,3 beziehungsweise +4,8% steigen.
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Rückkäufe stützen ebenfalls den Gewinn je Aktie
Zusätzlich läuft ein Aktienrückkauf über 2,5 Milliarden €. Davon waren zur Jahresmitte bereits 1,4 Milliarden € umgesetzt. Gemessen am aktuellen Börsenwert entspricht das gesamte Programm einer Rückkaufrendite von ungefähr 1,5%.
Da die erworbenen Aktien eingezogen werden, verteilt sich der künftige Gewinn auf weniger Anteile. Das dürfte das Wachstum des Gewinns und der Dividende je Aktie um etwa 1 bis 2 Prozentpunkte unterstützen. Der Effekt ist positiv, fällt bei Kursen nahe dem Rekordhoch aber geringer aus als bei einer günstigeren Aktie.
ℹ️ Allianz SE in Kürze
- Die Allianz (WKN: 840400) mit Hauptsitz in München ist der größte Versicherungskonzern der Welt.
- Kerngeschäft des Konzerns sind die Kranken-, Lebens-, Sach- und Unfallversicherung.
- Darüber hinaus betreibt die Allianz den Geschäftsbereich Asset Management, in dem sie das Vermögen von Privatpersonen und institutionellen Anlegern verwaltet.
- Die Allianz ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern rund 166 Milliarden € wert.
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Fazit
465 € sind fundamental vertretbar, günstig wäre die Allianz-Aktie auf diesem Niveau jedoch nicht mehr. Das KGV läge über 15 und die erwartete Dividendenrendite unter 4%. Als unternehmensorientierter Buy-and-Hold-Investor gebe ich kein Stück aus meiner Hand. Nachkaufen würde ich aber auch erst, wenn ein niedrigerer Aktienkurs eine günstigere Bewertung ermöglicht.