Airbnb-Aktie +17%: Darum wird KI jetzt so wichtig
Airbnb übertrifft die Erwartungen
Im zweiten Quartal erzielte Airbnb einen Umsatz von 3,61 Milliarden US$. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 17%. Im Vorfeld hatten Analysten mit etwa 3,58 Milliarden US$ gerechnet. Damit lag Airbnb auch oberhalb der eigenen bisherigen Prognosespanne von 3,54 bis 3,60 Milliarden US$.
Auch beim Gewinn konnte Airbnb überzeugen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,37 US$ und stieg damit um rund 33% gegenüber dem Vorjahr. Erwartet worden waren lediglich etwa 1,26 US$. Das Bruttobuchungsvolumen, also der Gesamtwert der über Airbnb gebuchten Reisen, stieg auf 27,2 Milliarden US$ und lag ebenfalls über den Erwartungen.
Damit lieferte Airbnb nach zuletzt mehreren eher enttäuschenden Quartalen wieder Zahlen, die an der Börse gut ankamen. Vor allem die Kombination aus weiter zweistelligem Wachstum und einer besseren Profitabilität sorgte für die starke Reaktion der Aktie.
Ausblick wird angehoben
Noch wichtiger als die zurückliegenden drei Monate war für Anleger der neue Ausblick. Für das dritte Quartal erwartet Airbnb einen Umsatz von rund 4,73 Milliarden US$. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzwachstum im mittleren Zehnprozentbereich. Zuvor war lediglich ein Wachstum im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich erwartet worden.
Das ist auch deshalb positiv, weil Airbnb zuletzt mit einigen Belastungen zu kämpfen hatte. Der Konflikt im Nahen Osten hatte die Buchungsentwicklung in Teilen der Region belastet und das Unternehmen hatte bereits im ersten Quartal vor entsprechenden Auswirkungen gewarnt. Trotzdem entwickelt sich die weltweite Reiselust weiter robust.
Unterstützung kam im vergangenen Quartal außerdem von der Fußball-Weltmeisterschaft. Großveranstaltungen sind für Airbnb interessant, weil die Nachfrage nach Unterkünften in den Austragungsorten kurzfristig stark steigt und Hotels häufig schnell ausgebucht oder deutlich teurer werden.
KI macht sich bei Airbnb langsam bezahlt
Ein weiterer Punkt, den das Management nach den Zahlen hervorgehoben hat, ist künstliche Intelligenz. Airbnb setzt KI inzwischen stärker im Kundenservice ein. Nach Angaben von CEO Brian Chesky können mittlerweile rund 45% der Kundenanfragen mithilfe der KI gelöst werden, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen muss.
Airbnb nutzt die Technologie aber nicht nur, um Kosten zu senken. KI soll auch die Suche nach Unterkünften verbessern und Nutzern dabei helfen, Angebote schneller miteinander zu vergleichen. Für Airbnb ist das wichtig, weil bereits kleine Verbesserungen bei der Zahl der Nutzer, die nach einer Suche tatsächlich buchen, einen größeren Effekt auf das gesamte Buchungsvolumen haben können.
Die ersten Ergebnisse scheinen hier anzukommen. Chesky erklärte nach den Zahlen, dass KI bereits zu besseren Buchungsraten beitrage. Damit wird das Thema für Airbnb zunehmend mehr als nur ein Kostenfaktor.
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Aktie springt zeitweise mehr als +17%
Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend deutlich aus. Bereits nachbörslich ging es nach Veröffentlichung der Zahlen kräftig nach oben. Am Freitag setzte sich die Bewegung fort und die Airbnb-Aktie gewann zeitweise mehr als +17%. Damit hat sich das technische Bild innerhalb eines Tages deutlich verbessert. Nach einer längeren Phase, in der die Aktie immer wieder mit Rücksetzern zu kämpfen hatte, wurden mit der Bewegung wichtige Widerstände überwunden.
Nach einem Kurssprung von mehr als +17% wären kurzfristige Gewinnmitnahmen nicht ungewöhnlich. Bleibt die Aktie aber oberhalb der zuvor überwundenen Bereiche, wäre das ein erstes Zeichen dafür, dass Anleger die Zahlen nicht nur für einen kurzfristigen positiven Ausreißer halten.
Auch an der Wall Street kamen die Zahlen gut an. Wedbush stufte die Airbnb-Aktie nach den Ergebnissen auf „Outperform“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 152 auf 200 US$. Als Gründe wurden unter anderem Verbesserungen bei der Plattform, neue Zahlungsangebote und die Fortschritte beim Einsatz von KI genannt.
ℹ️ Airbnb in Kürze
- Airbnb ist das weltweit bekannteste Online-Portal zur Buchung und Vermietung privater Unterkünfte.
- Sowohl private als auch gewerbliche Vermieter können über das Portal Immobilien oder Räumlichkeiten an andere Personen vermieten.
- Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco ist Mitglied im US-Technologieindex Nasdaq 100 und an der Börse rund 106,3 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die starke Reaktion der Airbnb-Aktie kommt nicht ohne Grund. Umsatz und Gewinn lagen über den Erwartungen, der Ausblick wurde angehoben und auch beim Einsatz von KI zeigen sich erste konkrete Fortschritte. Der zeitweise Anstieg von mehr als +17% am Freitag war entsprechend deutlich. Nach dieser Bewegung wäre eine kurzfristige Pause nicht ungewöhnlich. Fundamental haben die Zahlen aber einige Argumente geliefert, warum Anleger Airbnb wieder mehr zutrauen.