Intel-Aktie: Ein tolles Schnäppchen oder doch für den Müll?
Es hagelt Kurszielkorrekturen
Über die Gründe für den Kurssturz der Intel-Aktie hat bereits mein Kollege Louis Blümlein ausführlich in seiner letzten Analyse berichtet, weshalb ich mich heute auf die Frage der Bewertung der Intel-Aktie fokussieren will. Wie nicht anders zu erwarten war, hagelte es nach der schwachen Guidance des Chipkonzerns mehr oder weniger drastische Kurszielkorrekturen durch Banken und Analysehäuser.
Die Bank of America kappte ihr Kursziele von 145 auf 100 US$, sieht damit aber immer noch ein Upside von über +50% für die Intel-Aktie. Die BofA-Analysten sprechen nur von einer verzögerten Trendwende des Chipdinos.
Die Schweizer Großbank UBS reduzierte das Kursziel der Intel-Aktie von 100 auf 80 US$ und stufte sie mit „Neutral“ ein. Sie bemängelt die nicht ersichtliche Erholung im PC-Geschäft.
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt die britische Bank Barclays. Auch sie verringerte den fairen Wert der Intel-Aktie von 100 auf 75 US$ und rät nur zum Halten des Papiers.
Massiv abgestuft wurde die Intel-Aktie von der Investmentbank Baird. Sie dampfte das Kursziel von ursprünglich 125 auf 83 US$ ein. Grund dafür sind die rückläufigen Erlöse im Client-Segment und das gebremste Wachstum bei den Server-Umsätzen. Auch die Investmentbanken Piper Sandler, Stifel und Northland Securites senkten ihre Einschätzungen der Intel-Aktie von 110 auf 90 US$ (Piper und Stifel) bzw. von 120 auf 93 US$ (Northland).
Größter Bulle bleibt nach wie vor die KeyBanc mit einem nur leicht von 155 auf 140 US$ gesenkten Kursziel. Ihre Analysten sehen damit mehr als ein Verdoppelungspotenzial für die Intel-Aktie.
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Wo ist der Boden?
Das jüngste Chartbild der Intel-Aktie lässt sich nur mit dem Wort „Vollkatastrophe“ charakterisieren. Innerhalb von vier Wochen hat sich der Kurs des Chipkonzerns halbiert.
Die Aktie notiert auf dem niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Sollte sie sich nicht bei 65 US$ stabilisieren, droht mangels weiterer Unterstützungen sogar ein Sell-off bis 50 US$.
Eine völlig schleierhafte Bewertung
Ich finde es äußerst erstaunlich, dass selbst die Bären nach ihren Kurszielkorrekturen mit fairen Werten von 70 bis 80 US$ noch ein leichtes Upside für die Intel-Aktie sehen. Das aktuelle Forward-KGV des Chipkonzerns liegt bei rund 45. Das ist mir für ein Unternehmen, das im laufenden Jahr mit voraussichtlich 16 bis 18% wachsen wird, ein viel zu optimistischer Wert.
Für das kommende Jahr gibt es noch überhaupt keine Guidance von Intel. Der Chipkonzern wird die Aufgabe meistern müssen, das stark schwächelnde PC-Geschäft durch ein deutlich stärkeres KI-Rechenzentrumsgeschäft mehr als zu kompensieren. Das ist durchaus wahrscheinlich, aber die Frage ist, wie gut Intel diese Überkompensation gelingen wird.
In meiner letzten Analyse der Intel-Aktie Mitte September habe ich Kunden zum Verkauf geraten. Damals notierte die Aktie bei knapp über 100 US$.
Und auch heute will ich meine Verkaufsempfehlung wiederholen — beim Stand von 66 US$. In die Bewertung der Intel-Aktie ist meiner Überzeugung nach immer noch viel zu viel Hoffnung eingepreist.
Nur mal zum Vergleich: Die beiden Chipkonzerne Broadcom und Nvidia kommen aktuell auf ein Forward-KGV von 18 bzw. 14. Beide wachsen gegenwärtig und in naher Zukunft mit rund 60% und verdienen erheblich mehr Geld als Intel. Die Bewertung von Intel ist mir in Relation dazu auch nach dem gestrigen Crash einfach nur schleierhaft.
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ℹ️ Intel in Kürze
- Intel, gegründet 1968 und mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien, ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern und historisch der weltweit größte Entwickler und Hersteller von Mikroprozessoren.
- Der Konzern besteht aus den zwei Einheiten Products (Design) und Foundry (Auftragsfertigung).
- Intel Products entwickelt Prozessoren für PCs (Core-Serie) und Rechenzentren (Xeon-Prozessoren).
- Intel Foundry produziert Chips auch für Drittkunden, wie beispielsweise Microsoft und Gerüchten zufolge zukünftig auch für Apple.
- Intel ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und aktuell ca. 348 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Ich würde die Intel-Aktie maximal für rund 40 US$ kaufen, also den Kurs, den sie vor ihrer Rallye im Frühjahr hatte. Jeder Preis darüber ist meiner Überzeugung nach ein reiner Fantasiewert, der mit der Zukunft von Intel nichts zu tun hat.
Die Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau alles andere als ein Schnäppchen. Anleger sollten sie auf den Müll werfen und auf viel niedrigere Kurse warten.