Fortinet-Aktie -31%: Kann man hier ein Schnäppchen machen?
Starke Wachstumsdynamik
Auslöser des gestrigen Kurskollaps der Fortinet-Aktie war die Vorlage der Quartalszahlen. Diese fielen zwar sehr gut aus und lagen bei Umsatz und Gewinn über den Analystenerwartungen. Aber einige weitere Kennzahlen von Fortinet sorgten bei Anlegern für Enttäuschung, was in Kombination mit der hohen Bewertung des Cybersecurity-Titels zu einem massiven Sell-off führte.
Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Fortinet seinen Umsatz um 20% gegenüber dem Vorjahr auf 2,08 Milliarden US$. Die Billings, also die abgerechneten Aufträge, legte sogar um 29% auf 2,34 Milliarden US$ zu und lagen 2% über der Markterwartung. Allerdings sorgte Fortinet im letzten Quartal für einen deutlich positiveren Überraschungseffekt bei den Billings.
Besonders kräftig stieg der Produktumsatz mit einem Plus von 37% auf 765 Millionen US$. Treiber war die hohe Nachfrage nach höherwertigen Hardwaremodellen und KI-Sicherheitsinfrastruktur. Der Serviceumsatz erhöhte sich allerdings nur um 13% auf 1,31 Milliarden US$ und blieb hinter den Erwartungen zurück. Das Management erklärte die große Lücke zwischen Produkt- und Servicewachstum mit großen Neukundentransaktionen, bei denen die Services erst nachgelagert aktiviert würden.
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Aber das sieht die Börse kritisch
Kritisch sieht die Börse offenbar die Entwicklung der Wachstumsraten bei Fortinet. Der Produktumsatz wuchs im Vorquartal noch um 52%. Zugleich senkte das Management seine Prognose für den Service-Umsatz im Gesamtjahr von bislang 5,18 bis 5,22 auf nunmehr 5,15 bis 5,17 Milliarden US$.
Beim Gewinn je Aktie gelang dem Tech-Unternehmen hingegen eine positive Überraschung. Die bereinigten EPS stiegen um 23% auf 0,91 US$ und lagen damit über den erwarteten 0,86 US$.
Die bereinigte operative Marge erreichte mit 38,2% einen neuen Rekordwert für ein drittes Quartal. Der Free Cashflow kletterte spürbar um 52% auf 865 Millionen US$.
Das Management hob im Zuge der Zahlen die Jahresprognose für den Gesamtumsatz sowie die Billings nochmals an, was jedoch nicht ausreichte, um die hohen Erwartungen der Börse angesichts der ambitionierten Bewertung vollends zu bedienen.
Auch charttechnisch kritisch
Das Chartbild der Fortinet-Aktie hat sich durch den gestrigen Crash extrem verschlechtert. Über Wochen stellte die Marke von 150 US$ einen starken Support dar.
Dieser wurde zur Wochenmitte mit einem Schlag nach unten durchbrochen. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer kritischen Lage, da die nächsten Unterstützungen erst im Bereich zwischen 105 und 115 US$ liegen.
Die Bewertung stimmt immer noch nicht
Fortinet ist nach wie vor ein dynamisch wachsendes und hochprofitables Unternehmen, aber die Bewertung war in Bezug auf die zuletzt gemeldeten Kennzahlen einfach viel zu hoch. Das Forward-KGV des Cybersecurity-Spezialisten liegt bei knapp 50. Das ist für ein Unternehmen, das gegenwärtig und in naher Zukunft mit rund 15 bis 20% wächst, eine viel zu ambitionierte Bewertung.
Hinzu kommt die Abflachung des Wachstums. Für das vierte Quartal rechnet das Fortinet-Management mit einem Rückgang der Wachstumsrate von 20 auf 15%.
Auch die Entwicklung der bereinigten Bruttomarge sieht nicht gut aus. Sie ging auf Jahressicht von 81,6% auf 79,6% zurück. Bei der historisch hohen operativen Marge von 36 bis 38% sieht das Management deshalb kein Potenzial mehr.
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ℹ️ Fortinet in Kürze
- Fortinet (WKN: A0YEFE, ISIN: US34959E1091) ist ein US-amerikanischer Cybersecurity-Konzern mit Schwerpunkt auf Netzwerk-, Cloud- und Anwendungssicherheit.
- Zu den wichtigsten Produkten gehören die FortiGate-Firewalls sowie die übergreifende Fortinet Security Fabric.
- Mit der Übernahme von Virtue AI baut Fortinet sein Angebot für den Schutz von KI-Modellen, autonomen Agenten und entsprechenden Anwendungen weiter aus.
- Das Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Sunnyvale und wird an der Nasdaq unter dem Kürzel FTNT gehandelt.
- Fortinet ist Mitglied im Nasdaq 100-Index und aktuell ca. 128 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Ich würde mir die Fortinet-Aktie sofort ins Depot legen, aber definitiv nicht zur aktuellen Bewertung. Ein Forward-KGV von fast 50 ist mir für ein Unterenehmen mit einem mittelfristigen Wachstum von rund 20%, aber einem ausgereizten Margenpotenzial deutlich zu hoch.
Cybersecurity ist angesichts der massiven potenziellen Bedrohung durch außer Kontrolle geratene KI-Agenten ein riesengroßes Zukunftsthema. Aber deshalb sollten Anleger trotzdem nicht die Bewertung von Cybersecurity-Aktien wie Fortinet aus den Augen verlieren.