stock.adobe.commonticellllo

BASF-Aktie: Quartalszahlen überzeugen nicht – was kommt jetzt?

Neue Quartalszahlen
Die BASF-Aktie konnte am Mittwoch von den guten Quartalszahlen nur begrenzt profitieren. Auch am Donnerstag legt sie lediglich leicht zu und notiert aktuell bei 52,80 €. In der zweiten Jahreshälfte konnte der Kurs zwar deutlich zulegen, eine klare Aufwärtsbewegung ist momentan jedoch nicht erkennbar. Hier stellt sich die Frage: Bleibt die Aktie trotz der verbesserten Geschäftsentwicklung in einer Seitwärtsbewegung gefangen oder gelingt bald der Ausbruch nach oben?

Operativer Ertrag deutlich gesteigert

Der positive Geschäftsverlauf aus dem ersten Halbjahr setzte sich im dritten Quartal fort. BASF überzeugte mit guten Zahlen und übertraf die Markterwartungen.

Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14% auf 16,4 Milliarden €. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Verkaufspreise, die um 12% zunahmen. Die Absatzmengen verbesserten sich um 2%.

Besonders positiv entwickelten sich die Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions sowie Nutrition & Care. Hier profitierte der Konzern von höheren Preisen und einer verbesserten Nachfrage. Das Agrargeschäft blieb dagegen schwächer und verzeichnete deutliche Rückgänge bei den Absatzmengen.

Noch wichtiger ist die Entwicklung beim operativen Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 15% auf rund 1,6 Milliarden €. Damit übertraf BASF die Markterwartungen. Die EBITDA-Marge blieb mit 10% allerdings auf dem Niveau des Vorjahres.

Bei der tatsächlichen Ertragslage ergibt sich ein differenzierteres Bild. Einschließlich der Sondereinflüsse lag das EBITDA bei rund 1,2 Milliarden €. Das EBIT rutschte aufgrund hoher Abschreibungen und negativer Sondereffekte von einem Vorjahresgewinn von 232 Millionen € auf einen Verlust von 98 Millionen €. Der Nettogewinn verringerte sich von 172 auf 155 Millionen €.

Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.

EBITDA-Prognose angehoben

Aufgrund der guten operativen Entwicklung zeigt sich BASF für das Gesamtjahr zuversichtlicher. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen werden nun 7,4 bis 7,8 Milliarden € erwartet. Zuvor lag die Prognosespanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden €.

BASF drängt auf die Übernahme von Evonik

Neben der operativen Geschäftsentwicklung bleibt die mögliche Übernahme von Evonik das bestimmende Thema.

BASF hat die Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung offiziell bestätigt. Laut Medienberichten wurde das ursprüngliche Angebot von 22,15 € auf 24 € je Evonik-Aktie erhöht. Damit würde Evonik mit rund 11,2 Milliarden € bewertet. Eine offizielle Bestätigung der erhöhten Offerte durch BASF, Evonik oder die RAG-Stiftung liegt bislang nicht vor.

Zudem hat BASF-Chef Markus Kamieth öffentlich erklärt, dass der Konzern bestehende Vereinbarungen zum Schutz von Beschäftigten und Standorten berücksichtigen würde. Dazu gehören insbesondere Zusagen bis 2032.

Kamieth zog bei der Übernahme zugleich eine klare Grenze:

Wir werden eine mögliche Transaktion mit Evonik nur dann verfolgen, wenn sie für unsere Aktionärinnen und Aktionäre wirtschaftlich ist. Und wir werden keinen überhöhten Preis zahlen.

Der Ball liegt nun bei Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung, die rund 44% der Anteile hält.

Bewertung

Trotz der guten Quartalszahlen und der angehobenen Ergebnisprognose kam bei den Anlegern keine ausgeprägte Kaufbereitschaft auf. Eine mögliche Erklärung ist, dass das schwächere EBIT und der rückläufige Nettogewinn stärker wahrgenommen werden als die Verbesserung des bereinigten operativen Ergebnisses.

Für die weitere Kursentwicklung dürfte nun vor allem die geplante Übernahme von Evonik eine Rolle spielen. Die Aussage von Kamieth macht deutlich, dass BASF zwar an einer Transaktion interessiert ist, dafür aber einen wirtschaftlich vertretbaren Preis verlangt.

Auch die weiterhin schwierige Lage im internationalen Chemiesektor bleibt ein Risikofaktor. Die operative Verbesserung bei BASF ist zwar erkennbar, eine kräftige und breit angelegte Erholung der Nachfrage ist jedoch noch nicht gesichert.

ℹ️ BASF in Kürze

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit etwa 45,5 Milliarden € bewertet.

BASF kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über BASF und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

BASF weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Fazit

BASF befindet sich aus meiner Sicht operativ auf einem guten Weg. Die Quartalszahlen fielen überzeugend aus, und die Anhebung der Ergebnisprognose bestätigt die verbesserte Entwicklung der Kerngeschäfte. Der Konzernumbau ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen.

Bei der geplanten Übernahme von Evonik dürfte sich demnächst zeigen, ob beide Unternehmen und die RAG-Stiftung eine gemeinsame Lösung finden. Ich gehe weiterhin davon aus, dass eine Übernahme möglich ist.

Beim weiteren Kursverlauf bleibe ich vorerst zurückhaltend. Die Aktie dürfte zunächst stärker von der Entwicklung des Chemiesektors und den Nachrichten zum Übernahmeprozess abhängig bleiben. Eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung ist deshalb durchaus möglich. Was weiterhin für die Aktie spricht, ist die Dividendenrendite von aktuell rund 4,2%.

Du willst wissen, welche drei Trend-Aktien wir für den Jahresendspurt auf dem Zettel haben? Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026.