Infineon-Aktie: Investition in neue Technologie – neue Kurschancen?
Investition in neue Wafer-Technologie
Der Strombedarf neuer Technologien steigt deutlich. Das gilt insbesondere für KI-Rechenzentren, aber auch für Bereiche wie Elektromobilität, Robotik und Energieinfrastruktur.
Um Strom effizienter umzuwandeln und Verluste bei der Energieversorgung zu reduzieren, setzt Infineon verstärkt auf Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid (GaN).
Das Unternehmen plant, am österreichischen Standort Villach die weltweit erste Hochvolumenfertigung für GaN-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern aufzubauen. Dafür sollen bis 2034 rund 1,1 Milliarden € investiert werden. Die EU unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von 319 Millionen € im Rahmen des European Chips Act. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen.
Der Vorteil der neuen Technologie liegt unter anderem in der höheren Produktivität. Auf einem 300-Millimeter-Wafer lassen sich rund 2,3-mal so viele Chips herstellen wie auf einem 200-Millimeter-Wafer. Das langfristige Marktpotenzial ist beachtlich. Marktanalysten erwarten, dass der weltweite Markt für GaN-Leistungshalbleiter bis 2031 auf rund 3,5 Milliarden US$ wachsen könnte.
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Kooperation mit NVIDIA
Neben dem Ausbau der eigenen Fertigung arbeitet Infineon auch mit NVIDIA zusammen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung leistungsfähiger Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren auf Basis einer 800-Volt-Gleichstromarchitektur (800 VDC).
Dabei geht es unter anderem um sogenannte Hochvolt-Zwischenkreiswandler. Sie reduzieren die Spannung innerhalb der Stromversorgungskette auf das benötigte Niveau und ermöglichen damit eine effiziente Energieversorgung der KI-Beschleuniger.
Galliumnitrid eignet sich für diese Anwendungen besonders gut. Das Material ermöglicht höhere Schaltfrequenzen und geringere Verluste als herkömmliches Silizium. Dadurch können Leistungskomponenten kompakter ausgelegt und Energieverluste sowie Wärmeentwicklung reduziert werden.
Bewertung
Die geplante Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter könnte der Geschäftsentwicklung langfristig einen deutlichen Schub geben. Infineon verbindet dabei technologische Fortschritte mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten und einer steigenden Nachfrage nach effizienter Stromversorgung.
Die Kooperation mit NVIDIA ist ein zusätzliches positives Signal. Sie zeigt, dass Infineon bei einer wichtigen Zukunftstechnologie mit einem führenden Anbieter von KI-Infrastruktur zusammenarbeitet.
Allerdings wird sich die Investition nicht sofort in höheren Gewinnen niederschlagen. Bis zur geplanten Serienfertigung Ende 2027 müssen zunächst erhebliche Mittel aufgewendet werden. Danach hängt der wirtschaftliche Erfolg davon ab, wie schnell die Nachfrage wächst, welche Marktanteile Infineon gewinnt und welche Margen sich erzielen lassen.
Zudem wird die Aktie derzeit von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu zählt insbesondere die weiterhin verhaltene Nachfrage aus Teilen der Automobilindustrie. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten darüber, wie nachhaltig der aktuelle KI-Investitionsboom ist.
Zuletzt kamen am Markt erneut Bedenken auf, ob sich die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren für deren Betreiber schnell genug rechnen werden.
Fundamental eröffnet die neue Technologie interessante Chancen. Kurzfristig bleibt der Aktienkurs jedoch stark von der allgemeinen Börsenstimmung im KI- und Halbleitersektor abhängig.
- Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegt bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
- Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Die im DAX gelistete Aktie wird aktuell mit knapp 70 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die Investition in die neue Galliumnitrid-Technologie ist für Infineon ein wichtiger strategischer Schritt. Die höhere Produktivität der 300-Millimeter-Wafer, die Kooperation mit NVIDIA und der zunehmende Strombedarf von KI-Rechenzentren schaffen gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Ich halte die Infineon-Aktie auf mittlere Sicht unterbewertet. Den fairen Wert sehe ich bei rund 80 €.
Für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont bietet Infineon aus meiner Sicht eine interessante Perspektive. Kurzfristige Kursrückgänge sind jedoch weiterhin möglich, insbesondere wenn sich die Stimmung gegenüber KI- und Halbleiteraktien erneut eintrübt.
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