Vonovia-Aktie: Das war ein Satz mit X
Politische Unsicherheit bleibt hoch
Für die anhaltende Nervosität sorgt weiterhin die Diskussion um mögliche Enteignungen großer Wohnungskonzerne in Berlin. Wie bereits in meiner vorherigen Analyse thematisiert, könnten entsprechende Pläne einer möglichen rot-rot-grünen Landesregierung insbesondere Vonovia und ihre Tochter Deutsche Wohnen treffen. Im Raum steht die Vergesellschaftung umfangreicher Wohnungsbestände, wobei die vorgesehenen Entschädigungen deutlich unter den bilanzierten Immobilienwerten liegen könnten. Allerdings bleibt die rechtliche und politische Umsetzung höchst umstritten. Zusätzliche Unsicherheit entsteht dadurch, dass über die konkrete Ausgestaltung und Finanzierung eines solchen Vorhabens weiterhin keine Klarheit besteht.
Interessanterweise halten sich die Analysten trotz des schwachen Aktienkurses weiterhin vergleichsweise optimistisch. Erst am Montag bestätigte JPMorgan seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 26 €. Gleichzeitig bleibt das operative Vermietungsgeschäft angesichts der hohen Wohnraumnachfrage grundsätzlich robust. Dennoch belasten neben den politischen Risiken vorwiegend die Verschuldung und das Zinsumfeld die Bewertung. Ob sich die fundamentale Stabilität künftig stärker im Aktienkurs widerspiegeln kann, dürfte auch von den Geschäftszahlen am 4. November abhängen. Bis dahin scheint die Unsicherheit das Kursgeschehen weiter zu bestimmen.
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Die Signallage

Quelle: stock3
Die am Freitag noch konstruktive Ausgangslage hat sich mit dem gescheiterten Vorstoß in Richtung 16,90 € wieder eingetrübt. Zwar gelang zuvor der Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie, doch blieb die notwendige Anschlussdynamik aus. Inzwischen wird auch die Rückkehr unter diese Trendlinie wieder zum Thema, während die Unterstützung bei 16,13 € gefährlich nahe rückt. Damit wächst das Risiko, dass sich der jüngste Befreiungsversuch als Fehlsignal erweist. Sollte die Aktie auch 16,13 € nachhaltig unterschreiten, favorisiere ich eine Fortsetzung der Korrektur bis in die Unterstützungsregion zwischen 15,36 und 15,27 €. Dort wäre nach dem lang anhaltenden Abverkauf zumindest eine stärkere technische Gegenbewegung denkbar.
Eine freundlichere Entwicklung wäre hingegen möglich, sofern sich die Käufer oberhalb von 16,13 € erneut behaupten und die Schwäche der vergangenen Handelstage überwinden. Dafür müsste Vonovia zunächst den Widerstand bei 16,90 € zurückerobern, um anschließend einen erneuten Anlauf auf 17,49 und 17,83 € zu starten. Erst oberhalb dieser Marken würde sich die Erholung wieder überzeugender präsentieren und weiteres Potenzial bis 19,61 beziehungsweise 20,02 € eröffnen. Dort wartet zugleich die übergeordnete Abwärtstrendlinie als zusätzliche Hürde. Solange allerdings der Ausbruch über 16,90 € ausbleibt, erscheinen die Chancen auf eine nachhaltige Trendwende weiterhin gering.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert, mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Vonovia-Aktie hat den zuletzt erwarteten bullischen Rebound nicht bestätigt und bleibt unterhalb von 16,90 € technisch angeschlagen. Nun entscheidet die Unterstützung bei 16,13 € über die weitere Entwicklung. Wird sie nachhaltig unterschritten, dürfte sich die Korrektur bis 15,36 beziehungsweise 15,27 € fortsetzen. Erst eine Rückeroberung von 16,90 € würde die Chancen auf einen neuen Erholungsversuch bis 17,49 und 17,83 € verbessern. Vorerst überwiegt wieder das Risiko weiterer Kursverluste.
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