Mercedes-Benz-Aktie: Ist der Stern endgültig zerbrochen?
Prognosesenkung für 2026
Es ist eine Schocknachricht, die die Mercedes-Benz-Aktie heute nach unten zieht. Der Stuttgarter Autokonzern hat seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten korrigiert. Grund für die Korrektur der Jahresaussichten ist ein nahezu perfekter Sturm aus der Krise in China und höheren Kosten im Schlussquartal.
Bislang ging das Mercedes-Management für 2026 noch von einer bereinigten Gewinnmarge in der Pkw-Sparte von 3 bis 5% aus. Nach neuesten Schätzungen dürfte sie bei nur bei 2 bis 3% liegen.
Auch beim EBIT kappte der Autokonzern seine Prognose für das laufende Jahr. Während Mercedes-Benz bislang mit einer deutlichen Steigerung des operativen Ergebnisses rechnete, dürfte der EBIT nur noch auf dem Niveau von 2025 liegen.
Und es kommt noch schlimmer: Die Entwicklung beim freien Cashflow in der Kernsparte Industriegeschäft ist negativ. Nachdem der Autohersteller bereits zuvor von einem free Cashflow unter dem Vorjahresniveau gerechnet hat, geht er nun von einem noch niedrigeren Wert aus.
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Nicht alles ist schlecht
Während die Pkw-Sparte derzeit das große Sorgenkind der Schwaben ist, laufen die Geschäfte in den Bereichen Vans und Financial Services recht gut. Die Marge der Vans-Sparte lag im abgelaufenen Vierteljahr mit 9,4% über der Konsensschätzung von 9,1%.
Noch profitabler ist das Geschäft mit Finanzdienstleistungen. Der Bereich Financial Services toppte mit einer Marge von 13,8% deutlich die Erwartung von 12,4%.
Das EBIT auf Konzernebene lag im letzten Quartal mit 1,77 Milliarden € ebenfalls über dem Konsens von 1,60 Milliarden €. Aber der freie Cashflow in Höhe von 172 Millionen € verfehlte deutlich die Erwartung von 422 Millionen €.
Hält dieser Support?
Die Mercedes-Benz-Aktie konnte Anfang Oktober ihren monatelangen Abwärtstrend bei 39 € beenden. Auch heute scheint dieser Support zu halten. Ich rechne angesichts der sehr schwierigen Ausgangslage des Autobauers allerdings nicht damit, dass ihm eine nachhaltige Erholung gelingen kann.
Ein gewaltiges "Doppelproblem"
Mercedes-Benz hat in meinen Augen ein gewaltiges „Doppelproblem“. Der deutsche Autobauer verkauft seit drei Jahren immer weniger Autos und mit den Autos, die er verkauft, verdient er immer weniger Geld.
In Zahlen: Von 2023 bis 2025 ging der Gesamtabsatz von Mercedes-Benz um über 13% zurück. Und auch 2026 deutet sich ein weiterer Absatzrückgang von 6% an. Im Klartext: Die Autos mit dem Stern leiden unter einer sich stetig verschlechternden Wettbewerbsfähigkeit.
Besonders deutlich wird dieses Leid an den Zahlen auf dem chinesischen Markt. Im vergangenen Jahr sank der Mercedes-Absatz in der Volksrepublik drastisch um 19% auf 552.000 Einheiten. Im ersten Halbjahr 2026 beschleunigte sich der Absatzeinbruch auf ein Minus von 28% gegenüber dem Vorjahr. Und im dritten Quartal verkauften die Schwaben sogar 31% weniger Fahrzeuge an chinesische Käufer als im Jahr davor.
Eine operative Marge von nicht einmal 3% ist für einen Premiumautobauer wie Mercedes-Benz eine Vollkatastrophe. Sie sollte eigentlich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen.
Um diesen Zielwert zu erreichen, muss Mercedes-Benz eine Vollbremsung bei den Kosten hinlegen. Werke in Deutschland müssen geschlossen und die Belegschaft drastisch verkleinert werden. Das wird nicht ohne Reibungsverluste gehen.
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ℹ️ Mercedes-Benz in Kürze
- Mercedes-Benz (WKN: 710000) ist einer der traditionsreichsten Autohersteller der Welt. Mit einem Absatz von rund 2 Millionen Fahrzeugen (Pkw und Vans) gehört der Konzern mit Sitz in Stuttgart zu den drei wichtigsten Autobauern Deutschlands.
- Gemessen am Umsatz zählt die Mercedes-Benz-Gruppe sogar zu den größten Autoherstellern der Welt.
- An der Börse wird das im DAX gelistete Unternehmen mit ca. 38 Milliarden € bewertet.
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Fazit
In meiner letzten Analyse der Mercedes-Benz-Aktie Anfang Oktober habe ich bezweifelt, dass sich der Kurs über 40 € halten kann. Der Grund: Mit einem Forward-KGV von über 6 ist mir der DAX-Titel immer noch zu hoch für ein Unternehmen bewertet, das sich seit Jahren auf dem absteigenden Ast befindet.
Ich sehe nicht, wie Mercedes-Benz bei Absatz, Umsatz und Gewinn die Kurve kriegen wird. Deshalb sollten Anleger weiterhin die Finger von ihr lassen. Der Stern ist meiner Überzeugung nach zerbrochen und wird sich nicht so einfach kleben lassen.