Vonovia-Aktie: Bereit für einen bullischen Auftakt?
Enteignungspläne belasten die Stimmung
Während die Vonovia-Aktie um eine Stabilisierung kämpft, sorgt die Berliner Wohnungspolitik für erhebliche Unsicherheit. Wie mein Kollege Vincent Uhr am Dienstag unter „16 Milliarden € für Enteignungen – jetzt 64% unter Wert kaufen?“ berichtete, planen Linke, SPD und Grüne die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände. Bis zu 160.000 Wohnungen könnten betroffen sein, wobei die Entschädigungen insgesamt auf 16 Milliarden € begrenzt werden sollen. Vonovia wäre als einer der größten Vermieter Berlins besonders betroffen. Allerdings handelt es sich bislang um politische Pläne, deren Umsetzung frühestens in einigen Jahren und nur unter erheblichen rechtlichen Voraussetzungen denkbar wäre.
Bemerkenswert bleibt dabei die Diskrepanz zwischen dem Aktienkurs und dem bilanziellen Immobilienvermögen. Ende Juni lag der bereinigte Nettovermögenswert EPRA NTA bei 46,22 € je Aktie und damit rund 64% oberhalb des aktuellen Kurses? Tatsächlich entspricht der Börsenkurs einem Abschlag von etwa 64% auf diesen Wert. Operativ entwickelt sich das Vermietungsgeschäft weiterhin solide, während Vonovia zugleich seine Aktivitäten im Management fremder Immobilienbestände ausbaut. Dennoch lasten die hohe Verschuldung, das Zinsumfeld und die regulatorischen Risiken weiterhin auf der Bewertung. Neue Impulse könnten die für den 4. November angekündigten Quartalszahlen liefern.
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Die Signallage

Quelle: stock3
Nach der jüngsten Abwärtsbewegung zeigt sich bei Vonovia eine erste Stabilisierung oberhalb der Unterstützung bei 16,13 €. Dabei gelang inzwischen auch der Ausbruch über die kurzfristige, seit August bestehende Abwärtstrendlinie. Damit hat sich die technische Ausgangslage erstmals wieder etwas verbessert. Entscheidend wird nun die Rückeroberung des Widerstands bei 16,90 €. Gelingt dieser Schritt, wäre nach einem möglichen kurzen Schwungholen eine Fortsetzung der Erholung bis 17,49 und anschließend 17,83 € denkbar. Oberhalb dieser Hürden könnte sich der Aufwärtsimpuls schließlich bis 19,61 beziehungsweise 20,02 € ausdehnen. Dort wartet allerdings bereits die übergeordnete Abwärtstrendlinie als nächster bedeutender Prüfstein.
Alternativ könnte sich der jüngste Trendlinienbruch als Fehlsignal erweisen. Fällt die Aktie erneut unter die überwundene Abwärtstrendlinie und anschließend auch unter 16,13 €, würde sich das Chartbild wieder deutlich eintrüben. In diesem Fall wäre eine Fortsetzung der Korrektur bis 15,36 beziehungsweise 15,27 € wahrscheinlich. Ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützungsregion würde die Hoffnungen auf eine Bodenbildung erheblich beschädigen. Noch überwiegt aus meiner Sicht die Chance auf eine technische Erholung, doch dafür müssen die Käufer jetzt auch den Widerstand bei 16,90 € überwinden.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert, mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Vonovia-Aktie hat mit dem Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie ein erstes konstruktives Signal geliefert. Nun kommt es auf die Rückeroberung von 16,90 € an, um weiteres Erholungspotenzial bis 17,49 und anschließend 17,83 € freizusetzen. Darüber könnten sogar 19,61 beziehungsweise 20,02 € wieder relevant werden. Scheitert der Vorstoß hingegen und fällt die Aktie unter 16,13 €, droht eine erneute Abwärtsbewegung bis in den Bereich um 15,36 €. Noch ist die übergeordnete Trendwende nicht bestätigt, doch die Ausgangslage hat sich zumindest kurzfristig verbessert.
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