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Gold künstlich herstellen? US-Unternehmen meldet Durchbruch

Forschung sorgt für Aufsehen
Beim Gold gibt es derzeit gleich zwei Entwicklungen, die Anleger beschäftigen. Während der Goldpreis erneut kräftig unter Druck geraten ist und um die wichtige Marke von 4.000 US$ kämpft, sorgt eine ungewöhnliche Nachricht für Aufsehen. Ein amerikanisches Unternehmen will es geschafft haben, künstlich echtes Gold herzustellen. Könnte das langfristig sogar die Knappheit des Edelmetalls verändern oder ist die Technologie wirtschaftlich noch weit davon entfernt?

US-Unternehmen meldet Durchbruch

Eine Nachricht aus den USA sorgt derzeit für Diskussionen am Goldmarkt. Das Technologieunternehmen Marathon Fusion aus San Francisco hat am 21. Oktober bekannt gegeben, dass es ihm gelungen sei, Quecksilber mithilfe von Kernreaktionen in echtes, stabiles Gold umzuwandeln. Das Experiment soll bereits im September stattgefunden haben.

Nach Unternehmensangaben wurde dabei sogar eine zehnmal höhere Produktionsrate erreicht als beim bisherigen Rekord des europäischen Forschungszentrums CERN. Schon dort war es Wissenschaftlern gelungen, winzige Mengen Gold künstlich zu erzeugen. Marathon Fusion behauptet nun, diesen Prozess deutlich verbessert zu haben.

Allerdings gibt es einen wichtigen Haken. Bislang hat das Unternehmen weder veröffentlicht, wie viel Gold tatsächlich hergestellt wurde, noch, welche Kosten dabei entstanden sind. Eine unabhängige wissenschaftliche Bestätigung der Ergebnisse steht ebenfalls noch aus. Und damit stellt sich vor allem eine Frage: Könnte künstlich hergestelltes Gold irgendwann tatsächlich mit Gold aus klassischen Minen konkurrieren?

Zumindest theoretisch wäre das denkbar. Bereits im vergangenen Jahr hatte Marathon Fusion Berechnungen veröffentlicht, wonach ein zukünftiges Fusionskraftwerk mit einer thermischen Leistung von einem Gigawatt jährlich etwa zwei Tonnen Gold produzieren könnte. Allerdings handelt es sich dabei bislang ausschließlich um Modellrechnungen.

Wirtschaftlich ist die Technologie deshalb noch weit von einer echten Alternative zum Goldbergbau entfernt. Schließlich müssten zunächst entsprechende Fusionsanlagen gebaut und wirtschaftlich betrieben werden. Hinzu kommen die Kosten für das Ausgangsmaterial, die Verarbeitung und mögliche lange Lagerzeiten aufgrund radioaktiver Nebenprodukte.

Für den weltweiten Goldmarkt dürfte die Meldung deshalb kurzfristig kaum Auswirkungen haben. Langfristig könnte die Technologie allerdings die Frage aufwerfen, wie knapp Gold tatsächlich bleibt, wenn es eines Tages auch außerhalb klassischer Minen in größeren Mengen produziert werden kann.

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Goldpreis fällt weiter – Ölpreise und Zinssorgen belasten

Während die neue Technologie für Gesprächsstoff sorgt, hat der Goldpreis derzeit ganz andere Probleme. Allein am Donnerstag ging es kräftig nach unten. Am Freitag setzte sich die Schwäche zunächst fort, wobei das Edelmetall zwischenzeitlich sogar auf rund 3.986 US$ je Feinunze zurückfiel.

Damit steuert Gold auf einen Wochenverlust von mehr als -3 % zu. Und das, obwohl die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eigentlich für eine stärkere Nachfrage nach sicheren Anlagen sprechen könnten.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind derzeit die stark gestiegenen Ölpreise. Diese schüren erneut Sorgen über eine hartnäckige Inflation und verringern damit die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank. Inzwischen wird am Markt sogar wieder über eine mögliche Zinserhöhung im Dezember spekuliert.

Für Gold ist das keine gute Kombination. Schließlich wirft das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen ab. Steigen dagegen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen und bleibt der US-Dollar stark, wird Gold für viele Anleger weniger attraktiv.

Neue Impulse könnte deshalb bereits die kommende Woche liefern. Am 27. und 28. Oktober tagt die amerikanische Notenbank, bevor am 29. Oktober die nächsten PCE-Inflationsdaten veröffentlicht werden.

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Goldpreis kämpft um 4.000 US$

Aus technischer Sicht richtet sich der Blick nun vor allem auf die Marke von 4.000 US$. Nachdem sich der Goldpreis in den vergangenen Wochen noch deutlich darüber behaupten konnte, hat sich die Situation zuletzt spürbar verschlechtert.

Am Freitag wurde die psychologisch wichtige Marke zwischenzeitlich sogar unterschritten, bevor die Käufer zurückkehrten und Gold wieder über 4.000 US$ steigen konnte. Damit bleibt die Kurszone vorerst umkämpft.

Sollte sich der Goldpreis hier stabilisieren, wäre zumindest eine kurzfristige Gegenbewegung denkbar. Auf der Oberseite wäre dafür zunächst eine Rückkehr über 4.100 US$ hilfreich. Erst darüber würde sich das angeschlagene Chartbild wieder etwas verbessern.

Gold-Kurs auf TradingView

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Fazit

Die künstliche Herstellung von Gold könnte langfristig neue Möglichkeiten eröffnen. Bis sich das Verfahren wirtschaftlich lohnt und größere Mengen produziert werden können, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Für den Goldpreis bleibt deshalb zunächst die Marke von 4.000 US$ wichtiger. Sollte sich das Edelmetall hier stabilisieren, wäre eine Erholung denkbar.