Atos-Aktie: Meilensteinziele vorzeitig erreicht – jetzt einsteigen?

Vorläufige Quartalszahlen
Die Atos-Aktie konnte im Oktober ihren anhaltenden Abwärtstrend vorerst beenden. Vom Tief Ende September bei rund 20 € erholte sie sich und notiert am Freitag aktuell bei 23,90 €. Auf Jahressicht hat sie allerdings weiterhin mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Hier stellt sich die Frage: Ist damit die Trendwende geschafft und lohnt sich jetzt ein Einstieg?

Restrukturierungsziele vorzeitig erreicht

Mit den am 21. Oktober veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal meldete Atos einen wichtigen Fortschritt bei der Sanierung. Das Restrukturierungsprogramm Genesis entwickelte sich besser als ursprünglich geplant. Die angestrebten Einsparungen wurden bereits vorzeitig erreicht und sollen weiter ausgebaut werden.

Besonders wichtig ist, dass Atos im dritten Quartal erstmals seit Beginn des Programms wieder einen positiven Cashflow erzielte. Die Veränderung der liquiden Mittel lag bei rund 44 Millionen €. Darin enthalten waren Restrukturierungsauszahlungen von etwa 50 Millionen €.

Im Vorjahreszeitraum hatte Atos noch einen negativen Cashflow von rund 55 Millionen € ausgewiesen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein bei der finanziellen Stabilisierung erreicht.

Auch die Liquidität verbesserte sich. Zum Ende des dritten Quartals lag sie bei rund 966 Millionen €, nach 948 Millionen € Ende Juni. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Atos im Juli bereits eine Kredittranche von 857 Millionen € zurückgezahlt hatte.

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Umsatzrückgang schwächt sich weiter ab

Beim Umsatz ist die Entwicklung noch nicht positiv, zeigt aber eine schrittweise Verbesserung. Im dritten Quartal erzielte Atos einen Umsatz von rund 1,64 Milliarden €. Der organische Umsatzrückgang von Atos und Eviden zusammen lag bei 2,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Damit verringerte sich der Rückgang gegenüber den ersten beiden Quartalen deutlich. Im ersten Quartal hatte er noch 11% betragen, im zweiten Quartal waren es 5,8%. Besonders positiv entwickelten sich Großbritannien und Irland sowie die internationalen Märkte.

Auch beim Auftragseingang zeigte sich die übliche Sommersaisonalität. Er lag bei rund 1,02 Milliarden €. Das Book-to-Bill-Verhältnis (Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz) betrug etwa 62%. Damit kamen weniger neue Aufträge hinzu, als im Quartal umgesetzt wurden. Der Auftragsbestand lag Ende September bei rund 8,4 Milliarden € und entsprach damit etwa 1,3 Jahresumsätzen. Das bietet eine gewisse Planungssicherheit.

Jahresprognose bestätigt

Atos hält an seiner Jahresprognose für 2026 fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem organischen Umsatzrückgang von rund 5%. Die operative Marge soll bei 7% liegen. Zudem wird für das Gesamtjahr eine positive Veränderung der liquiden Mittel angestrebt.

Da die operative Marge im ersten Halbjahr bei 5,7% lag, muss sich die Profitabilität im zweiten Halbjahr weiter verbessern, um das Jahresziel zu erreichen.

Das Management setzt dabei auf weitere Kosteneinsparungen, eine bessere Auslastung der Mitarbeiter sowie ein stärkeres Geschäft mit margenstärkeren Dienstleistungen.

Für die kommenden Jahre hat Atos ebenfalls konkrete Ziele formuliert. Zwischen 2026 und 2028 soll der organische Umsatz durchschnittlich um 5 bis 7% pro Jahr wachsen. Die operative Marge soll 2028 rund 10% erreichen. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Verschuldungskennzahl auf unter das 1,5-Fache des bereinigten operativen Ergebnisses nach Abschreibungen senken.

Bewertung

Die vorgelegten Zahlen sind ein wichtiges Signal für die finanzielle Stabilisierung. Besonders positiv ist, dass Atos die Einsparziele früher als vorgesehen erreicht hat und erstmals wieder einen positiven Cashflow erzielte.

Für die Aktie ist deshalb entscheidend, ob Atos die erreichten Einsparungen dauerhaft sichern und gleichzeitig neues Wachstum erzeugen kann. Die ambitionierten Ziele für 2028 zeigen, wohin die Reise gehen soll.

Sehr wichtig wird die Prognose für das nächste Geschäftsjahr.

ℹ️ Atos in Kürze
  • Atos SE (WKN: 877757 ist ein international führender Anbieter von IT-Dienstleistungen. Der Konzern gliedert sich in die beiden Sparten Tech Foundation (klassische IT-Dienstleistungen) sowie die Sparte Cybersicherheit & Digitalisierung.
  • Neben dem Hauptsitz im französischen Bezon unterhält der Konzern Niederlassungen in über 73 Ländern.
  • Die Hauptbörse der Aktie ist die Euronext in Paris. Die Markkapitalisierung beträgt aktuell knapp 480 Millionen €.

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Fazit

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Atos bei der Restrukturierung Fortschritte erzielt. Ob die Trendwende bei der Aktie bereits geschafft ist, bleibt abzuwarten.

Aus meiner Sicht ist das Schlimmste überstanden. Eine nachhaltige Kurserholung lässt sich daraus aber noch nicht ableiten. Die Aktie bleibt eine spekulative Turnaround-Chance. Anleger sollten daher eine erhöhte Risikobereitschaft mitbringen.

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