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Cardano: 5 Mio. US-Dollar aus der Treasury in Kupfer?

Wette auf Kupfer

Über einen ungewöhnlichen Antrag entscheiden derzeit die Stimmberechtigten von Cardano. Das Unternehmen Toto Finance will 22 Millionen ADA aus der Treasury, umgerechnet rund 5 Millionen US$, und damit physisches Kupfer kaufen, das als Token abgebildet wird. ADA notiert am heutigen Freitag bei rund 0,217 US$ und liegt damit 2,1% über dem Stand von vor 24 Stunden. Zuvor war der Kurs am Donnerstag unter 0,222 US$ gerutscht. Ist eine Wette auf Kupfer mit knappen Gemeinschaftsmitteln ein sinnvoller Schritt für Cardano, und was bedeutet der Antrag für Anleger in ADA?

Kupfer für die Treasury

Toto Finance ist ein Unternehmen aus Delaware, das physische Rohstoffe in Blockchain-Token umwandelt. Der Antrag trägt den Namen Cardano Strategic Copper Reserve. Geplant ist der Kauf von Kupferkathoden der COMEX-Güteklasse Grade 1, die in einem Lagerhaus in der Nähe von New Orleans liegen sollen. Jeder Token mit dem Kürzel CuTT soll für ein Pfund Kupfer stehen. Abgestimmt wird noch bis zum 15. November.

Nach dem Plan bleibt das Metall 18 bis 24 Monate im Lager und wird danach innerhalb eines weiteren Jahres verkauft. Spätestens im 36. Monat sollen die Verkaufserlöse und nicht genutzte Mittel an die Treasury zurückfließen. Eine Garantie, dass die Treasury ihren ursprünglichen ADA-Betrag zurückerhält, gibt es nicht. Die Token sollen zunächst auf Ethereum ausgegeben und erst über eine Bridge auf Cardano gespiegelt werden. Die Verträge und Sicherheitsprüfungen sind noch nicht abgeschlossen. Toto-Gründer Monty Metzger will das Produkt auf 5 Milliarden US$ an tokenisiertem Kupfer ausbauen, mit Cardano als Vorzeigeprojekt.

Hohe Hürde beim Kupferpreis

Von den beantragten 22 Millionen ADA fließen 66,93%, also 14,72 Millionen ADA, in den eigentlichen Kupferkauf. Der Rest deckt Technologieentwicklung, Verwahrung, Versicherung und unabhängige Aufsicht ab. Der Antrag rechnet mit einem Einkaufspreis von 6,73 US$ je Pfund und einem Verkaufspreis von etwa 10,06 US$. Wird das volle Budget ausgegeben und bleibt der Kurs von ADA in US$ unverändert, müsste Kupfer um rund 49,4% steigen, damit die Treasury ihren Einsatz zurückbekommt. Das Metall müsste dafür deutlich über seinem bisherigen Rekordhoch gehandelt werden.

Ein steigender ADA-Kurs würde die Hürde weiter erhöhen, weil die Treasury dann auf einen wertvolleren Bestand verzichtet hätte. Die Gemeinschaftskasse würde damit ein Rohstoffrisiko eingehen, das mit der Entwicklung des Netzwerks wenig zu tun hat. Hinzu kommt die technische Abhängigkeit von Ethereum.

Der Spielraum schrumpft

Die Treasury selbst hält rund 1,38 Milliarden ADA, doch Auszahlungen sind bis etwa Juli 2027 auf 500 Millionen ADA begrenzt. Bis zum 16. Oktober hatten 30 umgesetzte Entnahmen bereits 457,4 Millionen ADA davon verbraucht, übrig sind damit 42,6 Millionen ADA. Würde der Kupferantrag als nächster umgesetzt, blieben nur noch 20,6 Millionen ADA. Rückflüsse aus dem Kupferverkauf würden diesen Rahmen nach den geltenden Regeln nicht wieder auffüllen.

Jeder ADA, der in eine Rohstoffwette fließt, fehlt bis Mitte 2027 für Entwicklung, Infrastruktur oder die Förderung des Ökosystems. Gerade diese Ausgaben könnten die Nutzung des Netzwerks und damit langfristig die Nachfrage nach ADA stützen.

ADA bleibt angeschlagen

Am Donnerstag scheiterte ADA daran, sich über dem 50-Tage-Durchschnitt zu halten. Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt eine schwache Entwicklung: Im November 2025 lag ADA noch bei rund 0,42 US$, im Juni 2026 bei etwa 0,14 US$. Seitdem hat sich der Kurs zwar erholt, doch die Rally von Anfang Oktober hat an Kraft verloren.

Fazit

Ich halte den Kupferantrag in seiner jetzigen Form für schwer vertretbar. Die Rendite steht und fällt mit einem Kupferpreis auf Rekordniveau, während ein erheblicher Teil des Geldes in Nebenkosten fließt und die technische Umsetzung noch offen ist. Schwerer wiegt für mich, dass der Antrag einen großen Teil des knappen Auszahlungsrahmens binden würde. Direkte Folgen für den ADA-Kurs erwarte ich durch den Antrag kaum.

Entscheidend wird nun sein, ob die Stimmberechtigten den Antrag ablehnen und den Spielraum für Projekte freihalten, die das Netzwerk stärken. Solange ADA unter dem 50-Tage-Durchschnitt bleibt, fehlt aus meiner Sicht ein überzeugendes Signal für einen Neueinstieg. Interessierte könnten die Entwicklung daher zunächst von der Seitenlinie aus beobachten. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten und das Abstimmungsergebnis abzuwarten. Ein Zukauf könnte erst interessant werden, wenn der Kurs den gleitenden Durchschnitt nachhaltig zurückerobert.

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