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Ölpreis: Händler erwarten weiter hohes Niveau

Dritter Wochengewinn in Folge
Redaktion | Wirtschaft

Der Ölpreis bleibt im Aufwärtsmodus: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitagmorgen 113,92 US$ und damit 0,66% mehr als am Vortag. Damit steuert der Markt auf den dritten Wochengewinn in Folge zu, getrieben von immer neuen Angriffen auf Saudi-Arabien. Was bedeutet die Eskalation im Nahen Osten für Anleger, die auf Energiewerte setzen?

Huthi treffen Riad

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz erklärte am Donnerstag, das saudische Verteidigungsministerium in Riad direkt getroffen zu haben. Das teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Zusätzlich sollen Raketen und Drohnen die Flughäfen im östlichen Dammam und im südlichen Abha sowie Einrichtungen von Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer getroffen haben. Seit Wochen steht das Königreich unter nahezu täglichem Beschuss, der sich gegen Flughäfen und Öl-Infrastruktur richtet.

Straße von Hormus im Fokus

Die Gefechte drohen den Konflikt rund um die Straße von Hormus auszuweiten, wo sich die Rohölexporte zuletzt nahezu auf das Vorkriegsniveau erholt haben. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran geht mittlerweile in den neunten Monat. Laut einem Bericht der "New York Times" von dieser Woche haben die USA und Israel Pläne für neue Angriffe auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen Anfang November ausgearbeitet.

Starker Preisanstieg seit Jahresbeginn

Brent hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 85% verteuert, bei Ölprodukten und insbesondere bei Diesel fiel der Anstieg noch stärker aus.

Händler erwarten hohes Niveau

Dennis Kissler, leitender Handelsmanager bei BOK Financial Securities, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, die jüngsten geopolitischen Eskalationen deuteten auf einen intensiveren Angriff auf den Iran hin, was die Rohölpreise über die gesamte Terminkurve hinweg nach oben treibe. Nach seiner Darstellung rechnen die meisten Händler damit, dass die Preise länger auf hohem Niveau bleiben.

Fazit

Wir sehen den Ölmarkt derzeit stark von der Geopolitik getrieben. Das macht den Preis bei 113,92 US$ schnell beweglich in beide Richtungen: Solange die Angriffe auf saudische Ziele anhalten und die Spekulation über neue Schläge gegen den Iran weiterläuft, dürfte die Risikoprämie im Preis bleiben. Entscheidend wird nun sein, ob es tatsächlich zu einer Störung der Exporte durch die Straße von Hormus kommt oder ob die Angriffe Einzelanlagen treffen, ohne die Mengen nennenswert zu reduzieren. Ein Einstieg in Ölwerte allein wegen der Kriegsrisiken wäre aus unserer Sicht riskant, weil ein Deeskalationssignal nach einem Plus von über 85% seit Jahresbeginn erhebliches Rückschlagpotenzial birgt. Anleger könnten die Entwicklung vorerst von der Seitenlinie aus beobachten.

Quelle: dpa-AFX

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