DHL Group-Aktie: Reicht der Schwung für neue Höchststände?

Long-Idee am Supportbereich
Konrad Speckmaier
Die DHL Group-Aktie pendelt seit rund zwei Monaten zwischen 54,00 und 58,90 €. Zuletzt drehte der Kurs kurz vor der Unterkante nach oben und lief abermals in die Zone zwischen 58,30 und 58,90 €. Dort deutet sich ein weiterer Rückschlag an. Gelingt den Käufern diesmal der Ausbruch, rückt das Rekordhoch von 2021 in greifbare Nähe. Oder muss zuerst noch einmal der Boden der Spanne herhalten?

Kosten steigen, Mengen sinken

Zum 1. Januar 2027 hebt die Deutsche Post das Porto für den Standardbrief um 20 Cent auf 1,15 € an. Das sind rund 21%. Der Kompaktbrief klettert auf 1,25 €, der Maxibrief von 2,90 auf 5,00 €. Die Bundesnetzagentur muss die neuen Preise noch genehmigen. Danach sollen die Preise zwei Jahre gelten.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit sinkenden Briefmengen und höheren Personal-, Energie- und Materialkosten. Im dritten Quartal verdiente die Sparte Post & Paket Deutschland weniger. Das vorläufige EBIT fiel von 218 auf rund 150 Mio. €. Im Express-Geschäft sprang das EBIT dagegen von 692 auf rund 1.035 Mio. €, wovon rund 100 Mio. € auf knappe Luftfrachtkapazitäten entfielen. Wie mein Kollege Alexander Hirschler in seiner aktuellen Analyse darlegte, hob der Konzern deshalb zuletzt seine Prognose an. Die vollständigen Zahlen folgen am 5. November.

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Der Chart-Check

Quelle: Tradingview

Die Deutsche Post-Aktie befindet sich nach dem starken Anstieg Anfang des Jahres seit rund zwei Monaten in einer größeren Seitwärtsphase. Begrenzt wird diese Phase von einer Unterstützungszone zwischen 54,00 und 54,80 € auf der Unterseite und auf der Oberseite durch eine Widerstandszone zwischen 58,30 und 58,90 €. Zuletzt hatte der Markt kurz vor der unteren Zone Schwung erhalten und ist erneut an den Widerstand gelaufen. Hier sieht es auch wieder nach einer Abweisung aus und somit könnte es erneut an die untere Zone laufen.

Das wäre auch genau das, was für die Idee nötig wäre. Kommt der Markt erneut an den unteren Bereich bzw. in die Nähe der letzten Tiefs, könnte sich hieraus eine Long-Chance ergeben. In diesem Fall gilt das auch, wenn der Kurs kurz vor den letzten Tiefs dreht. Dann wären im Chart nämlich steigende Tiefs zu sehen, was erst einmal für die Long-Seite sprechen würde. Das erste Ziel würde dann mit rund +6% Entfernung an der Widerstandszone liegen. Läuft der Markt darüber, würde das Ziel an den Allzeithochs liegen, die 2021 erreicht wurden und zwischen 60,10 und 61,30 € liegen. Somit ist der Markt von neuen Höchstständen nicht mehr so weit entfernt. Sollte der Supportbereich nach unten unterschritten werden, würde das natürlich für einen Rücksetzer sprechen und die Long-Chance wäre nicht mehr intakt.

ℹ️ DHL Group in Kürze

  • Die DHL Group AG, vormals Deutsche Post DHL Group, (WKN: 555200) ist ein börsennotiertes Logistik- und Postunternehmen, das 1995 aus der staatlichen Behörde Deutsche Bundespost hervorging. Der Konzern, der seit 2015 unter dem Namen Deutsche Post DHL Group firmierte, wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2024 in DHL umbenannt.
  • Der Konzern agiert international, der Hauptsitz befindet sich in Bonn.
  • Das im DAX und im Euro Stoxx 50 gelistete Unternehmen wird aktuell mit ca. 63,9 Milliarden € bewertet.

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Konrad Speckmaier

Fazit

Aktuell heißt es abwarten. Erst wenn der Markt unten angekommen ist und die Einstiegskriterien erfüllt sind, würde sich ein Long-Einstieg anbieten. Das Ziel läge dann an der oberen Zone als erste Hürde. Im besten Fall folgt ein Ausbruch darüber. Bleibt dieser aus, könnte sich bei der Abweisung auch eine Short-Chance im Sinne der Seitwärtsphase anbieten. Wichtig ist nur, dass die obere Zone nicht nachhaltig überschritten wird. Durch die aktuelle Struktur, die vorherige Stärke und die Nähe des Allzeithochs ist Long die bevorzugte Richtung.

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