stock.adobe.com

Meta Platforms-Aktie: Aktiensplit & KI-Durchbruch

Q4 wird noch stärker!
Meta hat mit den jüngsten Ergebnissen des dritten Quartals 2026 gezeigt, wer der Boss auf dem Werbemarkt ist und vielleicht auch bald einer der Bosse der massentauglichen KI-Modelle. Muse hat seine Magie gezeigt, und es scheint so, als würde das gesamte Ökosystem von Meta viel wertvoller sein, als man zuvor dachte. Ob die Aktie immer noch einen Kauf wert ist, ist eher eine rhetorische Frage.

Das Fundament brummt

Blicken wir zuerst auf das operative Kerngeschäft. Der Konzernumsatz kletterte im Jahresvergleich um satte 26% auf 64,6 Milliarden US$ (wobei das Werbegeschäft wie gewohnt den Löwenanteil liefert und nach 59,36 Milliarden US$ im Q2 nun bei geschätzten 61,87 Milliarden US$ liegt). Ein gigantisches Wachstum, selbst für Metas Größe. Dank KI-gestützter Anzeigenoptimierung ist das operative Kerngeschäft so profitabel wie nie zuvor.

Das operative Ergebnis fiel auf den ersten Blick um 37% auf 12,99 Milliarden US$ und die Marge sank von 40% auf 20%. Doch Schuld ist eine Sonderbelastung von rund 10 Milliarden US$, die Meta am 26. August angekündigt hat. Generalstaatsanwälte hatten dem Konzern vorgeworfen, bei Facebook und Instagram Jugendliche nicht ausreichend zu schützen. Bezahlt wird über zehn Jahre. Die Rechnung belastet die Bilanz jetzt, das Geld fließt aber nach und nach. Ohne den Sondereffekt hätte das operative Ergebnis bei 22,88 Milliarden US$ gelegen, ein Plus von 11,4%.

Einziger kleiner Wermutstropfen im Zahlenwerk: Die Zahl der täglich aktiven Personen über die App-Familie (Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads) lag bei 3,64 Milliarden – hauchdünn unter den von StreetAccount erwarteten 3,65 Milliarden. Jammern auf extrem hohem Niveau.

Wenn Du bei Deinen Lieblingsaktien die jüngsten Quartalsberichte nicht verpasse willst, dann abonniere unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Aktiensplits statt Kapitalerhöhung

Wie viele andere investitionsintensive Tech-Konzerne, hat man auch bei Meta auf eine Kapitalerhöhung spekuliert. Gestern konnten die Anleger dann aufatmen, denn es wird sie nicht geben. Aber eine etwas andere, kreativere Konstruktion hat sich der Facebook-Konzern stattdessen überlegt.

Zum 19. Januar 2027 führt der Konzern eine neue, stimmrechtslose Aktiengattung (Class C) ein. Jeder bestehende Inhaber von Class-A- und Class-B-Aktien erhält pro Anteilsschein eine Class-C-Aktie als Dividende.

Ökonomisch entspricht das einem klassischen 2-für-1 Aktiensplit. Bestehende Aktionäre dürfte das freuen und Meta sichert sich damit Flexibilität für Übernahmen oder Eigenkapitalmaßnahmen, ohne dass Mark Zuckerberg als CEO seine Kontrolle abgeben muss. Das Unternehmen betonte, dass so der „gründergeführte Ansatz, der den Erfolg seit Gründung angetrieben hat“, erhalten bleibt.

Muse hat einen starken USP!

Der eigentliche Treiber der aktuellen Rallye heißt nicht Werbeplatzierung, sondern künstliche Intelligenz. Im September feierte das KI-Assistenzsystem Muse sein Debüt und bescherte Meta prompt den stärksten Börsenmonat seit 2022. Mehr als 10 Millionen Menschen in den USA und Kanada haben Muse in rund sechs Wochen eingerichtet. Zuckerberg doppelte nach und schob erst letzten Montag zusammen mit KI-Chef Alexandr Wang das neue Frontier-Modell Muse Wonder hinterher.

Meta ist zwar nicht das erste Unternehmen mit einem digitalen Assistenten, der E-Mails sortiert oder nach Kopfhörer-Deals sucht. Doch Meta hat etwas ganz wichtiges, das OpenAI, Anthropic und Co. fehlt: Ein Ökosystem aus Milliarden von Nutzern. Über Facebook und Instagram rollt Zuckerberg KI-Agenten in die Breite aus wie kein Zweiter.

Die Börse feiert, dass Meta nun auch kostenpflichtige Abos und neue Monetarisierungswege testet. Bis diese nennenswerten Umsatz generieren, vergeht jedoch Zeit – das klassische Werbegeschäft bleibt vorerst der finanzielle Anker. Und wichtig bleibt eben auch das stetige Nutzerwachstum.

Reality Labs noch im Minus

Wo viel Licht ist, bleibt gewohnheitsmäßig viel Schatten. Und dieser Schatten heißt Reality Labs. Die Sparte für VR, AR und AI-Hardware verbuchte im dritten Quartal zwar 443 Millionen US$ Umsatz, verbrannte parallel jedoch gewaltige 4,13 Milliarden US$. Das ist zwar minimal besser als die von Analysten befürchteten 4,54 Milliarden US$ Verlust bei 513 Millionen US$ Umsatz, bleibt aber ein gigantisches Verlustgeschäft.

Die Sparte erlöste 443 Millionen US$, 6% weniger, weil weniger Quest-Headsets verkauft wurden. KI-Brillen legten dagegen stark zu. Der Verlust insgesamt lag jedoch mit 4,13 Milliarden US$ deutlich über dem Erlös. Das allerdings wurde schon erwartet. Für 2026 rechnet Meta mit 18 bis 19 Milliarden US$ Verlust, 2027 mit etwa 15 Milliarden US$. Danach soll es Richtung Gewinnzone gehen. Muse zieht schon ab nächsten Monat in die Meta-Brillen ein.#

Was erwartet uns im Q4?

Für das vierte Quartal zeigt sich das Management gewohnt optimistisch und hebt die Messlatte an. Meta rechnet mit einem Umsatz zwischen 73,0 und 76,0 Milliarden US$. Damit liegt der Konzern über den durchschnittlichen Schätzungen der LSEG-Analysten von 73,73 Milliarden US$. Und Zuckerberg denkt gar nicht daran, den Geldhahn zuzudrehen – im Gegenteil. Für den Bau von Serverfarmen und Rechenzentren grenzte Meta die CapEx für das Gesamtjahr auf 135 bis 145 Milliarden US$ ein. Es geht also steil weiter, aber mit sehr wahrscheinlich steigenden Umsätzen und ganz bald auch hohen Gewinnen.

ℹ️ Meta Platforms in Kürze

  • Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
  • Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
  • Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,78 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig auf Platz 10 der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Meta Platforms kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Meta Platforms und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Meta Platforms weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Fazit

Umsatz, Ausblick und der Muse-Start überzeugen mich. Die Aktie legte nachbörslich gut +2% zu. Dagegen stehen eine leicht rückgängige Marge und Investitionen von bis zu 145 Milliarden US$ sowie weitere Kapitalmaßnahmen. Wer dabei ist, bleibt. Wer einsteigen will, tut das im besten Fall per Sparplan. Klar ist, Meta wird noch exponentiell wachsen. Das, was wir jetzt sehen, ist wirklich erst der Anfang.

Unsere KI-Favoriten a la Meta Platforms findest Du auch in unserem Report „KI-Gewinner 2026“. Schau mal rein!