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Nvidia-Aktie: 500 Milliarden US$ futsch!

Gewaltiger Tech-Sell-off
Auch die Nvidia-Aktie kann sich der aktuellen Verkaufswelle bei KI-Cloud-Titeln nicht entziehen. In den letzten fünf Tagen verlor der Chipgigant fast -7% an Wert und die Talfahrt setzt sich am Donnerstagmorgen mit einem Kursverlust von über -2% fort. Damit haben sich rund 500 Milliarden US$ an Börsenwert innerhalb weniger Tage in Luft aufgelöst. Zu Recht oder zu Unrecht?

Was belastet Nvidia so stark?

Man muss sich die Zahl noch einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Marktkapitalisierung von Nvidia ist in den letzten fünf Tagen um rund eine halbe Billion US$ gesunken. Das entspricht in etwa dem gemeinsamen Wert von SAP und Siemens, den beiden wertvollsten Konzernen Deutschlands.

Was sind die Gründe für einen derart gigantischen absoluten Wertverlust von Nvidia? Es ist eine Gemengelage aus gleich drei Belastungsfaktoren, die derzeit Druck auf die Nvidia-Aktie ausüben.

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Steigende Zinsen

Die US-Inflation stieg im September auf 3,7% im Jahresvergleich. Damit lag die Teuerungsrate in den USA nicht nur über der Markterwartung von 3,6%, sondern ist auch meilenweit von Zielwert der Notenbank von 2,0% entfernt.

Die hohe Inflation macht eine weitere Zinserhöhung durch die FED nun deutlich wahrscheinlicher. Die Entscheidung zu einem weiteren Zinsschritt könnte bereits bei der nächsten Sitzung der Notenbank fallen.

Höhere Zinsen machen Aktien generell unattraktiver gegenüber festverzinslichen Papieren wie Anleihen. Vor allem Technologiewerte leiden unter höheren Zinsen, da ihre zukünftigen Cashflows dadurch stärker abgezinst werden.

Zweifel an der Finanzierung

Als zweiter Belastungsfaktor kommen Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms ins Spiel. Die Aktien von kleineren und mittelgroßen Hyperscalern wie CoreWeave und Oracle stehen wegen ihrer gewaltigen Schuldenberge und steigender Finanzierungskosten unter Druck.

Die Börse fragt sich zunehmend, ob die enormen Investitionen in Rechenzentren schnell genug Gewinne erwirtschaften. Das belastet selbstverständlich auch die Nvidia-Aktie, da das Wachstum des Chipskonzerns mit den Investitionen der Cloud-Provider verbunden ist. Wenn sie sich nicht mehr zu attraktiven Konditionen finanzieren können, leidet auch das Geschäft von Nvidia.

Kunden werden zu Wettbewerbern

Und nicht zuletzt machen sich die vier großen Technologiekonzerne und Hyperscaler Google, Microsoft, Amazon und Meta Platforms immer unabhängiger von Nvidia. Sie investieren seit Jahren massiv in die Entwicklung eigener Halbleiterlösungen.

Google entwickelt und nutzt seit Jahren erfolgreich seine eigenen TPUs (Tensor Processing Units), um sowohl das Training als auch die Inferenz von KI-Modellen (wie Gemini) intern und über die Google Cloud abzuwickeln, ohne komplett auf Nvidia angewiesen zu sein.

Amazon (AWS) baut seine Unabhängigkeit mit eigenen spezialisierten Chips stark aus. Dazu gehören die Trainium-Chips (für das rechenintensive Training von KI-Modellen) und Inferentia-Chips (für die effiziente Ausführung von Modellen).

Microsoft entwickelt mit dem Maia-Beschleuniger für KI-Workloads und dem Cobalt-Prozessor eigene Hardware, um die gigantischen Rechenzentren der Azure-Cloud unabhängiger zu bestücken.

Und Meta arbeitet ebenfalls an eigenen Chips (wie der Meta Training and Inference Accelerator / MTIA), um maßgeschneiderte Hardware für die internen Empfehlungs- und GenAI-Algorithmen zu betreiben.

Ist das die Trendwende?

Erst vor wenigen Tagen kletterte die Nvidia-Aktie auf ein neues Allzeithoch bei 239 US$. Durch den kontinuierlichen Kursrückgang der letzten Tage könnte sich nun aber eine Trendwende abzeichnen. Sollte die Support-Zone zwischen 208 und 212 US$ durchbrochen werden, muss man meiner Meinung nach von einem Abwärtstrend sprechen.

Moderate Bewertung und trotzdem kein Upside

Trotz der drei genannten Belastungsfaktoren glaube ich, dass Anleger mit einem Investment in die Nvidia-Aktie wenig falsch machen können. Das liegt in erster Linie an der Bewertung des wertvollsten Unternehmens der Welt.

Das aktuelle Forward-KGV von Nvidia beträgt 25. Diese Bewertung muss man angesichts eines Umsatz- und Gewinnwachstums vom rund 90% im laufenden Geschäftsjahr und voraussichtlich 70% im kommenden GJ als absolutes Schnäppchen bezeichnen. Das Downside der Nvidia-Aktie halte ich aufgrund dieser sehr moderaten Bewertung für gering.

Aber auch beim Upside sehe ich gegenwärtig nicht viel Spielraum nach oben. Die Nvidia-Aktie war in den letzten Jahren einer der krassesten Outperformer des Marktes.

Diese Rolle hat der Chipkonzern zuletzt aber verloren. Seit gut einem Jahr entwickelt sich der Kurs der Nvidia-Aktie im Gleichklang mit dem Vergleichsindex Nasdaq 100.

Ich gehe davon aus, dass sich daran auch in den kommenden Monaten nichts ändern wird. Wer also auf der Suche nach einer Möglichkeit ist, den Technologieindex zu schlagen, wird bei der Nvidia-Aktie meiner Meinung nach nicht fündig.

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ℹ️ Nvidia in Kürze

  • Die Nvidia Corporation (WKN: 918422) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
  • Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
  • Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und ist aktuell mit rund 5,3 Billionen US$ das wertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Die Nvidia-Aktie ist und bleibt das wahrscheinlich solideste Technologieinvestment in diesen unruhigen Zeiten. Die Bewertung des wertvollsten Konzerns der Welt ist immer noch so moderat, dass das Downside recht begrenzt ist.

Aber eine Outperformance darf man sich von Nvidia meiner Meinung nach in Zukunft nicht mehr erwarten. Die Tage exorbitanter Kurssteigerungen sind definitiv vorbei.