TSMC-Aktie: Sollten Anleger jetzt zugreifen?
TSMC liefert erneut beeindruckende Zahlen
Die Antwort fällt aus fundamentaler Sicht eindeutig aus: TSMC bleibt eine Erfolgsgeschichte des KI-Booms. Der weltgrößte Chipauftragsfertiger steigerte seinen Nettogewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 68,7% auf 763,06 Milliarden Taiwan-Dollar (NT$). Der Umsatz sprang um 50,9% auf 1,49 Billionen NT$ beziehungsweise 46,72 Milliarden US$. Damit übertraf der Konzern die Analystenerwartungen und erzielte bereits den sechsten Rekordgewinn in Folge.
Auch die Profitabilität überzeugt. Die Bruttomarge erreichte 66,4%, die operative Marge lag bei 58,7%. Hinzu kommt: Während die 3-Nanometer-Technologie 33% zum Waferumsatz beitrug, stieg der Anteil der neuen 2-Nanometer-Chips bereits von 3 auf 8%. Das unterstreicht die technologische Führungsposition des Konzerns.
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Ausblick bestätigt die Stärke des KI-Booms
Noch wichtiger als der Rückblick ist für mich die Prognose. Für das vierte Quartal stellt TSMC einen Umsatz zwischen 52,3 und 54,3 Milliarden US$ in Aussicht. Die Mitte der Spanne signalisiert ein weiteres kräftiges Wachstum und liegt über den bisherigen Markterwartungen. Das Investitionsbudget für 2026 bleibt bei 60 bis 64 Milliarden US$.
Die Botschaft ist klar: TSMC rechnet weiterhin mit einer hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Chips. Zu den Kunden gehören Nvidia, AMD und Apple. Gerade bei hoch entwickelten KI-Beschleunigern führt an den Taiwanern kaum ein Weg vorbei. Wer KI-Chips auf Weltklasseniveau verkaufen will, kommt an TSMC nicht vorbei.
Warum der Markt trotzdem auf die Bremse tritt
Trotz der starken Zahlen steht die Aktie unter Druck. Anleger hinterfragen zunehmend, wann sich die gigantischen Investitionen in KI-Rechenzentren tatsächlich in dauerhaft hohen Erträgen niederschlagen. Hinzu kommen Sorgen über längerfristig hohe US-Zinsen und die milliardenschweren Investitionen in neue Fertigungsanlagen.
Auch die internationalen Produktionsstandorte kosten zunächst Geld. Die Anlaufkosten der Fabriken außerhalb Taiwans dürften die Bruttomarge im Schlussquartal belasten. Langfristig schafft die geografische Diversifikation zwar zusätzliche Kapazitäten und widerstandsfähigere Lieferketten, kurzfristig drückt sie jedoch auf die Profitabilität. Die fundamentale Stärke wird dadurch nicht infrage gestellt, aber der Markt verlangt zunehmend Belege für die Rendite des Kapitaleinsatzes.
Charttechnik eröffnet neue Chancen
Charttechnisch befindet sich die Aktie nach dem gescheiterten Ausbruch über das frühere Hoch bei 479 US$ seit Anfang Oktober in einer Korrektur. Die Verluste gegenüber dem jüngsten Rekord belaufen sich auf fast -12%. Am Mittwoch fiel der Kurs zudem unter die 50-Tage-Linie.
Entscheidend ist nun die Unterstützung um 430 US$, wo die 100-Tage-Linie verläuft. Hält diese Zone, könnte sich von hier aus eine Trendwende nach oben entwickeln. Bei anhaltendem Verkaufsdruck droht dagegen zunächst ein Rücklauf zur psychologisch wichtigen Marke von 400 US$. Darunter rückt die 200-Tage-Linie bei 393,88 US$ in den Fokus.
ℹ️ TSMC in Kürze
- Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited (WKN: 909800), kurz TSMC, ist der weltweit größte unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte.
- Zu den Kunden gehören fast alle bekannten Fabless-Unternehmen wie AMD, Apple, Qualcomm, Nvidia, Marvell oder Broadcom.
- TSMC ist neben Taipeh auch an der NYSE gelistet und aktuell ca. 2,23 Billionen US$ wert. Damit gehört der Chipkonzern zu den zehn wertvollsten Börsenunternehmen der Welt.
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Fazit
Für mich überwiegen unter dem Strich eindeutig die Chancen. TSMC hat mit dem Rekordgewinn, den starken Margen und dem optimistischen Umsatzausblick seine fundamentale Stärke eindrucksvoll bestätigt. Die aktuelle Schwäche ist vor allem Ausdruck der Nervosität im Technologiesektor und der hohen Erwartungen an den KI-Boom.
Natürlich müssen sich die enormen Investitionen langfristig rechnen. Doch TSMC verfügt über eine technologische Schlüsselposition, die kaum zu ersetzen ist. Hält die Unterstützung um 430 US$, könnte sich die laufende Korrektur als attraktive Gelegenheit erweisen, sich für die nächste Aufwärtsbewegung zu positionieren. Für langfristig orientierte Anleger sehe ich den Rücksetzer daher eher als gesunde Verschnaufpause denn als Beginn einer nachhaltigen Trendwende nach unten.
Abschließend: Aktien, die wir als echte KI-Gewinner sehen, findest Du in unserem Report KI-Gewinner 2026.