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Quelle: ChatGPT

Dell-Aktie -11%: Sind 95 Milliarden US$ nicht genug?

Hoher Börsenwert eliminiert
Vincent Uhr
Die Dell-Aktie erlebte am Mittwoch einen regelrechten Ausverkauf. Um -11,4% ging es auf 507,43 US$ bergab. Auslöser war eine Abstufung durch Barclays. Der Analyst sieht trotz des KI-Booms keinen entscheidenden Wendepunkt bei den Investitionen von Unternehmenskunden. Dabei verfügt Dell inzwischen über einen KI-Server-Auftragsbestand von 95 Milliarden US$. Nach einem Kursanstieg von rund +355% seit Jahresbeginn bis zum Dienstag stellt sich allerdings die Frage: Ist die Aktie selbst nach dem Rücksetzer noch zu teuer?

Barclays warnt vor nachlassendem Wachstum

Barclays-Analyst Tim Long stufte Dell von „Overweight“ auf „Equal Weight“ herab. Gleichzeitig reduzierte er sein Kursziel von 603 auf 574 US$. Das entspricht gegenüber dem letzten Schlusskurs immerhin noch einem Aufwärtspotenzial von rund +13%.

Seine Skepsis betrifft vor allem die Nachhaltigkeit des Wachstums. Dell habe in den vergangenen Quartalen stark davon profitiert, höhere Speicherpreise an seine Kunden weiterzugeben. Die Umsätze seien dadurch kräftig gestiegen, ohne dass dahinter immer entsprechend höhere Stückzahlen stehen müssten.

Sollten sich die Speicherpreise in den kommenden Jahren normalisieren, könnte sich das Umsatzwachstum entsprechend abschwächen. Gleichzeitig erkennt Long noch keinen breiten KI-Investitionszyklus bei klassischen Unternehmenskunden. Diese setzen häufig weiterhin auf Cloudlösungen, anstatt eigene KI-Infrastruktur aufzubauen.

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95 Milliarden US$ sprechen eine andere Sprache

Dabei lieferte Dell zuletzt beeindruckende Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um +58% auf 47 Milliarden US$. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar um +203% auf 7,04 US$.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit KI-Servern. Hier verdoppelte Dell den Quartalsumsatz auf 16,4 Milliarden US$. Neue Bestellungen erreichten 60,9 Milliarden US$, während der Auftragsbestand auf 95 Milliarden US$ anwuchs.

Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Management inzwischen 74 Milliarden US$ Umsatz mit KI-optimierten Servern. Das wäre eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Die Konzernumsatzprognose wurde außerdem von 167 auf 192 Milliarden US$ angehoben.

Allerdings ist zwischen starkem Wachstum und hoher Profitabilität zu unterscheiden. Die operative Marge des KI-Servergeschäfts liegt laut Barclays bei etwa 5%. Dell verkauft damit zwar immer größere Mengen leistungsfähiger Hardware, verdient daran aber deutlich weniger als beispielsweise führende Chipentwickler.

Ist der Rücksetzer eine Kaufchance?

Die Bewertung bleibt nach dem Kursrutsch anspruchsvoll. Bei einem Aktienkurs von rund 507 US$ und einer bereinigten Gewinnprognose von 25,50 US$ je Aktie für das laufende Geschäftsjahr sind erhebliche Wachstumschancen bereits eingepreist.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von den Investitionsbudgets großer KI-Infrastrukturbetreiber. Sollten diese ihre Ausgaben reduzieren, könnte Dell den enormen Auftragsbestand zwar zunächst abarbeiten, müsste aber mit schwächeren Neubestellungen rechnen.

Andererseits besitzt Dell durchaus weitere Wachstumstreiber. Das traditionelle Server- und Netzwerkgeschäft wuchs zuletzt um +122%, das Speichergeschäft um +26%. Damit profitiert das Unternehmen nicht ausschließlich von KI-Rechenzentren.

ℹ️ DELL Technologies in Kürze

  • Dell Technologies (WKN: A2N6WP) ist ein US-Hersteller von Computern und sonstiger IT-Hardware.
  • Bekannt ist das Unternehmen vor allem für seine Desktop-Computer und Notebooks. Seit der Übernahme der Firma EMC im Jahr 2016 ist Dell auch als Anbieter von Back-End-Produkten in den Bereichen Server, Netzwerke und Datensicherung aktiv.
  • Der in Round Rock im US-Bundesstaat Texas ansässige Konzern notiert an der New York Stock Exchange und ist rund 323 Milliarden US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Ich halte die Abstufung von Barclays für nachvollziehbar. Das operative Wachstum ist beeindruckend, aber die Erwartungen sind nach der außergewöhnlichen Rallye enorm gestiegen. Der Kursrutsch macht Dell wieder interessanter, für einen überzeugenden Kauf reicht er mir jedoch noch nicht. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seine hohen KI-Umsätze langfristig auch in entsprechend steigende Gewinne umwandeln kann.